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Gastgeber*innen und Gäste 2019

Jeanie Miller und Kevin Blankinship zu Gast bei Matthew Keegan (April–Mai 2019)

   
Jeannie Miller, Kevin Blankinship, Matthew Keegan

Jeannie Miller and Kevin Blankinship are leading scholars of medieval Arabic literature with shared interests in texts about animals. Together with Matthew L. Keegan, they will be hosting a series of seminars on Arabic texts. These seminars will culminate in a workshop entitled “Animals, Adab, and Fictivity.” This workshop explores the various ways in which medieval authors and readers put animals to work in adab, as the site of theological debate, as a vehicle for allegory, and as a way of thinking about poetics.

Jeannie Miller is Assistant Professor of Near and Middle Eastern Civilizations at the University of Toronto. Her research focuses on the theological, logical, and literary implications of the Book of Animals by the 9th-century polymath al-Jahiz. Kevin Blankinship is Assistant of Asian and Near Eastern Languages at Brigham Young University. He studies the 11th-century blind poet and alleged heretic al-Ma’arri who wrote The Epistle of the Horse and the Mule, a long narrative work filled with talking animals.

Matthew L. Keegan is a Postdoctoral Researcher at the Freie Universität Berlin and the Moinian Assistant Professor of Asian and Middle Eastern Cultures at Barnard College. He is writing about the theory of fiction in medieval Arabic literature with special reference to Kalīla wa-Dimna, a Mirror for Princes (Fürstenspiegel) featuring talking animals.

James Kreines zu Gast bei Karen Koch (Mai–Juni 2019)

 
James Kreines und Karen Koch

James Kreines und Karen Koch widmen sich beide der Rolle, der Funktion und dem Gehalt von teleologischen Aussagen in Immanuel Kants und in Georg W.F. Hegels Philosophie. Sie haben bereits in der Vergangenheit zusammen gearbeitet. So rief Karen Koch zusammen mit Prof. Dina Emundts im letzten Jahr einen Workshop zu Immanuel Kants Teleologiebegriff ins Leben (Institut für Philosophie, Freie Universität Berlin, 2018), auf dem James Kreines als Vortragender eingeladen war.

James Kreines ist Professor für Philosophie an dem Claremont McKenna College, Los Angeles, USA. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Kant, Hegel und die Geschichte der Metaphysik. Seine Arbeit zur gewählten Thematik des Workshops erschien in seinem Buch  Reason in the World: Hegel’s Metaphysics and its Philosophical Appeal (2015).
Karen Koch ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation schreibt sie über den Zweck- und Teleologiebegriff in der theoretischen Philosophie Immanuel Kants und Georg W.F. Hegels.

Im Rahmen des Dahlem Junior Host Programm veranstalten beide einen Workshop zu dem Thema „Absolute und nicht-absolute Ideen in Hegels Wissenschaft der Logik“. Während des Workshops werden sowohl James Kreines als auch Karen Koch vortragen. Ziel dieses Workshops ist es, beide Ansätze zu Hegels Ideenbegriff zu diskutieren sowie die Rolle des Zweckbegriffs in diesem herauszuarbeiten.

Caroline Bland zu Gast bei Nina Schmidt (Juni–Juli 2019)

 
Caroline Bland und Nina Schmidt

Dr. Caroline Bland, Germanistin und senior lecturer an der University of Sheffield in Großbritannien, promovierte 1996 zum Thema der ersten deutschen Frauenbewegung und hat seitdem eine Vielzahl wissenschaftlicher Schriften zur Literatur von Frauen zwischen 1850 und 1930 veröffentlicht. In ihrer neuesten Monographie (in Arbeit) untersucht sie die Bildersprache der ersten deutschen Frauenbewegung vor dem Hintergrund der britischen Suffrage Art.

Dr. Nina Schmidt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (PostDoc) im Projekt Graphic medicine and literary pathographies: The aesthetics and politics of illness narratives in contemporary comics and literature – ein mit der FSGS affiliertes Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Irmela Krüger-Fürhoff, finanziert von der Einstein Stiftung Berlin. In die Forschung zu deutschsprachigen Comics ist Schmidt entsprechend gut eingearbeitet. Aufgefallen sind ihr in letzter Zeit immer mehr explizit feministisch-aktivistische Publikationen in graphic novel-Form.

Im Rahmen des Dahlem Junior Host Programms kombinieren Bland und Schmidt ihre Expertise und nehmen sich – passend zum hundertjährigen Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts – gemeinsam das Thema „Graphische Kunst und Feminismus heute und vor 100 Jahren“ vor.

Erste, tentative Forschungsfragen zielen auf den unterschiedlich direkten politischen Gehalt graphischer (Populär-)Kunst englischer und deutscher Künstlerinnen; einen Vergleich visueller Darstellungstechniken zwischen den diversen Arbeiten; und einen diachronen Vergleich unterschiedlicher Darstellungsweisen, Visualisierungstechniken und politischen Stoßrichtungen zwischen ausgewählten (repräsentativen) Werken aus erster, zweiter und heutiger Frauenbewegung/Feminismen.

Die Zusammenarbeit soll in einem gemeinsamen Konferenzvortrag, einem Zeitschriftenartikel und evtl. einem Drittmittelantrag münden.

Christopher Ewing zu Gast bei Ulrike Schaper (Juli–September 2019)

 

Christopher Ewing und Ulrike Schaper

Ulrike Schaper ist Junior Professorin am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Sie forscht zum Zusammenhang von Globalisierung, sexueller Liberalisierung und Kommerzialisierung in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1970er Jahren. Christopher Ewing ist Assistant Professor am History Department der Virginia Commonwealth University. Er forscht zur Geschichte von “race” und männlicher Homosexualität in der Bundesrepublik Deutschland nach 1949. Schaper und Ewing haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Sie gaben gemeinsam ein Sonderheft der Zeitschrift sexualities heraus, das sich mit einem Fokus auf das Konzept „Sexotic“ dem Zusammenspiel von Sexualität und Exotisierung im 19. und 20. Jahrhundert in Europa widmet.

Im Zuge ihrer Zusammenarbeit fielen ihnen verschiedene Verbindungen zwischen ihren Forschungen zum deutschen Sextourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf, die sie zum Ausgangspunkt ihres gemeinsamen Projekts im Rahmen des siebenwöchigen Gastaufenthaltes von Ewing in Berlin machen. Hauptgegenstand dieser gemeinsamen Arbeit, die in einem gemeinsamen Zeitschriftenaufsatz münden sollen, sind die sich überlappenden Diskurse über west-deutschen (männlichen) homo- und heterosexuellen Sextourismus nach der „sexuellen Revolution“. Die „sexuelle Revolution“ zog für Westdeutsche gleich welcher sexuellen Präferenz tiefe Ambivalenzen in Bezug auf sexuelle Lust und die Geschlechterordnung nach sich, die durch Diskurse über Sextourismus aufgegriffen und bearbeitet wurden. In den 1970er Jahren versprach Sextourismus einen Ausweg aus sexueller Frustration in der Bundesrepublik, die durch eine Krise der Männlichkeit, durch die Neue Frauenbewegung und durch die Kommerzialisierung der Schwulenszene verschärft zu werden schien. Im Zuge der AIDS Epidemie in den 1980er Jahren verschränkten sich Sex, Reisen und Krankheit; die daraus folgenden neuen Besorgnisse beeinflussten, wie viele Westdeutsche Sextourismus wahrnahmen und erlebten. In dieser Situation vertieften sich Ängste vor „rassischen“ Unterschieden, ohne dabei exotisiertes Begehren zu beseitigen. Schaper und Ewing haben beide zu hetero- und/oder männlichem homosexuellen Sextourismus geforscht.  Der intensive Austausch im Rahmen des Gastaufenthaltes ermöglicht ihnen, die Verbindungen zwischen Diskursen zu homo- und heterosexuellem Sextourismus in den Blick zu nehmen und diese in eine größere Geschichte über Sex, Gender und rassifiziertes Othering in der Bundesrepublik Deutschland einzuordnen.

Paolo Roseano zu Gast bei Jan Fliessbach (Juni–Juli 2019)

 
Paolo Roseano und Jan Fliessbach

Jan Fliessbach ist Linguist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin. Seine Promotion beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel zwischen Pragmatik und Intonation im Spanischen. Methodisch verbindet er dabei Korpusstudien mit experimenteller Forschung. Paolo Roseano arbeitet an der Universitat de Barcelona und der University of South Africa. Seine linguistische Forschung behandelt unter anderem Themen der Phonologie und Morphologie romanischer Sprachen, forensische Phonetik und Soziolinguistik. Die Kooperation im Rahmen des Dahlem Junior Host Programms zielt auf die Anwendung und Weiterentwicklung von Eti_ToBI, einer frei verfügbaren Software zur Annotation prosodischer Einheiten. Die angestrebte Anwendbarkeit des Programms auf eine größere Bandbreite an Satztypen soll neue Perspektiven auf den Ausdruck von epistemischer Modalität und Informationsstruktur im Spanischen geben.

Max Weiss zu Gast bei Joseph Ben Prestel (Juli 2019)

 
Max Weiss und Joseph Ben Prestel

Max Weiss ist Associate Professor für Geschichte und Nahoststudien an der Princeton University. Er gehört zu den führenden Vertretern einer neuen „Intellectual History“ des Nahen Ostens im 19. und 20. Jahrhundert. In seiner Forschung beschäftigt er sich besonders mit der intellektuellen Begründung des Ba‘athismus in Syrien. Gemeinsam mit Jens Hanssen hat er kürzlich die beiden Sammelbände Arabic Thought Beyond the Liberal Age: Towards an Intellectual History of the Nahda (2017) und Arabic Thought Against the Authoritarian Age: Towards an Intellectual History of the Present (2018) herausgegeben.

Joseph Ben Prestel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Friedich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Sein Forschungsprojekt Revolutionary Arabesque: Palestinians and the Radical Left in West Germany, 1956-1982 untersucht die Beziehungen zwischen palästinensischen und westdeutschen Gruppen, die sich im Rahmen der „Dritte-Welt-Solidarität“ entwickelten. Dabei analysiert er insbesondere das Entstehen und den Niedergang einer gemeinsamen politischen Sprache zwischen den 1960er und 1980er Jahren.

Die beiden Historiker teilen ein Interesse an der Geschichte intellektueller Strömung im Nahen Osten sowie die Frage nach der Mobilität politischer Begriffe. Das Dahlem Junior Host Program erlaubt es ihnen einen Austausch zu vertiefen, der im Herbst 2018 an der Princeton University begann. Durch die Zusammenarbeit erhoffen sich Weiss und Prestel einen Beitrag zur Geschichte politischer Ideen im Nahen Osten während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu leisten.

Adrián Gorelik zu Gast bei Lucio Piccoli (Juli–August 2019)

 

Adrián Gorelik (Quelle: Angelika Leuchter) und Lucio Piccoli

Adrián Gorelik ist einer der international renommiertesten Historiker der Intellektuellen- und urbanen Kulturgeschichte Lateinamerikas. Er lehrt als Professor an der Universidad Nacional de Quilmes in Argentinien und ist Mitglied des nationalen Forschungsrat (CONICET). Sein Gastgeber Lucio Piccoli ist ein Doktorand am Lateinamerika-Institut, wo er seine Dissertationsarbeit zum Thema „Kultur- und Wissenstransfer von Form- und Raumwahrnehmungsdiskussionen zwischen Deutschland und Argentinien in der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts“ schreibt. Die ästhetischen Ideen stellen den roten Faden einer interdisziplinären Analyse dar, die den Fokus auf die Werke des Architektur- und Städtebaukritikers Werner Hegemann, der im Bauhaus ausgebildeten Fotografin Grete Stern und des Künstlers und Designtheoretikers Tomás Maldonado legt. In der ersten Phase des Aufenthaltes werden die grundsätzlichen Aspekte der Doktorarbeit analysiert, diskutiert und verarbeitet. Im Zusammenhang der bundesweiten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses planen sie in der zweiten Phase des Aufenthaltes einen Workshop mit anderen in Deutschland angesiedelten Spezialist*innen zum Thema „Bauhaus und Lateinamerika: historische Bilanz eines Jahrhunderts“ zu organisieren, wo die bis dahin erzielten Ergebnisse der Forschung als entsprechender Vortrag vorgestellt und diskutiert werden. 

Sandra Provini zu Gast bei Daniel Melde (Oktober 2019)

 
Sandra Provini und Daniel Melde

Daniel Melde ist Doktorand im Rahmen der Forschungsgruppe 2305 Diskursivierungen von Neuem am Institut für Romanische Philologie der FU Berlin. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit der zeithistorisch orientierten Epik Frankreichs des 16. und 17. Jahrhunderts zu den Religionskriegen. Das dem Dissertationsprojekt zugrunde gelegte Textcorpus ist gekennzeichnet durch die Verwendung der generisch ‚alten‘ Form des Epos zur Vermittlung einer aus Sicht der Autoren historisch ‚neuen‘ Thematik. Zu untersuchen sind die konkreten Modi und Funktionen epischer Diskursivierung sowie zu beobachtende Transformationen der epischen Gattung vor dem Hintergrund des zeithistorischen Kontextes, der frühneuzeitlichen Epostheorie und im Lichte von Gattungskonzeptionen der Moderne (u.a. Hegel, Bachtin). Letztere gehen in der Regel von einem mythisch-legendenhaften Vergangenheitsbezug der Epik als gattungskonstitutivem Moment aus.

Gemeinsam mit Sandra Provini, Maîtresse de conférence an der Université Rouen-Normandie, soll die Traditionslinie der zeithistorischen Epik Frankreichs in den Frühhumanismus um 1500 zurückverfolgt und im europäischen Kontext situiert werden. Sandra Provini gilt als ausgewiesene Spezialistin zu den frühen Formen heroischer Poesie Frankreichs, die in lateinischer und französischer Sprache zu den Italienfeldzügen verfasst wurden. Geplant ist ein gemeinsamer Workshop im Oktober 2019 mit internationalen Gästen, bei dem die Herausbildung epischen Schreibens im frühhumanistischen Frankreich in ihren transregionalen Verflechtungen (Italien, Spanien, England) beleuchtet werden soll.