13170 Übung

WiSe 12/13: Living History

Stefanie Samida und Georg Koch

Kommentar

Die erlebnisorientierte Vermittlung historischer Themen hat seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts stetig zugenommen. Darunter fallen auch jene geschichtskulturellen Ausprägungen, die unter dem Label ‚Living History' firmieren. Unter diesem englischen Begriff ist eine aus den USA stammende Präsentation von Geschichte zu fassen, die im Deutschen in der Regel mit ‚lebendige/wiederbelebte/belebte Geschichte' oder ‚Geschichte erleben' umschrieben wird. Es geht dabei um den Nachvollzug vergangener Lebensverhältnisse. Diese Art der Geschichtsdarstellung und Geschichtsaneignung findet vornehmlich - aber nicht nur - in Freilichtmuseen und im Rahmen von Events statt; sie ist dort beim Publikum aufgrund des ‚Mitmach'-Charakters, also eines authentische Erfahrungen versprechenden Ansatzes, beliebt. In den letzten Jahren haben solche Darstellungen vermehrt auch in Fernsehdokumentationen und sogenannte ‚Doku-Soaps' (z. B. Schwarzwaldhaus 1902; Steinzeit - Das Experiment) Einzug gehalten. In dem Workshop wollen wir uns mit dieser Art der Geschichtsinszenierung beschäftigen; dabei möchten wir den Fokus besonders auf die bislang wenig beachtete, aber öffentlich sehr präsente Ur- und Frühgeschichte legen. Dazu wollen wir gemeinsam einschlägige Lektüre lesen und über die verschiedenen Konzepte von Living History diskutieren. Ein gemeinsamer Besuch von Living History-Veranstaltungen ist geplant (Museum und/oder sog. ,Mittelaltermarkt'). Darüber hinaus werden wir uns der Analyse von Re-Enactments in unterschiedlichen Fernsehformaten (Dokumentationen, Doku-Soaps) widmen. Praktiker werden in den Workshop gleichfalls miteinbezogen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ziel des Workshops ist es, nicht nur in das weite Feld der Living History, sondern auch exemplarisch in Methoden der Film- und Fernsehanalyse, Beobachtung und Interviewvorbereitung einzuführen. Einführende Literatur: J. Carstensen/U. Meiners/R.-E. Mohrmann (Hrsg.), Living History im Museum. Möglichkeiten und Grenzen einer populären Vermittlungsform. Beiträge zu Volkskultur in Nordwestdeutschland 111 (Münster u. a. 2008); Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen (DASV) e.V. (Hrsg.), Vermittlung von Vergangenheit. Gelebte Geschichte als Dialog von Wissenschaft, Darstellungen und Rezeption (Weinstadt 2011); H. Duisberg (Hrsg.), Living History in Freilichtmuseen: Neue Wege der Geschichtsvermittlung (Rosengarten-Ehestorf 2008); M. Glaser/B. Garsoffky/S. Schwan, Re-enactments in archäologischen Fernseh-Dokumentationen und ihr Einfluss auf den Rezeptionsprozess. In: K. Arnold/W. Hömberg/S. Kinnebrock (Hrsg.), Geschichtsjournalismus. Zwischen Information und Inszenierung (Münster 2010) 235-249; E. Keefer (Hrsg.), Lebendige Vergangenheit: Vom archäologischen Experiment zur Zeitreise (Stuttgart 2006), B. Pleitner, Living History. Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 62/3&4, 2011, 220-233. Schließen

16 Termine

Regelmäßige Termine der Lehrveranstaltung

Do, 18.10.2012 14:00 - 16:00
Do, 25.10.2012 14:00 - 16:00
Do, 01.11.2012 14:00 - 16:00
Do, 08.11.2012 14:00 - 16:00
Do, 15.11.2012 14:00 - 16:00
Do, 22.11.2012 14:00 - 16:00
Do, 29.11.2012 14:00 - 16:00
Do, 06.12.2012 14:00 - 16:00
Do, 13.12.2012 14:00 - 16:00
Do, 20.12.2012 14:00 - 16:00
Do, 10.01.2013 14:00 - 16:00
Do, 17.01.2013 14:00 - 16:00
Do, 24.01.2013 14:00 - 16:00
Do, 31.01.2013 14:00 - 16:00
Do, 07.02.2013 14:00 - 16:00
Do, 14.02.2013 14:00 - 16:00

Studienfächer A-Z