Ernst-Reuter-Tag 2000
Am 4. Dezember feiert die Freie Universität ihre Gründung vor 52 Jahren
Nr. 212/2000 vom 29.11.2000
Die Freie Universität feiert gemeinsam mit der Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde und Förderer der FU am 4. Dezember ihre Gründung vor nunmehr 52 Jahren. Die Veranstaltung im Auditorium Maximum des Henry-Ford-Baus, Garystr. 35, beginnt um 18 Uhr. Nach der Begrüßung wird FU-Präsident, Prof. Dr. Peter Gaehtgens eine neue Diskussionsreihe, das Dahlmer Bildungs-Forum vorstellen. Den Festvortrag zum Thema: "Hochschulen für das neue Jahrtausend" hält der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen. Außerdem werden an diesem Abend drei Ernst-Reuter-Stipendien an Studierende ausländischer Partneruniversitäten der Freien Universität vergeben und junge Nachwuchskräfte mit dem von der Ernst-Reuter-Gesellschaft gestifteten Ernst-Reuter-Preisen beziehungsweise mit dem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanzierten DAAD-Preis ausgezeichnet.
Das Dahlemer Bildungs-Forum der Freien Universität will die Verständigung zwischen Experten und Öffentlichkeit fördern, um die dringend notwendige Bildungsreform weiter voranzutreiben. Hierzu soll ein Diskurs über moderne Bildungsziele, Inhalte und Verfahren der Reform intensiviert werden, damit die Defizite des deutschen Bildungssystems verglichen mit dem Ausland nicht weiter zunehmen.
Das Ernst-Reuter-Stipendienprogramm wurde während der 50-Jahr-Feier der Freien Universität ins Leben gerufen, um besonders qualifizierte Studierende mit einem Stipendium zu fördern. Die Stipendien werden durch Unterstützung privater Mäzene, der Ernst-Reuter-Gesellschaft und öffentlicher Institutionen möglich. Besonderer Wert wird auf die intensive persönliche Betreuung der Stipendiaten gelegt, die der Freien Universität auf Dauer verbunden sein sollen.
Die Ernst-Reuter-Preise werden jährlich an die vier "besten" Dissertationen des Vorjahres vergeben. Quer über die Fachdisziplinen begutachtet eine Kommission die von den Fachbereichen vorgeschlagenen Dissertationen. Das Preisgeld beträgt je Dissertation 10 000 DM.
Der DAAD-Preis richtet sich an ausländische Studierende. Die Freie Universität vergibt den mit 2000 DM dotierten Preis für eine hervorragende Abschlußarbeit des ersten Studienabschlusses, also eine Magister- oder Diplomarbeit.
Wir laden Sie herzlich ein, an der Festveranstaltung am 4. Dezember um 18 Uhr im Henry-Ford-Bau, Gary Str. 35 teilzunehmen.Nähere Informationen finden Sie unter:
http://www.fu-berlin.de/aktuell/ernst-reuter
Nähere Informationen zu den Stipendiaten und Preisträgern finden Sie auf der folgenden Seite:
Ernst-Reuter-Preisträger 2000 für hervorragende Dissertationen:
1. Dr. Matti Kiupel: Prognostische Faktoren zur Beurteilung von caninen malignen Lymphomen. Fachbereich Veterinärmedizin. Geschwulsterkrankungen zählen bei Hunden zu den häufigsten Krankheiten und Todesursachen. Die Studie führt erstmalig zur sicheren prognostischen Bewertung von malignen Lymphomen des Hundes als Basis einer chemotherapeutischen Behandlung und ist damit von grundlegender Bedeutung für die klinische Onkologie in der Veterinärmedizin.
2. Dr. Frank Bayreuther: Die konzernrechtliche Behandlung wirtschaftlich existentiell abhängiger Unternehmen. Fachbereich Rechtswissenschaft. Frank Bayreuther geht in seiner Dissertation der Frage nach, wie wirtschaftlich von einem anderen Konzern abhängige Unternehmen sinnvoll geschützt werden können, obgleich es in der deutschen Zivilrechtsordnung keinen Sozial- und Existenzschutz für wirtschaftlich abhängige Unternehmen gibt. Als Lösung bietet er ausgewählte konzernrechtliche Rechtsinstitute an.
3. Tobias Döring: Caribbean-English Passages. Intertectuality in a Postcolonial Tradition. Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften. In seiner Arbeit untersucht Tobias Döring Positionen und Strategien englischsprachiger Literatur aus der Karibik vom 18. bis 20. Jahrhundert. Dabei geht es um die spannungsvolle Auseinandersetzung mit dem literarischen Erbe Europas.
4. Dr. Astrid Sasse: Neue Liganden des Histamin-H3-Rezeptors: Synthese, Analytik, Pharmakologie und Strukturwirkung. Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie. Die Arbeit von Astrid Sasse beschäftigt sich damit, inwieweit durch eine gezielte chemische Synthese Agonisten zum körpereigenen Wirkstoff Histamin hergestellt werden können. Dies könnte neue Behandlungsmöglichkeiten bei der Volkskrankheit Migräne eröffnen.
Ernst-Reuter-Stipendiaten 2000
1. Yuki Ono studiert seit 1997 Jura an der Partneruniversität Chuo University Tokio. Ihren Aufenthalt an der FU möchte sie für Studien zur Rechtsphilosophie und zum Strafrecht nutzen.
2. Mandana Covindassamy bereitet an der FU ihre Magisterarbeit zu Robert Walsers Dramoletten vor, in der sie Walsers Umarbeitungen von "Aschenbrödel", "Schneewittchen" oder "Dornröschen" mit den Grimmschen Originalen vergleicht. Die Direktaustauschstipendiatin studiert seit 1999 an der École Normale Supérieure, Paris, Neuere Deutsche Literatur.
3. Gabriel Trop hat sein Studium German Studies im Juni 1999 an der Stanford University mit dem Master’s Degree abgeschlossen. Er plant eine Dissertation zum frühen deutschen Film in der Weimarer Republik. Während seines Berlinaufenthaltes wird er daher u.a. im Archiv der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie im Bundesfilmarchiv forschen.
Die Preisträgerin des DAAD-Preises
Renata Lewinska-Wigger erhält in diesem Jahr den von der FU verliehenen DAAD-Preis für ihre Hausarbeit mit dem Thema "Deutschland als Urlaubsreiseziel für polnische Touristen" Danach nimmt Deutschland in der Rangfolge der Auslandsreiseziele polnischer Touristen den ersten Platz ein, als reines Urlaubsziel gilt es aber nicht. Die Krakauerin Renata Lewinska-Wigger absolvierte den Studiengang Tourismus mit den Schwerpunkten Management und regionale Fremdenverkehrsplanung an der FU.
