WiSe 17/18  
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60 LP Griechisc...  
Lehrveranstaltung

Institut für Griechische und Lateinische Philologie (WE 2)

60 LP Griechische Philologie

037c_m60
  • Griechische Sprache und Methoden 1

    036cA1.1
    • 16201 Übung
      Grammatik und Übersetzungskurs I: Prosa (Norbert Blößner)
      Zeit: Mo, 10-12 + Fr, 8-10 Uhr (Erster Termin: 16.10.2017)
      Ort: J 30/109 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Der Grammatik- und Übersetzungskurs I dient dazu, Ihre (bereits vorhandenen) Altgriechisch-Sprachkenntnisse auf Abitur– bzw. Graecumsniveau auf jenen Level anzuheben, dessen man für ein wissenschaftliches Studium bedarf. Ziel ist es, bereits zu Semesterende einfache und mittelschwere Texte in attischer Prosa ohne Hilfsmittel lesen zu können und Texte in Ionisch (z.B. Vorsokratiker, Hippokrates, Herodot) unter Beiziehung von Hilfsmitteln zu verstehen. Nach Besuch eines zweiten Kurses im Sommer, der Ihnen Kenntnisse der Dialekte und Dichtersprachen vermittelt, werden Sie die erste, schwierigste und vielleicht wichtigste Aufgabe jedes philologischen Studiums bereits gemeistert und Grundlagen gelegt haben, auf die Sie noch oft mit Gewinn werden zurückgreifen können.

      Didaktisch versucht dieser Kurs, der speziell für Erstsemester designt ist, den Brückenschlag zwischen gymnasialem Sprachunterricht und einem Sprach- und Literaturstudium an der Universität. Dazu notwendige Voraussetzungen (Sprachreflexion, Übersetzungstheorie, aber auch philologische Arbeitstechniken) sind zum Teil ausgelagert in den parallel laufenden Methodenkurs 16205, so dass sich ein aus Theorie und Praxis sinnvoll gemischtes Ganzes ergibt. Für Gäste und erfahrene Studierende, die Gelegenheit zur Sprachschulung und Originallektüre suchen, eignet sich eher der ebenfalls vierstündige, didaktisch anders gebaute Kurs 16214. (Falls jemand aus Zeitgründen nur am Kurs 16201 teilnehmen kann, bitte ich um eine kurze klärende Kontaktaufnahme vorab per Mail.)

      Der Kurs verlangt ein hohes und regelmäßiges Arbeitspensum, das effiziente Zeitplanung und Arbeitstechniken sowohl erfordert als auch einüben wird. Eine Auffrischung der Basiskenntnisse (v.a. Vokabeln, Konjugationen und Deklinationen) bereits vor Semesterbeginn kann Ihr Semester erheblich entlasten! Dazu empfehle ich z.B. Kletts ‚Grund- und Aufbauwortschatz Griechisch‘ (S.9-141) und H. Zinsmeisters ‚Griechische Grammatik, Bd. I‘ (S.43-98. 124-134. 156-159. 162-164. 169-170. 219-231), die Griechischstudenten auch zum Erwerb empfohlen sei (beide Bände).

      Gemeinsam lesen wir im Kurs Teile des Pensums, das im Wintersemester 2017/18 aus Texten von Xenophon, Platon und Herodot besteht. Die exakten Angaben finden Sie ab Anfang Oktober im ‚Blackboard‘, einem Dokumentenserver der FU Berlin. Wer sich dort (mit den Anmeldedaten der FU) einmalig registriert und danach im sogenannten ‚Campus Management‘ den Kurs 16201 gebucht hat, was Anfang Oktober möglich sein wird, hat bereits Zugang zu wichtigen Informationen, die dem Vorausplanenden einen Zeitvorsprung verschaffen. (Wer sich im Blackboard nicht anmelden kann, obgleich er über Login-Daten der FU verfügt, schreibe mir bitte eine Mail!)

      Bitte beachten Sie, dass dieser Kurs nur einmal jährlich angeboten wird (stets im Winter) und dass ein überschneidungsfreier Stundenplan nur bei Belegung im dafür vorgesehenen Studienjahr garantiert werden kann.

    • 16205 Übung
      Methoden und Grundlagen I (Norbert Blößner)
      Zeit: Mo 14:00-16:00 (Erster Termin: 16.10.2017)
      Ort: J 30/109 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Der Methodenkurs I wendet sich an Erstsemester eines BA-Studiums und versteht sich als Einführung in universitäres Arbeiten, Einführung in ein (geisteswissenschaftliches und) philologisches Studium und Einführung speziell in das Studium der Gräzistik. Zur Sprache kommen (a) allgemeine Fertigkeiten (z.B. Lern- und Arbeitstechniken, vorausschauende Planung, Selbstorganisation), (b) Ziele, Verfahren und Selbstverständnisse eines geisteswissenschaftlichen und (spezieller) eines philologischen Studiums (Schwerpunkte: Lesen, Übersetzen und Verstehen) sowie (c) die wichtigsten Gegenstände, Verfahren und Arbeitsinstrumente der Gräzistik als Sprach- und Literaturwissenschaft, z.B.: Kenntnis der Sprache, Sprachgeschichte und Dialekte; Entstehungsbedingungen und Überlieferungsgeschichte griechischer Texte; Umgang mit fachspezifischen Hilfsmitteln (wissenschaftliche Edition, Lexika, Grammatiken, Kommentare, Fachbibliotheken; Möglichkeiten der EDV).

  • Griechische Literatur 1: Einführung in die altgriech. Prosa

    036cA1.2
    • 16202 Übung
      Einführung Prosa (Überblick) (Norbert Blößner)
      Zeit: Mo 08:00-10:00 (Erster Termin: 16.10.2017)
      Ort: J 30/109 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      "Einführungen“ in die griechische Literatur gibt es an vielen Universitäten. Diese sind in der Regel „exemplarisch“ gehalten, d.h. man behandelt selektiv einige wenige ausgewählte Autoren und Texte aus der gewaltigen Fülle der altgriechischen Literatur.

      Dieser Überblick geht anders vor. Er intendiert, erstens, Vollständigkeit in dem Sinn, dass nicht nur ausgewählte, sondern alle Literaturgattungen aufgeführt sind und die Darstellung sich nicht auf die gängigen Autoren und Werknamen beschränkt. Er intendiert, zweitens, Systematik, indem er eine Art ‚Koordinatensystem‘ entwirft, in das sich die Phänomene der griechischen (bzw. griechisch-römischen) Literatur, Kultur und Geistesgeschichte ‚einzeichnen‘ lassen, was auch die Verbindungen und Zusammenhänge zwischen ihnen deutlicher macht. Er intendiert, drittens, Verständnis, indem er sprachliche, kulturelle und historische Gegebenheiten beleuchtet, ohne deren Kenntnis bestimmte Entwicklungen des griechischen Denkens und der griechischen Literatur vermutlich nicht zu begreifen sind.

      Eine Einführung dieser Art kann man auch zweimal hören. Es lohnt sich m.E. sowohl zu Beginn als auch am Ende eines Studiums. Zu Beginn eines Studiums entsteht gleichsam die Skizze eines Bilds, welches man später auffüllen kann und muss. Am Ende eines Studiums nimmt man Faktoren und Details wahr, denen man isoliert bereits im Studium begegnet ist, die man jetzt aber in einen einsichtigen Zusammenhang bringen kann. Dabei entsteht vielleicht eine Art Gesamtpanorama jener singulären kulturellen Menschheitsleistung, die wir als "altgriechische Literatur" bezeichnen und die – auch in Form ihrer "Spin-Offs" wie Kunst, Mythos, Religion oder Wissenschaft – die Welt der Menschen nachhaltig verändert hat.

      Die Einführung in die altgriechische Literatur ist auf zwei Semester hin angelegt, wobei der Winter (aus praktischen Gründen) den Prosagattungen, der Sommer aber der griechischen Dichtung vorbehalten ist. Erst in der Summe beider Semester ergibt sich das volle Bild. Der (vorlesungsähnliche) Kurs, der in ein weitgehend überschneidungsfreies Zeitfenster gelegt ist, setzt keine Griechischkenntnisse voraus und steht allen Interessierten offen. Begleitende Texte werden teils direkt im Kurs, teils übers Blackboard verteilt.

      Einstiegsthema im Wintersemester 2017/18 ist die Historiographie.

    • 16203 Übung
      Lektüre altgriechischer Prosatexte (Norbert Blößner)
      Zeit: Fr 14:00-16:00 (Erster Termin: 20.10.2017)
      Ort: J 30/109 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Der Kurs begleitet die Einführung in die altgriechische Prosa (Nr. 16202), indem er zu den dort behandelten Themen exemplarische Originaltexte präsentiert. So gewinnt das Gesagte konkrete Gestalt. Ein erwünschter Nebeneffekt ist es, dass man daneben unterschiedliche Autoren, Stile und Gattungsmerkmale kennenlernt. Da sprachliches und sachliches Verstehen voneinander nicht zu trennen sind, profitieren auch Übersetzungs- und Interpretationskünste von dieser Übung.

      Die Texte werden gestellt; die Verteilung erfolgt über das ‚Blackboard‘. (Studenten, die den Kurs im Campus Management gebucht haben, sind ab Anfang Oktober automatisch auch ins Blackboard eingeloggt; alle übrigen bitte ich um eine rechtzeitige Meldung per Mail!)

  • Griechische Literatur 3: Prosa

    036cB1.1
    • 16206 Übung
      Platons Phaidon, oder Über die Unsterblichkeit der Seele (Christian Vogel)
      Zeit: Mo 12:00-14:00 (Erster Termin: 16.10.2017)
      Ort: JK 31/124 (Habelschwerdter Allee 45)

      Kommentar

      Das zentrale Thema des Dialogs „Phaidon“, der zu den interessantesten und bedeutendsten Texten Platons zählt, ist die Frage nach dem Wesen der menschlichen Seele. Der Anlass zu dieser Erörterung ist in höchstem Maße konkret und existentiell. Denn Platon lässt hier den Schüler Phaidon von den letzten Stunden seines Lehrers Sokrates vor dessen Tod berichten. Es entfaltet sich fortan ein sorgsam arrangiertes Gespräch zwischen Sokrates und seinen von dessen Ruhe und Zuversicht beeindruckten Schülern im Gefängnis, das mit der Hinrichtung endet. Bis dahin dreht sich alles um die Frage, was mit der Seele nach dem Tod geschieht. Innerhalb dieser Szenerie werden in mehreren Anläufen und Annäherungen verschiedene seelentheoretische Modelle präsentiert und geprüft. Auf diesem Weg lässt Platon seinen Sokrates auch begründen, warum die Annahme von „Ideen“ für die Begründung von Erkenntnis überhaupt notwendig ist.
      Philosophieren, das macht Sokrates bis zur letzten Minute seines Lebens in Wort und Tat deutlich, ist eine Einübung ins Sterben. Doch was bedeutet das?
      Ziel in diesem Kurs ist es, den Text in Gänze gemeinsam zu lesen, zu diskutieren und die Argumentationen zu entschlüsseln, hierbei also die verschiedenen Seelenmodelle zu verstehen, die Beweise für die Unsterblichkeit der Seele zu prüfen und die Grundlegung der Ideenlehre nachzuvollziehen. Auch die platonische Kunst der Komposition des Dialoges soll gewürdigt werden. Der Fokus wird auf dem Primärtext liegen.

      Der Kurs wendet sich an Studierende der Philosophie und der Klassischen Philologie. Griechischkenntnisse sind keine Teilnahmebedingung. In den einzelnen Sitzungen werden die Studierenden mit Griechischkenntnissen zentrale Passagen übersetzen, deren Inhalte wir anschließend gemeinsam im Kurs diskutieren und kontextualisieren. Für die Studierenden ohne Griechischkenntnisse ergibt sich dadurch auch der Vorteil, dass sie einerseits zentrale griechische Begriffe der Philosophie kennenlernen und andererseits im Vergleich mit den gedruckten Übersetzungen eine Sensibilität für einen kritischen Umgang mit Übersetzungen erhalten werden.

      Literaturhinweise

      Als Textgrundlage eignet sich für diesen Kontext am besten eine zweisprachige Ausgabe wie:
      • Gunther Eigler (Hg.): Platon. Werke in acht Bänden. Dritter Band: Phaidon, Gastmahl, Kratylos. WBG Darmstadt.
      Literaturempfehlungen erhalten Sie im Kurs.

    • 16207 Seminar
      Aristoteles, De anima (Über die Seele) (Sandra Erker)
      Zeit: Mi 12:00-14:00 (Erster Termin: 18.10.2017)
      Ort: J 32/102 (Habelschwerdter Allee 45)

      Hinweise für Studierende

      Das Seminar richtet sich an Studierende der Klassischen Philologie und Philosophie (mit und ohne Kenntnisse des Altgriechischen) und ist für interessierte Gasthörer/innen geöffnet.

      Kommentar

      In den Untersuchungen seiner Pragmatie „Über die Seele“ (De anima) geht Aristoteles der Frage nach, wie die Seele selbst, d.h. ihre Natur (Physis) und ihr Wesen (Ousía), bestimmt werden müsse. Dabei versteht Aristoteles Seele grundsätzlich als das Prinzip des Unterscheidens (krínein), wobei er eine Vielfalt an Unterscheidungsaktivitäten differenziert, an der sich das Potential dieser Natur der Seele ermessen lässt (etwa bei dem Menschen: die verschiedenen Formen von Wahrnehmung, Vorstellung, Meinung, rationales und vernünftiges Denken). Zugleich müsse Seele als das (bewegende) Prinzip aller lebendigen (und d.h. nach Aristoteles: beseelten) Körper betrachtet werden, gemessen an dem sich auch die spezifischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Lebewesen ausmachen lassen (Pflanzen, Tiere, Mensch).
      Bei einer solchen Untersuchung über die Seele und ihren Wirkungsbereich, die Aristoteles in seiner Pragmatie unternimmt und auf deren wissenschaftlicher Methode und Gegenstandsbereich er zu Beginn von Buch I kritisch reflektiert, handele es sich daher um einen der bedeutendsten und schwierigsten Gegenstände der Philosophie, dessen Analyse weitreichende Konsequenzen für Fragen aus anderen Disziplinen, insbesondere der Physik, aber auch der Kosmologie, Biologie und Ethik mit sich bringt (und für Fragen aus dem Bereich der Aristotelischen Metaphysik interessant ist). Trotz dieser engen und vielfältigen Verzahnung mit anderen Disziplinen, des Anspruchs an das Argumentationsniveau, den bereits der Gegenstand erfordert, und nicht zuletzt auch der sprachlichen Ausarbeitung der vorliegenden Pragmatie sind die Untersuchungen in den drei Büchern „Über die Seele“ methodisch grundsätzlich von Aristoteles auf einführende Weise angelegt: In Auseinandersetzung mit früheren Denkern (z.B. Demokrit und Platon) verhandelt Aristoteles einführend verschiedene Konzepte zu dem Verhältnis von Seele und Körper, um in Abgrenzung von diesen bzw. in produktiver Auseinandersetzung mit diesen Konzepten schrittweise seine eigenen Thesen einzuführen und anhand der verschiedenen Unterscheidungsleistungen der Seele von den einfachsten Wahrnehmungsleistungen bis hin zur Vernunfttätigkeit der Seele zu entfalten, wobei er zentrale Problemfelder seiner Wissenschaft über die Seele absteckt: In welchem Verhältnis steht die Seele zum Körper? Wie wirkt sie auf diesen ein oder wird von ihm affiziert oder nicht (etwa bei der Wahrnehmung)? In welcher Weise müssen Fragen der Physik (Körper, Ort, Bewegung) auch in der Psychologie betrachtet werden - und gehören sie damit bereits genuin zu dem Gegenstandsbereich dieser Wissenschaft? Wie kann eine Seele, die sich in verschiedenen Aktivitäten differenzieren lässt, dennoch als Einheit verstanden werden? Könnte man überhaupt eine Wissenschaft von der Seele betreiben, wenn sie sich nicht als etwas Eines und Bestimmtes begreifen ließe? Was ist Vorstellung (phantasia) und wie muss sie im Bereich der seelischen Aktivitäten eingeordnet werden? Lassen sich bestimmte Aspekte der Seele unabhängig vom Körper denken, dessen Bewegungsprinzip sie ist – oder anders gefragt: Ist die Seele oder etwas an der Seele unsterblich? In welcher Weise lässt sich die Selbsterkenntnis der Seele mit Blick auf die Aktivität des Intellekts (Nous) beschreiben und begründen? Worin besteht die spezifische Aktivität der Vernunfttätigkeit (Nous) der Seele und wie lassen sich Aristoteles‘ Differenzierungen zwischen aktivem und passivem Nous verstehen?

      Das Seminar gibt eine grundsätzliche Einführung in die Pragmatie des Aristoteles und die damit verbundenen Fragestellungen, wobei in Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsdiskursen zu De anima der Fokus auf der Erschließung des Primärtextes liegen wird, über den wir uns im Semester in Gänze einen Überblick verschaffen und dabei zentrale Passagen in eingehender Textarbeit und Analyse diskutieren werden. Im Zusammenhang mit Buch III sollen zudem relevante Diskussionen aus der spätantiken Tradition zum Nous und zu der Unsterblichkeit der Seele herangezogen werden, die im Mittelalter und in der frühen Neuzeit reich rezipiert und wirkungsreich diskutiert wurden.

      Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Klassischen Philologie und Philosophie und ist für interessierte Gasthörer/innen geöffnet. Griechischkenntnisse sind keine Teilnahmebedingung: In den Sitzungen werden wir von dem griechischen Original ausgehen, das von den Fachstudierenden der Klassischen Philologie übersetzt wird, während Teilnehmer/innen ohne Griechischkenntnisse problemlos auf Ausgaben mit Übersetzung zurückgreifen können (s. Hinweise unten). Dabei nehmen wir im Plenum bei der Arbeit am Text kritisch Bezug auf verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten (die immer bereits eine bestimmte Interpretation des Textes beinhalten), werden diese gemeinsam diskutieren, kontextualisieren und gegeneinander abwägen. Das Seminar führt damit einerseits Teilnehmer/innen mit Griechischkenntnissen in die besondere sprachliche Stilistik und Methodik des Aristoteles am griechischen Originaltext ein und bietet andererseits für interessierte Teilnehmer/innen ohne Griechischkenntnisse eine Einführung in zentrale griechische Begriffe der Aristotelischen Terminologie, übt den kritischen Umgang mit Übersetzungen philosophischer Texte der Antike und gibt anhand von De anima exemplarisch Einblick in die besondere textliche Konstitution und Überlieferungssituation, deren Verständnis für philosophische Texte der Antike allgemein von Bedeutung ist –gerade aber im Fall der Aristotelischen Pragmatien und ihrer Rezeption bzw. im Fall von Aristoteles‘ Schrift „Über die Seele“ (De anima) von besonderer Relevanz ist.

      Begleitendes Material und weiterführende Literaturhinweise werden wie üblich im Blackboard semesterbegleitend zur Verfügung gestellt.

      Literaturhinweise

      [1] Zur Einführung empfohlen:
      Andree Hahmann, Aristoteles‘ „Über die Seele“. Ein systematischer Kommentar, Stuttgart 2016.

      [2] Textkritische Ausgabe (Primärtext im griechischen Original):
      Aristotle, De anima, ed. with introduction and commentary by W.D. Ross, Oxford 1961.

      [3] Empfohlene Ausgaben mit Übersetzung:
      Aristoteles, Über die Seele. De anima, Griechisch-Deutsch, übers. mit einer Einleitung und Anmerkungen hg. von K. Corcilius, Hamburg 2017.
      C. Shields, Aristotle. De anima, Oxford 2016. [engl. Übersetzung mit Kommentar]

      [4] Moderne Kommentare (Auswahl):
      C. Shields, Aristotle. De anima, Oxford 2016.
      R. Polansky, Aristotle’s De anima, Cambridge 2007.
      R. D. Hicks, Aristotle. De anima, Oxford 1913 (= Nachdruck Olms 1990).

      Weiterführende Hinweise zu Literatur und Semesterprogramm erhalten Sie in der ersten Sitzung. Begleitendes Material und weiterführende Literaturhinweise werden wie üblich im Blackboard semesterbegleitend zur Verfügung gestellt.

  • Griechische Literatur 5 (Schwerpunkt 1)

    036cB1.4
    • 16210 Seminar
      Aristoteles, Rhetorik (Gyburg Uhlmann)
      Zeit: Di 12:00-14:00, zusätzliche Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 17.10.2017)
      Ort: J 27/14 (Habelschwerdter Allee 45)
    • 16211 Lektürekurs
      Sophokles, Die Trachinierinnen (Sandra Erker)
      Zeit: Do 12:00-14:00 (Erster Termin: 19.10.2017)
      Ort: JK 31/227 (Habelschwerdter Allee 45)

      Hinweise für Studierende

      In dem Lektürekurs wird ein Fokus auf die Übersetzung des griechischen Originaltextes gelegt werden, wobei die Veranstaltung darüber hinaus an der Tragödie exemplarisch in Grundlagen der griechischen Metrik, des antiken Theaters (mit Schwerpunkt auf Sophokles) und der Tragödientheorie einführt, die für eine verstehende Erschließung der Tragödie relevant sind. Neben Studierenden der Klassischen Philologie, für die die Veranstaltung als Einführung in Sophokles bzw. die attische Tragödie und zur Vervollkommnung der eigenen Übersetzungstechniken konzipiert ist, ist die Lektüre für interessierte Studierende aus benachbarten Fächern und Gasthörer/innen mit und ohne Kenntnisse des Altgriechischen geöffnet (s. unten Hinweise zu Ausgaben und geeigneten Übersetzungen). Bitte verschaffen Sie sich vor Beginn der ersten Sitzung einen Überblick über den Aufbau der Tragödie.

      Kommentar

      Neben Aischylos und Euripides zählt Sophokles zu den wichtigsten Vertretern der attischen Tragödie, der mit der Aufführung seiner Tragödien, von denen uns heute 7 erhalten sind, stets so erfolgreich gewesen sein soll, dass er im Agon der Dionysien in Athen immer mindestens den 2. Rang belegt habe. Aristoteles zieht die Tragödien des Sophokles im Rahmen seiner Tragödientheorie, die er in der Poetik entwickelt, als glänzendes (Tragödien-)Beispiel für eine eindringliche Charakterzeichnung, die kunstvolle Komposition einer tragischen Handlung und die gelungene Einbindung des Chores heran, der bei Sophokles im Unterschied zu Euripides wie ein Schauspieler auftrete und so ganz organisch an der Handlung mitwirke. Neu eingeführt habe Sophokles in der Aufführungspraxis den dritten Schauspieler und die Bühnenmalerei.

      Zu den bekanntesten Stücken des Sophokles, die bereits Aristoteles für ihre Qualität lobt und die bis heute Einzug in das Theaterrepertoire erhalten haben, zählen freilich u.a. die Antigone oder König Ödipus. Ein Schattendasein scheinen hingegen im Vergleich zu Sophokles‘ berühmten Tragödien lange Zeit die Trachinierinnen gefristet zu haben (obwohl sie nach den Testimonien, die überliefern, dass Sophokles nie den dritten Rang belegt habe, wohl vermutlich ebenfalls mindestens den 2. Platz belegt haben müssten). Geteilt (ist und) war in der Forschung das Urteil über Qualität und Schaffensperiode, in die dieses Werk des Sophokles fällt, dessen genaues Aufführungsdatum heute unbekannt ist. Aus stilistischen und strukturellen Gründen und besonders mit Blick auf die Charakterzeichnung der Deianeira werden die Trachinierinnen meist zu den frühen Stücken des Sophokles gerechnet (ca. 450 v. Chr.): In ihnen habe Sophokles noch nicht das volle Potential seiner Tragödienkunst entfaltet, die Tragödie gestalte sich strukturell weniger komplex als bei Sophokles üblich und im Vergleich zu der eindringlichen Charakterzeichnung der zornigen und stürmischen Klytaimnestra in Sophokles‘ Elektra mache Deianeiras Charakter einen eher blassen Eindruck. Andere Argumentationen zu der relativen Chronologie des Stückes, die sich auf sprachliche und strukturelle Vergleiche beziehen oder für eine qualitativ höhere Einschätzung der kompositorischen Gestaltung des (oft unterschätzten) Stückes plädieren, scheinen hingegen auch spätere Datierungen zu erlauben – oder zumindest aus Qualitätsgründen keine eindeutig frühe Datierung der Trachinierinnen im Sinne einer künstlerischen Entwicklung des Sophokles zu garantieren. Unter diesen Gesichtspunkten bietet die Lektüre und Analyse der Trachinierinnen des Sophokles gerade im Vergleich zu seinen berühmteren Stücken einen interessanten Einstieg in die attische Tragödie und die Tragödienkunst des Sophokles.

      In dem Lektürekurs wird ein Fokus auf die Übersetzung des griechischen Originaltextes gelegt werden, wobei die Veranstaltung darüber hinaus an der Tragödie exemplarisch in Grundlagen der griechischen Metrik, des antiken Theaters (mit Schwerpunkt auf Sophokles) und der Tragödientheorie einführt, die für eine verstehende Erschließung der Tragödie relevant sind. Wir werden dabei die Gesamtkomposition der Tragödie in den Blick nehmen und auch einen Vergleich zu anderen Tragödien des Sophokles unter kompositorischen Gesichtspunkten ziehen. In der ersten Sitzung erhalten Sie das Semesterprogramm, eine erste Einführung in Sophokles und die attische Tragödie sowie weiterführende Literaturhinweise, die wie üblich durch weiteres Material im Blackboard semesterbegleitend komplettiert werden. Bitte verschaffen Sie sich vor Beginn der ersten Sitzung einen Überblick über den genauen Aufbau der Tragödie, so dass wir darauf in der einführenden Sitzung und bei der kontextualisierenden Lektüre im Semester aufbauen können.

      Literaturhinweise

      [1] Textkritische Ausgabe (für Studierende mit Griechischkenntnissen):
      -- Sophoclis fabulae, recognoverunt brevique adnotatione critica instruxerunt H. Loyd-Jones et N.G. Wilson, Oxford 1990 (Oxford Classical Texts).
      -- Sophoclis tragoediae, tertium edidit R. D. Dawe, Stuttgart/Leipzig 1996 (Bibliotheca scriptorum Graecorum et Romanorum Teubneriana) [Hinweis: Die Tragödien sind als Einzelausgaben erhältlich; der Band zu den Trachinierinnen ist über VPN bzw. im Netz der Freien Universität als Online-Ressource verfügbar (DeGruyter)].

      [2] Übersetzung (für Gasthörer/innen und interessierte Studierende ohne Sprachkenntnisse):
      -- Sophokles, Die Trachinierinnen. Die Heimkehr des Herakles, Übers. und Nachw. von Walther Kraus, Stuttgart 1989 (Reclams Universal-Bibliothek, 670).
      -- Sophokles, Dramen, Griechisch und deutsch, hg. und übers. von Wilhelm Willige, überarb. von Karl Bayer, mit Anmerkungen und einer Einführung von B. Zimmermann, Düsseldorf / Zürich 2003.

      [3] Allgemein zur Einführung in die Aufführungspraxis der griechischen Tragödie empfohlen:
      -- Bernd Seidensticker, Das antike Theater, München 2010.

      Weitere Literaturhinweise erhalten Sie in der ersten Sitzung und wie üblich semesterbegleitend im Blackboard.

  • Die Antike in Byzanz

    037cB1.2
    • 16270 Vorlesung
      Knotenpunkt Byzanz (Johannes Niehoff)
      Zeit: Achtung Raumänderung! Die LV findet ab sofort in JK 26/101 statt (außer am 5.12. einmalig in K 29/204). Die LV fällt am 28.11. aus! (Erster Termin: 17.10.2017)
      Ort: JK 26/101
    • 16272 Vorlesung
      Byzantinische Geschichte (Johannes Niehoff)
      Zeit: Die LV fällt am 28.11. aus! (Erster Termin: 17.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)
    • 16274 Vorlesung
      Byzantinische Literatur als Weltliteratur (Johannes Niehoff)
      Zeit: Die LV fällt am 28.11. aus! (Erster Termin: 17.10.2017)
      Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)