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Abstimmen über die Zukunft des Semestertickets

Studierende der Freien Universität entscheiden vom 21. bis 23. November, ob es das Semesterticket weiterhin geben wird

13.11.2017

„Weil wir es lieben“: Vom 21. bis 23. November sind alle Studierenden aufgerufen, über die Zukunft des Semestertickets abzustimmen.

„Weil wir es lieben“: Vom 21. bis 23. November sind alle Studierenden aufgerufen, über die Zukunft des Semestertickets abzustimmen.
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Ob Bus oder Bahn, zur Uni oder zum Treffen mit Freunden: Täglich nutzen Studierende die öffentlichen Verkehrsmittel, um in Berlin von A nach B zu kommen. Doch der Vertrag über das Semesterticket mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) läuft zum Sommersemester 2018 aus. In einer Urabstimmung können die Studierenden nun entscheiden, ob sie das Semesterticket behalten wollen. Ein „Ja“ zum Ticket würde den Vertrag um weitere drei Semester verlängern – vorerst ohne Preiserhöhung. Bei einem „Nein“ fiele das Semesterticket weg – und Studierende müssten auf die regulären und teureren Monatskarten, auf das Fahrrad oder das Auto umsteigen. Campus.leben sprach mit Beryl Bömer, der Semesterticketbeauftragten des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Freien Universität Berlin.

Frau Bömer, wieso ist es wichtig, dass die Studierenden zur Urabstimmung gehen?

Beryl Bömer: Damit das Semesterticket erhalten bleibt, muss ein Quorum erfüllt werden: Mindestens zehn Prozent aller Studierenden der Freien Universität müssen für das Ticket stimmen. Nur wenn das erreicht wird, ist die Urabstimmung gültig. Dem AStA der Freien Universität und dem SemTix Berlin – dem Zusammenschluss der Semesterticketbeauftragten der Berliner Hochschulen – ist es wichtig, dass es das Ticket weiterhin geben wird. Außerdem sollten Studierende natürlich generell ihr Recht zur Mitbestimmung wahrnehmen.

Was passiert, wenn sich weniger als zehn Prozent an der Abstimmung beteiligen?

Dann ist sie ungültig und die Fortführung des Semestertickets gilt als abgelehnt. Der AStA hat dann zunächst keine Befugnis, einen Vertrag zu unterschreiben. Das bedeutet: Es wird im kommenden Wintersemester kein Semesterticket für die Studierenden der Freien Universität geben.

Was ist die Alternative zur Vertragsverlängerung mit dem VBB?

Kein Semesterticket für die Studierenden der Freien Universität. Sie müssten sich dann selbst um Fahrkarten oder andere Transportwege kümmern. Theoretisch könnten die Studierenden natürlich auch demonstrieren gehen und eine Preissenkung des Beitrags für das Semesterticket fordern. Der Preis ist schließlich auch eine politische Entscheidung. In der Praxis ist dies bislang aber nicht passiert.

Wie viel zahlen Studierende aktuell für das Semesterticket?

Aktuell zahlen Studierende 193,80 Euro für das ganze Semester. Mit 32,30 Euro pro Monat ist das Semesterticket neben dem Sozialticket das günstigste Abo-Ticket in Berlin. Der VBB bietet uns den Preis für weitere drei Semester an. Das haben wir dem Senat zu verdanken, der sich dafür eingesetzt hat, dass das Semesterticket zunächst nicht teurer wird.

Zum Vergleich: Ein reguläres Azubi-Ticket des VBB für den Tarifbereich Berlin ABC kostet monatlich aktuell 76,10 Euro, für eine reguläre Monatskarte zahlt man bereits 100,50 Euro. Mit dem Wegfall des Tickets würde es für die Studierenden also erheblich teurer werden, Bus und Bahn weiter zu nutzen.

Wie wird es nach dieser Urabstimmung weitergehen?

Die Studierendenvertretungen stehen zurzeit in Verhandlung mit dem VBB über die Fortführung des Semestertickets nach dem Sommersemester 2019. Ziel ist ein unbefristeter Vertrag mit einer Ausstiegsklausel. In diesen Vertrag sollen die kommenden, schon zu erwartenden Preissteigerungen des Semestertickets an die Steigerung der normalen Ticketpreise für den Tarifbereich ABC gebunden werden, was in den vergangenen Jahren nicht der Fall war.  

Welche Möglichkeiten haben Studierende, die das Semesterticket nicht bezahlen können?

Studierende mit niedrigem Einkommen können einen Antrag stellen, um die Kosten aus dem Sozialfonds des AStA erstattet zu bekommen. Die Frist dafür liegt immer einige Wochen vor Semesterbeginn. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des AStA.

Für welchen Tarifbereich ist das Ticket gültig? Welche Vorteile bietet das Ticket sonst noch? Und was sollte man im Hinblick auf die Gültigkeit beachten?

Aktuell ist das Semesterticket im Bereich Berlin-ABC gültig. Es ist wichtig, immer einen gültigen Personalausweis dabei zu haben, nur dann gilt der Studierendenausweis als Fahrkarte. Mit Einführung der Campuscard entfällt diese Bedingung, sofern ein Foto auf der Karte vorhanden ist. Damit das Semesterticket seine Gültigkeit behält, darf der Papierausweis nicht laminiert werden.

Kinder dürfen bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr kostenlos mitfahren. Ein Fahrrad können Studierende ebenfalls kostenfrei mitnehmen.

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