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Aldo Capitini, der italienische Gandhi

15.11.2018 | 09:00 - 18:30

Tagung des Italienzentrums in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Berlin

Idee / Moderation: Prof. Luigi Reitani, Dr. Francesco Pistolato (Udine)

Teilnehmer*innen: Prof. Rocco Altieri (Università di Pisa), Lanfranco Binni (Fondo Walter Binni, Roma), Roberto Fantini (Roma), Prof. Giuliano Pontara (Stockholms Universiteit), Prof. Dr. Werner Wintersteiner (Alpen-Adria Universität Klagenfurt)

Aldo Capitini (Perugia 1899 - ebendort 1968) spielte in der Pazifismusdebatte im Italien der Nachkriegszeit eine bedeutende Rolle. Während der sozialen Unruhen der 60er Jahre versuchte er, ein gewaltfreies politisches Programm innerhalb der Student*innenbewegung einzuführen. Capitini war der Initiator des Friedensmarschs Perugia-Assisi, der bis heute jährlich stattfindet.

Philosoph und Pädagoge, war Capitini ein Anhänger humanitärer Ideale mit christlichen Anklängen, allerdings ohne theologischen Dogmatismus und kirchliche Hierarchien. Als Theoretiker der Gewaltlosigkeit widersetzte er sich dem Faschismus. Nach dem Krieg vertrat er die Ideale religiöser Freiheit, direkter Demokratie und die Ideen des Pazifismus. Hierbei setzte Aldo Capitini immer auf ein wechselseitiges Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. In Perugia gründete er zusammen mit Gleichgesinnten die Centri di orientamento sociale („Zentren für soziale Orientierung“, seit 1944), die Centri di orientamento religioso („Zentren für religiöse Orientierung“, seit 1952), und die Consulta italiana per la pace („Italienischer Rat für Frieden“).

Seit 1956 lehrte er Pädagogik, zunächst an der Università di Cagliari, dann an der Università di Perugia.

Die bekanntesten seiner zahlreichen Publikationen sind: Elementi di un’esperienza religiosa (1937); Atti della presenza aperta (1943); Saggio sul soggetto della storia (1947); Religione aperta (1955); L’obiezione di coscienza in Italia (1959); La non-violenza oggi (1962); Scuola aperta (1967); Il potere di tutti (post., 1969) – auf Deutsch übersetzt als Technik des gewaltlosen Widerstands (1969).

Zeit & Ort

15.11.2018 | 09:00 - 18:30

Italienisches Kulturinstitut Berlin, Hildebrandstr. 2, 10785 Berlin-Tiergarten

Weitere Informationen

Italienzentrum, Fon: +49-(0)30-838 50455, E-Mail: italzen@zedat.fu-berlin.de, Web: www.fu-berlin.de/italienzentrum