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DHC Lecture mit Daniel Poch (The University of Hong Kong)



Emotionen schreiben über die Epochen­schwelle: Verhand­lungen von Literatur im Japan des langen 19. Jahrhunderts

Der Vortrag zeichnet nach, in welchen Formen die Darstellung und Problematisierung von Emotionen und Begierden wichtigen japanischen narrativen Genres des 19. Jahrhunderts, beispielsweise den „Lesebüchern“ (yomihon) und „Gefühlsbüchern“ (ninjôbon) der späten Edo-Zeit (1600-1868) sowie dem Roman (shôsetsu) der Meiji-Zeit (1868-1912), eingeschrieben ist. Er zeigt, wie japanische fiktionale Texte und Diskurse über die Epochenschwelle von Edo zu Meiji die Widersprüchlichkeit von „Literatur“ (bungaku) verhandeln als einem Medium, das einerseits potentiell gesellschaftsgefährdende Begierden und Gefühle schreibt und im Leser entfacht, dabei aber andererseits auch ethisch-soziale und politische Relevanz für sich beansprucht. Diese Verhandlungen, so die Kernhypothese des Vortrags, liegen dem Herausbildungsprozess der sogenannte modernen japanischen Literatur im späten 19. Jahrhundert zugrunde.

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