Gefühle zeigen
Im Exzellenzcluster Languages of Emotion der Freien Universität Berlin erforschen rund 200 Wissenschaftler aus mehr als 20 Disziplinen gemeinsam die Zusammenhänge zwischen Sprache und Emotion.
News vom 06.06.2012
Das menschliche Gefühlsleben ist zu einem großen Teil durch Sprache und Bilder geprägt. Die Emotionsforschung der vergangenen 20 Jahre hat jedoch die Rolle der Sprache vernachlässigt, die Sprachforschung die der Emotionen. Im Exzellenzcluster Languages of Emotion (LoE) soll dieses Forschungsdefizit durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaftlern behoben werden.
Austausch und Kooperation als Basis für neue Erkenntnisse
Ziel der mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerist es, das komplizierte Zusammenspiel von biologischer Disposition, gelerntem Verhalten und gesellschaftlicher Gestaltung besser zu verstehen. Zu den mehr als 20 beteiligten Disziplinen am Cluster zählen Literaturwissenschaft, Soziologie, Linguistik, Psychologie, Neurowissenschaft und Kunstgeschichte.
Der Cluster der Freien Universität Berlin kooperiert mit anderen renommierten Forschungseinrichtungen wie der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin, dem Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung Berlin und den MPIs für Kognitions- und Neurowissenschaften und für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig.
Mit dem Dahlem Institute for Neuroimaging of Emotion (D.I.N.E.) steht eines der modernsten neurokognitiven Labore Deutschlands zur Verfügung. Zur Erforschung des Zusammenspiels von Sprache, Emotion und Kognition können bildgebende Verfahren wie Kernspintomografie, Transkranielle Magnetstimulation oder Blickbewegungsmessung einzeln oder kombiniert eingesetzt werden.
Vier Perspektiven auf ein gemeinsames Thema
In den vier Forschungsbereichen des Clusters werden unterschiedliche und dennoch eng verbundene thematische Schwerpunkte gesetzt. In Area A: Zeichen wird der Zusammenhang zwischen Sprache oder Zeichen und Emotion in der Alltagskommunikation untersucht; in Area B: Künste stehen spezifisch künstlerische Techniken der Emotionalisierung im Zentrum. In Area C: Individuen werden die individuellen Fähigkeiten zum Emotionsausdruck und –verstehen erforscht. In Area D: Kulturen nehmen die Forscher Gefühle im gesellschaftlichen Zusammenhang in den Blick.
Interdisziplinär forschen von Anfang an
Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler erhalten bei LoE eine exzellente Ausbildung: Sie arbeiten in Forschungsprojekten mit und sind von Anfang an in die Netzwerke der interdisziplinären Emotionsforschung eingebunden. Die Graduiertenschule bietet pro Jahr 15 Promovierenden ein strukturierte Doktorandenausbildung.
Bislang wurden vier Cluster, an denen die Freie Universität beteiligt ist, in der Exzellenzinitiative ausgezeichnet:
- Languages of Emotion (2007-2014)
- TOPOI (2007-2017)
- NeuroCure (2007-2017)
- UniCat (2007-2017)

