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Journalisten-Kolleg an der Freien Universität gegründet

Die ersten zehn Fellows sind ausgewählt und kommen im Oktober nach Berlin

Nr. 44/1999 vom 25.03.1999

Das neugegründete Journalisten-Kolleg an der FU Berlin hat erstmalig zehn Fellowships vergeben, die Journalistinnen und Journalisten aus Ost- und Westeuropa sowie den USA einen zweisemestrigen Studien- und Arbeitsaufenthalt in Berlin ermöglichen. Die Stipendien gingen an Redakteure der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ-Folio) und des niederländischen "Algemeen Dagblad", an die Leiterin des Wirtschaftsressorts der bulgarischen Zeitung "Trud", an insgesamt vier Feuilletonjournalisten aus Rußland, Slowenien, den Niederlanden sowie von der Schweizer Kulturzeitschrift "du", an zwei deutsche Wissenschaftsjournalistinnen und an eine Redakteurin des oppositionellen Belgrader Lokalradios B 92.

Das Programm beginnt im Oktober und soll es den Fellows ermöglichen, an eigenen Recherchevorhaben zu arbeiten sowie die Seminarangebote der Berliner Universitäten für ihre Weiterbildung zu nutzen. Das Projekt wird von namhaften Stiftungen und Unternehmen finanziert – darunter die Fazit-Stiftung (Frankfurter Allgemeine Zeitung), die Karl-Gerold-Stiftung (Frankfurter Rundschau), die Neue Zürcher Zeitung, die Haniel-Stiftung, die Stiftung "Preußische Seehandlung" und die Stiftung "Brandenburger Tor" sowie die Siemens AG. Auch zwei Parteistiftungen, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Hanns-Seidel-Stiftung, beteiligen sich an dem Programm – ebenso wie das Bundespresseamt, das den ausländischen Fellows zum Beginn ihres Aufenthaltes eine Informationsreise durch Deutschland finanziert.

170 Journalisten aus ganz Europa und den USA hatten sich um ein Fellowship beworben. Die Auswahl eines amerikanischen Teilnehmers, der vom Deutschen Programm für transatlantische Begegnung gesponsert wird, steht noch aus.

Das Fellowship-Programm will Brücken zwischen Ost- und Westeuropa und zwischen Europa und den USA bauen. Journalisten sollen sich stärker international vernetzen, aber auch Gelegenheit zur Wissensauffrischung und -vertiefung sowie zur gründlichen Recherche wichtiger und von den Medien vernachlässigter Themen erhalten. Initiiert hat das Projekt, das sich an amerikanische Vorbilder in Harvard und Stanford anlehnt, der Berliner Publizistik-Professor Stephan Ruß-Mohl.

Die Europäischen Journalisten-Fellowships bilden eines von drei Programmen, die das Journalisten-Kolleg der FU anbieten wird. Hinzukommen wird ebenfalls noch 1999 ein Stipendienprogramm für junge russische Journalisten, das der frühere Intendant des SFB, Professor Günther von Lojewski, auf Anregung des Bundespräsidenten und mit finanzieller Unterstützung der Berliner Lottostiftung einrichtet.

Tragende Säule des Journalisten-Kollegs bleibt die Journalisten-Weiterbildung, die bereits 1987 an der FU als regulärer Studiengang eingerichtet wurde und Journalisten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum Gelegenheit bietet, berufsbegleitend ein Hochschulstudium zu absolvieren. Alle drei Programme sind seit Mitte März 1999 unter dem gemeinsamen Dach des Journalisten-Kollegs an ihrem neuen Standort, Kiebitzweg 3, in Dahlem untergebracht.

Weitere Informationen

Dr. Hartmut Weßler, Journalisten-Kolleg, Kiebitzweg 3, 14195 Berlin, Tel.: 030/838-3370, -3366; e-mail: jwb@zedat.fu-berlin.de