Institut für Vergleichende Ethik

Schwendenerstraße 31
Schwendenerstraße 31 Bildquelle: Michael Fahrig

Bei Gründung: Schwendenerstraße 31

Das Fach Ethik als ordentliches Lehrfach wurde in Berlin für die Klassen 7 bis 10 im Jahr 2006 an allen Schulen eingeführt. Um die Fachausbildung für Lehrkräfte anzubieten, richtete die Freie Universität Berlin das Institut für Vergleichende Ethik ein. Die offizielle Gründung wurde am 1. Juli 2007 gefeiert.

Die erste Professur wurde 2006 mit Michael Bongardt besetzt, der nach seinem Ausscheiden aus dem Priesteramt vom Seminar für Katholische Theologie hierher wechselte. Der Lehrbetrieb am neuen Institut wurde zum Wintersemester 2007/2008 aufgenommen. Seitdem beginnen jährlich rund 50 Studierende das Studium der Vergleichenden Ethik. Michael Bongardt versteht das Fach Vergleichende Ethik als philosophische Wissenschaft, die jedoch die Perspektiven der monotheistischen Glaubensrichtungen und anderer Weltanschauungen einbezieht.

Die Studierenden, zu zwei Dritteln Frauen, setzen sich entsprechend mit grundlegenden Fragen auseinander wie Religion und Weltverständnis, Konfliktpotenzial der Religionen oder Pluralität versus Verbindlichkeit. Mit dieser Standortbeschreibung konnte sich das Institut behaupten. Dabei war die obligatorische Einführung des Faches Ethik an den Schulen, unter Beibehaltung des nach wie vor freiwillig zu wählenden Religionsunterrichts, über einige Jahre heftig umstritten. Zwei Beschwerden vor dem Bundesverfassungsgericht, deren Initiatoren sich für die Abschaffung des Fachs einsetzten, waren 2006 und 2007 gescheitert.

Ein Volksbegehren, dem zweiten überhaupt in der Geschichte des Landes Berlins, führte im April 2009 zu einem Volksentscheid mit dem Ergebnis, dass das Fach Ethik weiterhin als Pflichtfach auf dem Stundenplan der Berliner Schulen steht. Das Institut für Vergleichende Ethik zog bereits 2007 in die Habelschwerdter Allee 45; die Bibliothek des Instituts für Vergleichende Ethik ist mit der Fertigstellung der neuen Bibliothek im Erweiterungsbau an der Fabeckstraße näher an das Institut herangerückt.

Zuvor war der Bestand zum größten Teil im Institut für Katholische Theologie in der Schwendenerstraße und mit einem kleinen Teil in der Erziehungswissenschaftlichen Bibliothek untergebracht gewesen. Drei Jahre nach dem Start des Bachelorstudiums für das Schulfach Ethik begann im Wintersemester 2010/2011 das entsprechende Fachangebot im Masterstudium, das auf das Lehramt vorbereitet. Es ist beschränkt auf die Ausbildung für die Sekundarstufe I. Mit der Verabschiedung des neuen Lehrkräftebildungsgesetzes für Berlin im Jahr 2014 sind umfangreiche Änderungen des Studienangebots notwendig, die mit dem Wintersemester 2015/2016 eingeführt werden.

Michael Bongardt, der von 2010 bis 2014 auch Vizepräsident der Freien Universität Berlin war, übt neben Lehre und Forschung die Funktion des geschäftsführenden Direktors des Instituts aus. In der Fachdidaktik wird er von Markus Tiedemann, Professor für Fachdidaktik des Ethik- und Philosophieunterrichts, unterstützt.