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„Wunden zeigen: Tanz als Medium des politischen Widerstands, der Transformation und der Heilung“

02.07.2018 | 19:00

Abschlussveranstaltung der ägyptischen Choreografin, Tänzerin und Schriftstellerin Nora Amin als Valeska-Gert-Gastprofessorin der Freien Universität

Die ägyptische Choreografin, Tänzerin und Schriftstellerin Nora Amin hat im Sommersemester 2018 die Valeska-Gert-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne. Sie unterrichtete in diesem Rahmen ein Seminar mit dem Titel Performing Trauma: Dance as a Medium of Political Resistance, Transformation, and Healing (Wunden zeigen: Tanz als Medium des politischen Widerstands, der Transformation und der Heilung).

Nora Amin (geboren 1970 in Kairo) ist seit 1993 in der freien Theater- und Tanzszene Ägyptens ebenso tätig wie auf dem Feld der zeitgenössischen ägyptischen Literatur. Seit ihrem Regiedebüt im Jahr 2000 gilt sie als eine der Schlüsselfiguren des neuen ägyptischen Theaters. Sie war Gründungsmitglied der Modern Dance Company des Cairo Opera House und arbeitete als Dozentin und Übersetzerin an der Kunstakademie Kairo. Im Jahr 2000 gründete sie ihre eigene unabhängige Theatergruppe in Kairo. In der Gruppe mit dem Namen Lamusica entwickelte sie ihren eigenen choreografischen Stil für Körpertheater, Tanz und Pantomime. Von 2001 an dehnte Nora Amin ihre Arbeit auf die internationale Szene aus.

In Tanz und Choreografie liegt Nora Amins Schwerpunkt in der Arbeit an der authentischen Bewegung und der physischen sowie emotionalen Erinnerung. Ihr Ziel ist es, ein persönliches Vokabular zu schaffen, das als lebendiges und physisches Zeugnis von Identität und Erinnerung fungieren kann. In diesem Zusammenhang arbeitete sie mit Opfern von Folter, Gewalt und sexuellen Übergriffen sowie Darstellerinnen und Darstellern, die in der Lage sind, diese Erfahrungen in Tanz und Bewegung zu übertragen. Nora Amins neuestes und laufendes Projekt ist eine Recherche zu „Performing Trauma“, in der sie die Entstehung einer Choreographie untersucht, die auf der Erfahrung eines traumatisierten Körpers basiert. Es geht ihr dabei darum, Schmerz und Trauma durch Bewegung und Körperlichkeit zu kommunizieren, die ursprüngliche Erfahrung zu überwinden und durch performative Praktiken einen Heilungsprozess zu beschreiten.

Nora Amin veröffentlichte drei Novellen, vier Sammlungen von Kurzgeschichten und ein Audiobuch; sie übersetzte 15 Bücher über Theater und Tanz. Nora Amin ist die Autorin des ersten arabischsprachigen Buches über Theater und Menschenrechte. Im Jahr 2007 war sie Mitveranstalterin eines Storytelling-Workshops für weibliche Opfer des Bürgerkriegs im Sudan.

Die Valeska-Gert-Gastprofessur ist eine Kooperation des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Akademie der Künste.

Zeit & Ort

02.07.2018 | 19:00

Akademie der Künste (Blackbox) Pariser Platz 4, 10117 Berlin (S- und U-Bhf. Brandenburger Tor, Bus TXL, Bus 100, Bus 200