"Nacktheit. Ästhetische Inszenierungen in historisch kulturvergleichender Perspektive"
Tagung vom 11. – 13. Januar 2001
Nr. 3/2001 vom 08.01.2001
Seit seiner Vertreibung aus dem Paradies ist der Mensch ständig dabei, sich an- und auszukleiden. Die Geschichte der Menschheit begann mit dem Bewußtsein der Nacktheit. Die Kleidung wurde dabei zur zweiten Haut, an deren Rändern sich die Nacktheit zeigt, so daß das Verborgene und das Sichtbare wie das Verhüllte und das Enthüllte komplementär aufeinander bezogen sind. Die dichotomische Gegenüberstellung von Natur und Kultur läßt sich allerdings nicht in eine einfache Analogie zu Nacktheit und Kleidung bringen.
Deshalb hat sich die Tagung zum Ziel gesetzt, verschiedenste Aspekte der Nacktheit im Kultur- und Medienvergleich in historischer Perspektive zu diskutieren, um narrative, szenische und ikonographische Fragen der Ästhetik und Kulturwissenschaft zu beleuchten. Des weiteren wird der semiotische Stellenwert von Nacktheit und Scham, Intimität und Obszönität, Voyeurismus und Exhibitionismus, Idealisierung und Fetischisierung in kulturell vergleichbaren Mustern diskutiert werden.
Demgemäß gliedert sich die Tagung in die Schwerpunktbereiche Nacktheit im Horizont von Erotik, Sexualität und Pornographie; Nacktheit im Kulturkontakt, Nacktheit als ästhetische Inszenierung und Nacktheit zwischen Ver- und Enthüllungen. Diese Themen werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen (Literatur- und Theaterwissenschaft, Japanologie, Ethnologie, Soziologie, Kunstgeschichte etc.) aus dem In- und Ausland diskutiert.
Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich!
Tagungsort:
AS-Sitzungssaal der FU Berlin, Henry-Ford-Bau, Garystr. 35, 14195 Berlin; U-Bhf. Thielplatz
Weitere Informationen
Dr. Kerstin Gernig, FU Berlin, Graduiertenkolleg "Körper-Inszenierungen", Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin, Tel.: 030/838-50314, Fax: 838-50311, E-Mail: gernig@zedat.fu-berlin.de
