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Ein dicker Hund

Warum Haustiere immer runder werden und was man dagegen tun kann

Nr. 013/2007 vom 14.06.2007

Hund mit Problemzonen

Hund mit Problemzonen
Bildquelle: Photocase

Wellensittiche, die zu dick sind zum Fliegen; Katzen, die aussehen wie eine behaarte Bowlingkugel auf vier Beinen; Hunde, die auf Diät gesetzt werden müssen – alltägliche Fälle für die Tierärzte der Tierklinik der Freien Universität Berlin auf dem Campus Düppel. Denn falsche Ernährung ist nicht nur bei Menschen ein Massenproblem in Deutschland, sondern auch bei Haustieren: Übergewichtig ist knapp ein Drittel der sechs Millionen Hunde und sieben Millionen Katzen, die es sich hierzulande auf Sofakissen bequem machen, die in ihren Körbchen dösen und in Gärten stromern.

„Meist geben die Tierhalter aus falsch verstandener Tierliebe zu viel Futter“, sagt Jürgen Zentek, Professor am Institut für Tierernährung. Und: „Es ist sehr schwer, die Tiere dann wieder auf Normalgewicht zu bringen.“ Eine eiserne Diät und viel Bewegung sind die einzigen Rezepte, die helfen. „Aber wir müssen die Halter kontinuierlich dazu anhalten, diese Diät auch einzuhalten“, sagt Zentek. Denn auch bei Hunden und Katzen gebe es den Jojo-Effekt.

Zwar sei zu viel Futter die Hauptursache für Gesundheitsprobleme von Haustieren, aber häufig werde auch das falsche Futter gegeben. Das komme bei allen Tierarten vor, sagt Zentek. Ihm sind schon Landschildkröten mit Nierenproblemen untergekommen, weil die Halter ihnen zu viel an tierischen Proteinen gaben. Manche Hundehalter kochen ihren Tieren auch mit viel Liebe eigene Mahlzeiten. Dabei vergessen sie aber oft, dass darin zu wenig Calcium enthalten ist. Die Folge: Knochenprobleme. Und einige Hasen und Kaninchen bekommen zu wenig Heu, sodass sich ihre Nagezähne beim Kauen nicht ausreichend abreiben. Die Zähne wachsen dann immer weiter und werden so groß, dass die Nager nicht mehr fressen können.

Was also soll man seinem Haustier geben? Schließlich gibt es knapp 1.000 verschiedene Produkte auf dem Markt. „Das Angebot ist kaum überschaubar“, sagt auch Zentek. Einen allgemeingültigen Ratschlag könne er nicht geben. Ein billiges Futter muss nicht schlechter sein als ein teures. Und vor allem gilt: „Hund ist nicht gleich Hund, Katze nicht gleich Katze.“ Ausprobieren, welches Futter verträglich ist – das sei das beste Verfahren. Und auch dann gilt: bloß nicht zu viel füttern.

Von Ortrun Huber

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Professor Dr. Jürgen Zentek, Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin,
Telefon: 030 / 838-52256, E-Mail: zentek.juergen@vetmed.fu-berlin.de