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Merkblatt zum Deutschlandstipendium für Studierende der Freien Universität Berlin

Die Freie Universität Berlin fördert im Rahmen des nationalen Stipendienprogramms Deutschlandstipendium Studierende der grundständigen und konsekutiven Studiengänge (Bachelor, Master, Staatsexamen), die hervorragende Studienleistungen vorweisen und sich zusätzlich außeruniversitär engagieren oder ihr Studium unter besonderen Bedingungen absolvieren. Die Auswahlkriterien für das Deutschlandstipendium sind in § 2 Absatz 2 Stipendienprogramm-Verordnung festgelegt.

Promovierende können nicht im Rahmen des Deutschlandstipendiums gefördert werden. Über Förderungsmöglichkeiten für Doktorandinnen und Doktoranden an der Freien Universität Berlin informiert das Promotionsportal der Freien Universität Berlin.

Studierende der Charité Universitätsmedizin bewerben sich für das Deutschlandstipendium der Charité. Bitte kontaktieren Sie deutschlandstipendium@charite.de.

Ja, auch Studienbewerberinnen und Studienbewerber können sich für das Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbung erfolgt separat von der Bewerbung für das Studium über die Geschäftsstelle Deutschlandstipendium.

Bei Studienanfängerinnen und -anfängern werden bei der Auswahlentscheidung die Noten der Hochschulzugangsberechtigung berücksichtigt. Fachliche Gutachten werden in diesen Fällen von Schullehrerinnen oder –lehrern ausgestellt. Bei Studienbewerberinnen und -bewerbern, die bereits studiert haben und sich für einen neuen Studiengang oder ein höheres Fachsemester bewerben, werden die bisherigen Studienleistungen berücksichtigt. Fachliche Gutachten werden in diesen Fällen von Lehrkräften des bisherigen Studiums ausgestellt.

Liegt die Immatrikulationsbescheinigung zum Zeitpunkt der Stipendienbewerbung noch nicht vor, kann diese nachgereicht werden. Die Auszahlung der Stipendien setzt die Einschreibung an der Freien Universität Berlin voraus.

Die monatliche Stipendienrate beträgt 300,00 Euro und wird zunächst für 12 Monate bewilligt. Die Hälfte des Stipendiums wird von einerm privaten Förderer gestiftet (Privatpersonen, Stiftungen oder Unternehmen). Die andere Hälfte finanziert die Bundesregierung. Der Bewilligungszeitraum von zunächst 12 Monaten kann verlängert werden, wenn die Studienleistungen der Stipendiatinnen und Stipendiaten die Fortsetzung des Stipendiums rechtfertigen und wenn weiterhin eine Förderzusage über die privaten Fördermittel vorliegt.

Zusätzlich zur finanziellen Förderung erhalten Deutschlandstipendiatinnen und –stipendiaten der Freien Universität Berlin die Möglichkeit, am Mentoring Programm teilzunehmen und von der Unterstützung und dem Feedback von einer berufserfahrenen Persönlichkeit zu profitieren.

Die Förderung mit dem Deutschlandstipendium ist in der Regel im Rahmen der Regelstudienzeit möglich: bei Bachelorstudiengängen maximal sechs und bei Masterstudiengängen maximal vier Semester. Studiert man unter erschwerenden Bedingungen, so kann eine Verlängerung der Förderhöchstdauer beantragt werden. Diese Bedingungen sind in §7, Satz 1 des Stipendienprogrammgesetzes genannt: „Verlängert sich die Studiendauer aus schwerwiegenden Gründen, wie zum Beispiel einer Behinderung, einer Schwangerschaft, der Pflege und Erziehung eines Kindes oder eines fachrichtungsbezogenen Auslandsaufenthalts, so kann die Förderungshöchstdauer auf Antrag verlängert werden.“

Stipendienbewerberinnen und –bewerber, deren Studium sich über die Regelstudienzeit hinaus verlängert hat, machen in der Stipendienbewerbung Angaben zu den Gründen für die Studienzeitverlängerung.

Studierende, die für die Förderung durch das Deutschlandstipendium ausgewählt wurden, können auch während eines studienfachbezogenen Auslandsaufenthalts gefördert werden, wenn sie für diesen Aufenthalt kein anderes leistungsbezogen vergebenes Stipendium erhalten. Der Auslandsaufenthalt muss der Geschäftsstelle Deutschlandstipendium mitgeteilt werden.

Deutschlandstipendien werden nur auf Antrag bzw. Bewerbung und an der Freien Universität Berlin jeweils zum Wintersemester vergeben. Die Bewerbung ist in der Regel im Sommer vor dem jeweiligen Wintersemester möglich. Bitte informieren Sie sich frühzeitig auf www.fu-berlin.de/deutschlandstipendium im Abschnitt „Studierende“, dort bei „Stipendienbewerbung“. Zur Bewerbung wird ein Online-Formular ausgefüllt und Bewerbungsunterlagen per E-Mail oder postalisch eingereicht. Folgende Unterlagen sind in der Regel für die Bewerbung nötig:

  • das ausgefüllte Online-Bewerbungsformular (wird erst im Rahmen der Ausschreibung freigeschaltet)
  • Immatrikulationsbescheinigung mit Angabe der Fachsemester- und Hochschulsemesterzahl
  • Leistungsnachweise:
  • Kopie der Hochschulzugangsberechtigung/Abitur (nicht von Studierenden in Masterstudiengängen),
  • ggf. Kopie des ersten Hochschulabschlusses oder ein Nachweis über die bisher abgeschlossenen Studienleistungen im ersten Studiengang (wenn das Abschlusszeugnis noch nicht vorliegt),
  • ggf. Leistungsübersicht über bisher erbrachte Studienleistungen (abgeschlossene Module),
  • Bewerberinnen und Bewerber mit Noten aus nicht-deutschen Notensystemen: Bescheinigung über die Umrechnung Ihrer Note in das deutsche Notensystem mit Angabe der umgerechneten, deutschen Note (z. B. Kopie des Prüfberichts von Uni-Assist e.V.)
  • Nachweise Ihrer Auszeichnungen, Erfolge, Preise, Stipendien, Berufstätigkeiten, studentischen Erwerbstätigkeiten, Praktika, außerschulischen und außerfachlichen, ehrenamtlichen Engagements etc. (in Kopie)
  • Ggf. Nachweise zu Aktivitäten im Bereich der Unternehmensgründung (z. B. über die Teilnahme am Business Plan Wettbewerb, Funpreneur Wettbewerb oder über eine erfolgreiche Unternehmensgründung, in Kopie)
  • ein aktuelles, fachliches Gutachten einer/-s Hochschullehrers/-in, Privatdozent/-in oder hauptberuflichen Lehrkraft bzw. Schullehrer/-in wenn Sie noch nicht studiert haben, das für die Bewerbung für das Deutschlandstipendium angefertigt wurde. Es soll sich um eine Lehrkraft Ihres Hauptfachs handeln. Bitte nutzen Sie das Formular, das im Abschnitt Stipendienbewerbung oder in der jeweiligen Ausschreibung zur Verfügung steht.

Mit der jeweiligen Ausschreibung werden die einzureichenden Bewerbungsunterlagen auf der Homepage veröffentlicht. Bitte informieren Sie sich immer aktuell.

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten beruht auf den gesetzlich vorgegebenen Auswahlkriterien. In erster Linie werden die Stipendien aufgrund herausragender Studienleistungen bzw. bei Studienanfängern herausragender Schulleistungen vergeben. Zusätzlich werden besondere Erfolge, Berufstätigkeiten, Praktika, gesellschaftliches, ehrenamtliches Engagement sowie besondere persönliche und familiäre Umstände berücksichtigt. Hierzu zählen z. B. Behinderungen oder chronische Krankheiten, Studium mit Kind oder Pflege von Angehörigen, ein Migrationshintergrund oder ähnliches.

Gesetzliche Grundlage der Vergabe von Deutschlandstipendien ist das Gesetz zur Schaffung eines nationalen Stipendienprogramms (Stipendienprogramm- Gesetz – StipG) vom 21. Juli 2010 (BGBl. I S. 957), geändert durch Gesetz vom 21. Dezember 2010 (BGBl. I S. 2204) in Verbindung mit der Verordnung zur Durchführung des Stipendienprogramm-Gesetzes (Stipendienprogramm-Verordnung – StipV) vom 20. Dezember 2010 (BGBl. I, S. 2197). Die Vergabe der Deutschlandstipendien an der Freien Universität Berlin erfolgt nach der Richtlinie zur Vergabe von Deutschlandstipendien an der Freien Universität Berlin, die das Präsidium der Freien Universität Berlin am 29.08.2011 erlassen hat.

Die Auswahlkommission wird durch das Präsidium eingesetzt und setzt sich unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Studium und Lehre aus mindestens einer Hochschullehrerin oder einem Hochschullehrer aus jeder der folgenden vier Fächergruppen zusammen:

 
1. Naturwissenschaften,
2. Lebenswissenschaften,
3. Geistes- und Kulturwissenschaften,
4. Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, sowie
mindestens einer akademischen Mitarbeiterin oder einem akademischen Mitarbeiter und mindestens einer oder einem Studierenden zusammen.

Die Kommission entscheidet über die Gewährung der Stipendien auf Grundlage der gesetzlich vorgegebenen Auswahlkriterien (s. § 2 Absatz 2 Stipendienprogramm-Verordnung) anhand der Angaben, die Bewerberinnen und Bewerber in ihrer Bewerbung machen. Die Kommissionsentscheidung ist Grundlage der Stipendienbewilligung durch das Präsidium.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Förderung nach dem Stipendienprogramm-Gesetz

Stipendiatinnen und Stipendiaten haben keinerlei Verpflichtungen gegenüber den Förderern, die die Stipendien neben der Bundesregierung zur Hälfte finanzieren (StipG §5 Absatz 2).

Stipendiatinnen und Stipendiaten sind verpflichtet, an der regelkonformen Durchführung des Stipendienprogramms mitzuwirken, indem sie

1. alle Änderungen in den Verhältnissen, die für die Bewilligung des Stipendiums erheblich sind, unverzüglich der Geschäftsstelle Deutschlandstipendium der Freien Universität Berlin mitteilen (StipG §10 Absatz 2),
2. der Freien Universität Berlin die für die Berichterstattung an die Bundesregierung nötigen Daten mitteilen. Diese sind: Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Art des angestrebten Abschlusses, Studienfachrichtung, Semesterzahl, Fachsemesterzahl, Zahl der Fördermonate, Bezug von Leistungen nach dem BAföG (StipG §13 Absatz 2).

Eine Kombination des Deutschlandstipendiums mit anderen begabungs- und leistungsabhängigen materiellen Förderungen ab 30 Euro pro Monat ist nicht möglich. Zu diesen gehören begabungs- und leistungsabhängige Förderungen der Begabtenförderungswerke (eine Auflistung finden Sie hier), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung und sonstiger inländischer und ausländischer Einrichtungen. Liegt eine solche anderweitige Förderung vor, kann das Deutschlandstipendium nicht vergeben werden. 

Förderungen aufgrund von Bedürftigkeit oder anderen Kriterien können dagegen mit dem Deutschlandstipendium kombiniert werden. Ebenso ideele Förderungen z. B. in Form von Mentorenprogrammen etc.

Das Deutschlandstipendium wird nicht auf Förderung nach dem BaföG oder auf Kindergeld angerechnet.