„Gesunde Umwelt, Gutes Leben für Alle“
Schlussfolgerungen aus dem 6. Umweltbericht der UNEP für Deutschland / Präsentation im Bundespresseamt mit Unterstützung des Forschungszentrums für Umweltpolitik (FFU) der Freien Universität am 22. März 2019
Nr. 067/2019 vom 22.03.2019
Der Zustand der globalen Umwelt und die Wirksamkeit der deutschen Nachhaltigkeitspolitik sind am Freitag in einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung im Bundespresseamt in Berlin erörtert worden. Die Verfasser einer kürzlich vom UN-Umweltprogramm (UNEP) veröffentlichten weltweiten Analyse (GEO-6) stellten ihre Ergebnisse vor, darunter Dr. Klaus Jacob, einer der Hauptautoren des Berichts und Forschungsgruppenleiter am Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität. Er erörterte gemeinsam mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Schlussfolgerungen der Umweltstudie für Deutschland.
Am 13. März hatten die Vereinten Nationen in Nairobi auf ihrer vierten Umweltversammlung ihren sechsten Bericht zum Zustand der globalen Umwelt, den Global Environment Outlook (GEO-6), veröffentlicht. Seine rund 250 Verfasserinnen und Verfasser prüften darin bisherige umweltpolitische Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit, analysierten Prognosen und legten für alle Weltregionen Vorschläge für umweltpolitische Reformen vor. Während der Veranstaltung im Bundespresseamt wurden ihre Ergebnisse vorgestellt und die deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik bewertet.
„Umweltpolitik muss deutlich stärker als bisher Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen bewirken“, sagt Dr. Klaus Jacob, Leiter der Arbeitsgruppe Policy Assessment am Forschungszentrum für Umweltpolitik, die Fragen der Politikfolgenabschätzung untersucht. In wesentlichen Politikressorts, etwa für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landwirtschaft, überwögen allerdings noch immer kurzfristige ökonomische Interessen. Dadurch würden natürliche Ressourcen „übernutzt“. Klaus Jacob betonte, es gebe weltweit gute umweltpolitische Ansätze, von denen auch Industrieländer wie Deutschland lernen könnten.
Bereits im Jahr 1972 haben die Vereinten Nationen ihr „United Nations Environment Programme“ (UNEP) ins Leben gerufen. Der erste Umweltbericht erschien 15 Jahre später auf Initiative der UN-Mitgliederstaaten. Sein Ziel und das seiner fünf Nachfolge-Berichte war es, Handlungsbedarfe zum Zustand der Umwelt aufzuzeigen und damit Umweltpolitik auf wissenschaftlich-empirischer Basis zu unterstützen. Die UN-Umweltberichte dienen dazu, weltweit Regierungen, Unternehmen, Verbände und Organisationen sowie die Weltöffentlichkeit zu informieren und eine Brücke zwischen der Wissenschaft und der Politik zu schlagen.
Die Berichte entstehen in Zusammenarbeit mit den Institutionen der Vereinten Nationen und werden von unabhängigen Expertinnen und Experten erarbeitet und einem Peer Review unterzogen. Die zusammengetragenen Daten und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse stammen aus einer ganzen Bandbreite von Disziplinen und unterschiedlicher geprüfter Quellen.
Dr. Klaus Jacob forscht und lehrt als Politologe am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der Freien Universität in Berlin. Seit 1995 arbeitet er – zunächst als Doktorand, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter und inzwischen als Forschungsgruppenleiter – am Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU). Er erforscht die Folgen umweltpolitischer Maßnahmen und bewertet politische Umwelt- und Nachhaltigkeitsstrategien. Der Politikwissenschaftler berät Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf nationaler wie auch internationaler Ebene, darunter auch die Bundesregierung und die Europäische Kommission.
Weitere Informationen
Weitere Informationen im Internet
- https://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/ffu/aktuell/02_19_UBA_GEO-6_Praesi.html
- Zusammenfassung des Berichts vom Umwelt-Bundesamt: PDF-Dokument zum Download: https://www.unenvironment.org/global-environment-outlook
Kontakt
Dr. Klaus Jacob, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin, Telefon: +49 30 838 54492, E-Mail: klaus.jacob@fu-berlin.de
