WiSe 17/18  
Philosophie und...  
30 LP Mittellat...  
Lehrveranstaltung

Institut für Griechische und Lateinische Philologie (WE 2)

30 LP Mittellateinische Philologie

070b_m30
  • M1 Methoden und Grundlagen der Mittellateinischen Philologie

    070bA1.1
    • 16320 Vorlesung
      Von Franziskus zu Bonaventura: Theologie und Philosophie der frühen Franziskaner (Bernd Roling)
      Zeit: Mi 16:00-18:00 (Erster Termin: 18.10.2017)
      Ort: JK 31/125 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Franziskus mochte ebenso revolutionär wie egalistisch gewesen sein, doch schon seine Schüler der ersten Generation mußten realisieren, daß sie den Geist des Erzheiligen auch an die Universitäten zu tragen hatten. Spiritualität und intellektuelle Durchdringung der Theologie, Skepsis gegenüber einem zu weitreichenden Rationalismus, die philosophische Absicherung der Dogmatik und die Auseinandersetzung mit den großen Herausforderungen, vor die vor allem die Philosophie des Aristoteles die Theologie des 13. Jahrhunderts gestellt hatte, betrafen die Franziskaner ebenso wie die weltlichen Kleriker. Franziskaner gehörten zu den ersten Hörern an der Universität Oxford, Franziskaner besetzten die ersten Ordenslehrstühle in Paris; sie sollten mit ihren Konkurrenten aus dem Dominikanerorden zur Avantgarde des Christentums werden. Die Bandbreite ihrer ersten Denker reicht weit, vom technophilen Vertreter der Oxforder Franziskanerschule und Erben Robert Grossetestes, Roger Bacon, über Lichtmetaphysiker wie den Erzbischof von Canterbury John Peckham bis zu dem Verfasser der Summa Halensis, Alexander von Hales. Über allen aber steht der siebte General des Ordens, Bonaventura, in dessen breitgefaßtem Werk sich eine avicennistische Theologie mit tiefer Frömmigkeit und erbaulichen Schriften wie dem ‚Itinerarium mentis in Deum’, die zu Klassikern der christlichen Literatur werden sollten, vereinigen konnten. In der Vorlesung soll ein Überblick über die Franziskanertheologen des 13. Jahrhunderts gegeben werden.

      Literaturhinweise

      Arthur Armstrong (Hg.), The Cambridge History of Late Antique and Early Medieval Philosophy, Cambridge 2005; Kurt Flasch, Das philosophische Denken im Mittelalter, Stuttgart 2006, Theo Kobusch, Philosophie des Hoch- und Spätmittelalters (Geschichte der Philosophie 5), München 2011.

  • M2 Frühchristliche und karolingische Literatur

    070bA1.2
    • 16321 Seminar
      England zwischen Heidentum und Christentum: Beda Venerabilis und seine Zeit (Bernd Roling)
      Zeit: Do 12:00-14:00 (Erster Termin: 19.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Im Seminar soll eine Auswahl der Werke Bedas gelesen werden. Der Schwerpunkt wird, wie zu erwarten, auf der ‚Historia ecclesiastica’ liegen. Alle Texte werden zur Verfügung gestellt.

      Literaturhinweise

      Beda Venerabilis, Kirchengeschichte des englischen Volkes, übersetzt von Günther Spitzbart (mit dem Text der Ausgabe von Bertram Colgrave), Darmstadt 2007, Benedicta Ward, The venerable Bede, London 1990, Peter Hunter Blair, The World of Bede, Cambridge 1970, Scott DeGregorio, The Cambridge Companion to Bede the Venerable, Cambridge 2010.

  • M3 Materielle Überlieferungskunde

    070bB1.1
    • 16321 Seminar
      England zwischen Heidentum und Christentum: Beda Venerabilis und seine Zeit (Bernd Roling)
      Zeit: Do 12:00-14:00 (Erster Termin: 19.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Im Seminar soll eine Auswahl der Werke Bedas gelesen werden. Der Schwerpunkt wird, wie zu erwarten, auf der ‚Historia ecclesiastica’ liegen. Alle Texte werden zur Verfügung gestellt.

      Literaturhinweise

      Beda Venerabilis, Kirchengeschichte des englischen Volkes, übersetzt von Günther Spitzbart (mit dem Text der Ausgabe von Bertram Colgrave), Darmstadt 2007, Benedicta Ward, The venerable Bede, London 1990, Peter Hunter Blair, The World of Bede, Cambridge 1970, Scott DeGregorio, The Cambridge Companion to Bede the Venerable, Cambridge 2010.

    • 16322 Seminar
      Utopie und Empirie: Francis Bacons lateinische Schriften (Bernd Roling)
      Zeit: Mi 12:00-14:00 (Erster Termin: 18.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Wie kaum ein Autor der englischen Renaissance steht der Name des Barons von Verulam, Francis Bacon (1561–1626), für den Beginn der philosophischen Moderne und die Etablierung einer auf konkreter Erfahrung beruhenden Herangehensweise, die gern mit dieser Moderne gleichgesetzt wird. De facto kann er für all ihre Ambivalenzen stehen. Nachdem Bacon über mehrere Jahre als Berater am Hofe Königin Elisabeths I. und König Jakobs I. mit wechselndem Erfolg und gediegener Skrupellosigkeit auf die Politik Einfluß zu nehmen versucht hatte, zog er sich als Schriftsteller zurück und verfaßte – größtenteils auf Latein – jene Werke, für die er heute berühmt ist: seine ‚Essays’, seine Interpretation der antiken Mythologie, die ‚Sapientia veterum’, aber vor allem das ‚Novum organon’, seine berühmte Erkenntnislehre. Was stand der wahren Erkenntnis als Hindernis entgegen, damit aber auch dem intellektuellen Fortschritt der Menschheit? Bacon nennt diese Hindernisse idola, Hemmnisse, die sich aus der Tradition, der Konvention, aber auch dem falschen Sprachgebrauch der Philosophen entwickeln können. Nur wer sich von ihnen zu befreien imstande war, konnte zum Wissen über die Naturordnung vordringen. Dem ‚Organon’ an die Seite stellt Bacon die Utopie eines Staates, dessen Mitglieder die Erkenntnis bereits erreicht haben, die ‚Nova Atlantis’, einen Elitestaat, der von totalitären Elementen nicht frei ist. Im Seminar soll eine Auswahl der lateinischen Werke Bacons im Original gelesen und interpretiert werden. Alle Texte werden zur Verfügung gestellt.

      Literaturhinweise

      Francis Bacon, Neues Organon, lateinisch – deutsch, hg. von Wolfgang Krohn, Hamburg 1990, Francis Bacon, Neu-Atlantis, Stuttgart 1980, Markku Peltonen, The Cambridge Companion to Francis Bacon, Cambridge 1996.

    • 16324 Seminar
      Bibelepik (Susanne Schäfer)
      Zeit: Fr 12:00-14:00 (Erster Termin: 20.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)
  • M4 Lateinische Literatur des Hoch- und Spätmittelalters

    070bB1.2
    • 16323 Lektürekurs
      Klassiker der mystischen Literatur des Spätmittelalters (Bernd Roling)
      Zeit: Do 16:00-18:00 (Erster Termin: 19.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Die mystische Literatur gehört zu den vielen großen Kontinuitäten zwischen Hoch- und Spätmittelalter: Hatten sich im 13. Jahrhundert Schlüsselgestalten wie Gertrud von Helfta, Mechthild von Magdeburg oder Mechthild von Hackeborn um eine individuelle Spiritualität bemüht und dabei eine Gotteserfahrung beschrieben, deren Intensität sich nur noch in metaphorisch-komplexer Bildsprache artikulieren konnte, so sollten in der Folgezeit andere Figuren den Faden ihrer großen Vorgängerinnen wieder aufnehmen. Neben Zeugnissen der Leidensmystik, die wie Dorothea von Montau in Hingabe an und Identifikation mit dem Erlöser dessen Passion in schmerzhaften Details nachvollzogen, finden wir hier auch komplexe philosophisch reflektierte Aufstiegs- und Einigungserfahrungen, die oft nur knapp die Häresie streifen oder, wie im Fall der Margaretha Porete, auch zu einer solchen erklärt werden. Die sancta simplicitas einer Agnes Blannbekin oder Christine Ebner, die sich in empathischer Innigkeit an den Gottessohn schmiegten, konnte hier neben der visionären Hellsichtigkeit der hochadeligen Madonna des Nordens, der Heiligen Birgitta von Schweden stehen, bei der sich mystische Erfahrung und mahnendes Prophetentum abwechselten. Im Seminar sollen Auszüge dieser und anderer Autorinnen gelesen werden. Alle Texte werden zur Verfügung gestellt.

      Literaturhinweise

      Stefan Flemming, Hagiographie und Kulturtransfer. Birgitta von Schweden und Hedwig von Polen, Berlin 2011, Cordelia Heß, Heilige machen im spätmittelalterlichen Ostseeraum. Die Kanonisationsprozesse von Birgitta von Schweden, Nikolaus von Linköping und Dorothea von Montau, Berlin 2008, Elizabeth Andersen (Hg.), A companion to mysticism and devotion in northern Germany in the late middle ages, Leiden 2014.

    • 16324 Seminar
      Bibelepik (Susanne Schäfer)
      Zeit: Fr 12:00-14:00 (Erster Termin: 20.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)
  • M5 Gattungen und Gattungstheorie

    070bB1.3
    • 16321 Seminar
      England zwischen Heidentum und Christentum: Beda Venerabilis und seine Zeit (Bernd Roling)
      Zeit: Do 12:00-14:00 (Erster Termin: 19.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Im Seminar soll eine Auswahl der Werke Bedas gelesen werden. Der Schwerpunkt wird, wie zu erwarten, auf der ‚Historia ecclesiastica’ liegen. Alle Texte werden zur Verfügung gestellt.

      Literaturhinweise

      Beda Venerabilis, Kirchengeschichte des englischen Volkes, übersetzt von Günther Spitzbart (mit dem Text der Ausgabe von Bertram Colgrave), Darmstadt 2007, Benedicta Ward, The venerable Bede, London 1990, Peter Hunter Blair, The World of Bede, Cambridge 1970, Scott DeGregorio, The Cambridge Companion to Bede the Venerable, Cambridge 2010.

    • 16322 Seminar
      Utopie und Empirie: Francis Bacons lateinische Schriften (Bernd Roling)
      Zeit: Mi 12:00-14:00 (Erster Termin: 18.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Wie kaum ein Autor der englischen Renaissance steht der Name des Barons von Verulam, Francis Bacon (1561–1626), für den Beginn der philosophischen Moderne und die Etablierung einer auf konkreter Erfahrung beruhenden Herangehensweise, die gern mit dieser Moderne gleichgesetzt wird. De facto kann er für all ihre Ambivalenzen stehen. Nachdem Bacon über mehrere Jahre als Berater am Hofe Königin Elisabeths I. und König Jakobs I. mit wechselndem Erfolg und gediegener Skrupellosigkeit auf die Politik Einfluß zu nehmen versucht hatte, zog er sich als Schriftsteller zurück und verfaßte – größtenteils auf Latein – jene Werke, für die er heute berühmt ist: seine ‚Essays’, seine Interpretation der antiken Mythologie, die ‚Sapientia veterum’, aber vor allem das ‚Novum organon’, seine berühmte Erkenntnislehre. Was stand der wahren Erkenntnis als Hindernis entgegen, damit aber auch dem intellektuellen Fortschritt der Menschheit? Bacon nennt diese Hindernisse idola, Hemmnisse, die sich aus der Tradition, der Konvention, aber auch dem falschen Sprachgebrauch der Philosophen entwickeln können. Nur wer sich von ihnen zu befreien imstande war, konnte zum Wissen über die Naturordnung vordringen. Dem ‚Organon’ an die Seite stellt Bacon die Utopie eines Staates, dessen Mitglieder die Erkenntnis bereits erreicht haben, die ‚Nova Atlantis’, einen Elitestaat, der von totalitären Elementen nicht frei ist. Im Seminar soll eine Auswahl der lateinischen Werke Bacons im Original gelesen und interpretiert werden. Alle Texte werden zur Verfügung gestellt.

      Literaturhinweise

      Francis Bacon, Neues Organon, lateinisch – deutsch, hg. von Wolfgang Krohn, Hamburg 1990, Francis Bacon, Neu-Atlantis, Stuttgart 1980, Markku Peltonen, The Cambridge Companion to Francis Bacon, Cambridge 1996.

    • 16324 Seminar
      Bibelepik (Susanne Schäfer)
      Zeit: Fr 12:00-14:00 (Erster Termin: 20.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)