Freie Universität und Partnerhochschulen sprechen mit Berichterstatter im Europäischen Parlament über die künftige Rolle der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Forschungsförderung der Europäischen Union
Vizepräsident der Hochschule zu Gespräch in Brüssel
Nr. 278/2018 vom 18.10.2018
Die Freie Universität berät mit europäischen Partnern in Brüssel über das Gewicht der Geistes- und Sozialwissenschaften in der künftigen Forschungsförderung der Europäischen Union (EU). Der Vizepräsident für Forschung, Prof. Dr. Klaus Mühlhahn, spricht dazu gemeinsam mit anderen Vertretern von Universitäten, die im März in einem Positionspapier vor einer weiteren Schwächung dieser Fächergruppen gewarnt haben, mit einem der Berichterstatter im Europäischen Parlament für das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm. In dem im März veröffentlichten Dokument verlangen die mehr als 70 europäischen Universitäten, wissenschaftlichen Einrichtungen und Vereinigungen, die das Papier unterstützten, eine bessere Integration und Stärkung der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm.
Das Papier mit dem Titel „Call on the EU: More Opportunities to Strengthen Social Sciences Humanities“ war im Rahmen der bis Anfang März währenden öffentlichen Konsultation zur Ausgestaltung des nächsten, von 2021 an laufenden EU-Forschungsrahmenprogramms entstanden. „Horizon Europe“ folgt auf das zurzeit laufende Programm Horizon 2020. Nachdem die Europäische Kommission ihren Vorschlag für das Programm im Juni vorgelegt hatte, sollte das Thema der Geistes- und Sozialwissenschaften erneut aufgegriffen werden. Die Vertreter der aus neun Institutionen bestehenden Verfassergruppe wollen mit dem Abgeordneten Dr. Christian Ehler, Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, über die Integration der Disziplinen in das Rahmenprogramm sprechen. Sie haben Sorge, dass die durch die EU-Kommission für die Geistes- und Sozialwissenschaften gesteckten Ziele im Programm Horizon Europe genau wie im aktuellen Rahmenprogramm nicht erreicht werden. Hierüber möchten sie in Dialog mit dem Europäische Parlament treten, da dieses derzeit seine Position zur von der Kommission vorgeschlagenen Programm erarbeitet. In Brüssel erwartet wurden neben dem Vizepräsidenten der Freien Universität Vertreter der Universität Ghent und der Universität Groningen.
In ihrem Papier betonten die Universitäten und Wissenschaftler nicht nur den wichtigen Beitrag, den Geistes- und Sozialwissenschaften für die Lösung gesellschaftlicher und politischer Probleme leisten. Es enthielt außerdem fünf konkrete Empfehlungen für die Ausgestaltung des neuen EU-Forschungsrahmenprogramms: Dazu zählten die Schaffung einer Plattform für die Geistes- und Sozialwissenschaften mit verstärkter interdisziplinärer Zusammenarbeit, die Anerkennung des sozialen und akademischen Wertes wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie die Forderung nach mehr Investitionen in exzellente geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung.
Die Initiative für das ursprüngliche Positionspapier ging von der Ghent University aus und wurde gemeinsam mit der Sapienza Università di Roma, der Tilburg University, der Universitat Oberta de Catalunya, der University of Barcelona, der University of Glasgow, der University of Groningen, der Université libre de Bruxelles, der Université Sorbonne und der Freien Universität Berlin erstellt.
Link zum vollständigen Positionspapier
https://www.fu-berlin.de/sites/bruessel/Ressourcen/18-04-27_SSH-position_27april.pdf
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
- Autorengruppe
Wendy Sonneveld, Sr Policy Advisor European Affairs at Ghent University, Telefon: + 32 9 264 9562, E-Mail: Wendy.sonneveld@ugent.be
- Freie Universität Berlin
Claudia Siegel, EU-Verbindungsbüro Brüssel, Telefon: + 32 493934591 oder +49 30 838-60181, E-Mail: brussels@fu-berlin.de
