Schweizerische Schriftstellerin Dorothee Elmiger tritt Gastprofessur der Freien Universität Berlin an
Besetzung und Antrittsvorlesung der 45. Samuel-Fischer-Gastprofessur am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft / Öffentliche Antrittsvorlesung online am 10. November
Nr. 214/2021 vom 29.10.2021
Die schweizerische Schriftstellerin Dorothee Elmiger hat im Wintersemester 2021/22 die 45. Samuel Fischer-Gastprofessur für Literatur am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin inne. In diesem Rahmen unterrichtet die Autorin ein Seminar mit dem Titel „Dokument und Erfindung: Der Fiebertraum im toten Winkel der Geschichte“ am Peter-Szondi-Institut. Das Seminar soll eine kritische Reflexion des literarischen Umgangs mit historischen Dokumenten anstoßen und gleichermaßen eine literarische Werkstatt für die Diskussion eigener Texte sein, die sich im Spannungsfeld von Dokument und Erfindung bewegen. Die öffentliche Antrittsvorlesung findet am 10. November 2021 um 18 Uhr statt. Der Titel des ausschließlich online zugänglichen Vortrags lautet „Über oder gegen den Umgang mit dem Filetierbesteck (in der Literatur)“. Der Link wird am Veranstaltungstag veröffentlicht unter https://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we03/index.html.
Dorothee Elmiger gilt als eine der ästhetisch anspruchsvollsten Nachwuchsschriftstellerinnen und-schriftsteller der Schweiz. In ihren Texten greift sie gesellschaftspolitische Themen in experimenteller Form auf und reflektiert mit sprachlicher Präzision Denk- und Schreibbewegungen. Im Jahr 2009 nahm sie am Nachwuchsprogramm des Ingeborg-Bachmann-Preises teil, bevor 2010 ihr Debütroman „Einladung an die Waghalsigen“ erschien. Bereits für diesen Roman erhielt Elmiger den Aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt und den Rauriser Literaturpreis. In den Jahren 2014 und 2020 folgten mit „Schlafgänger“ und „Aus der Zuckerfabrik“ zwei weitere Romane und weitere Auszeichnungen, unter anderem der Max-Frisch-Förderpreis der Stadt Zürich, der Erich-Fried-Preis (2015) und der Schweizer Literaturpreis (2015) sowie ein Werkjahr der Stadt Zürich. Alle publizierten Romane wurden für den Schweizer Buchpreis nominiert; „Aus der Zuckerfabrik“ war zudem auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Dorothee Elmigers Bücher wurden außerdem in verschiedene Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Neben ihren Romanen publiziert Dorothee Elmiger auch Essays, Montagen und Texte zu Kunst. Im Jahr 2021/2022 ist Dorothee Elmiger außerdem Stadtschreiberin im hessischen Bergen-Enkheim.
Im Rahmen der Antrittsvorlesung am 10. November liest und spricht die Samuel-Fischer-Gastprofessorin zusammen mit ihrem Gast, dem Dramatiker, Lyriker und Hörspielautor Wolfram Lotz. Nach ihren bereits in früheren Jahren gemeinsam angestellten «Mutmassungen über die Wirklichkeit», denken sie nun noch einmal (oder noch immer) über die Darstellung und Bearbeitung, die Wider- und Zerlegung der sogenannten Wirklichkeit nach. In ihrem Gespräch, das sich als behelfsmäßiger Text präsentiert, stellen sie Fragen nach dem richtigen Besteck, dem Scheitern und der idealen Verfassung der Augen der Schriftstellerin und stellen sich zugleich mit Auszügen aus ihrer Arbeit vor.
Kontakt
Leonie Achtnich, Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin, E-Mail: leonie.achtnich@fu-berlin.de
