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Gender Lunch Talk mit Martina Erlemann (FU Berlin, Institut für Physik)

28.01.2021 | 12:30 - 13:30

Gender und Diversität in den Naturwissenschaften. Perspektiven der Fachkulturforschung

In den oberen Rängen vieler Naturwissenschaften überwiegt der Anteil weißer, hegemonial männlich markierter Personen aus bildungsnahen Schichten. Inwiefern die Ursachen dieses Befunds in den naturwissenschaftlichen Fächern selbst verankert sind, untersucht jene Ausrichtung der Fachkulturforschung, die sich innerhalb der Gender Studies für MINT verortet. Fachkulturen zeichnen sich durch komplexe Gefüge von Handlungsroutinen, Einstellungen, impliziten Regeln und Ritualen, den Alltagsroutinen und -praktiken aus, in denen die Zugehörigkeit zu einer wissenschaftlichen Gemeinschaft hergestellt und als selbstverständlich wahrgenommen und erfahren wird. Der Kulturbegriff hierbei beruft sich unter anderem auf die Soziologie Pierre Bourdieus.

Die Vielschichtigkeit der Fachkulturen wird in den Gender Studies in MINT mit qualitativen sozialwissenschaftlichen Erhebungsverfahren analysiert, insbesondere mit ethnografischen Methoden, bestehend aus teilnehmenden Beobachtungen und offenen Interviews. Einschlägige Studien der Fachkulturforschung kommen zum Ergebnis, dass sich erfolgreiche Karrieren im MINT-Bereich für Frauen*, People of Color oder Personen aus bildungsfernen sozialen Schichten schwieriger gestalten. Der Lunch Talk stellt den Ansatz der Fachkultur und seine Anwendbarkeit anhand von abgeschlossenen und laufenden Forschungsvorhaben zur Fachkultur der Physik in Lehre und Forschung vor.

Die Veranstaltung richtet sich an: Mitarbeiter/innen der Freien Universität Berlin, Studierende, Forschende, Externe

Zeit & Ort

28.01.2021 | 12:30 - 13:30

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Weitere Informationen

PD Dr. Susanne Lettow, E-Mail-Adresse: susanne.lettow@fu-berlin.de