Gebäude

Institut für Klassische Archäologie | Otto-von-Simson-Straße 11
Institut für Klassische Archäologie | Otto-von-Simson-Straße 11 Bildquelle: Michael Fahrig
Gartenansicht des Nebengebäudes | Otto-von-Simson-Straße 7
Gartenansicht des Nebengebäudes | Otto-von-Simson-Straße 7 Bildquelle: Michael Fahrig

Otto-von-Simson-Straße 11

Im Jahr 1927 erwarb Ernst Joachimssohn das Grundstück und ließ darauf ein von der Straße etwas zurückgesetztes Einfamilienhaus errichten. Es ist eingeschossig, mit einem ausgebauten Mansard-Walmdach und im Stil der späten 1920er Jahre angelegt. Die Fassade ist verputzt, einige der Sprossenfenster haben noch Fensterläden. Der Haupteingang befindet sich auf der rechten Seite. Der Söller mit Fensterband und aufliegender Terrasse sowie der expressionistisch anmutende Aufbau bestimmen die Charakteristik des Hauses.

Im März 1938 verkaufte Joachimssohn die Liegenschaft an Direktor Erich Malschewski. Während des Krieges wurde das Gebäude schwer beschädigt. Die auf dem gegenüberliegenden Obstbaugelände postierte Flak zog offenkundig verschiedene Luftangriffe auf sich, deren Bomben auch die Häuser auf der anderen Straßenseite trafen.

Nach dem Krieg wurden die Umstände, unter denen der Verkauf des Hauses an Malschewski zustande gekommen war, daraufhin überprüft, ob es sich um eine Zwangsveräußerung gehandelt hatte, denn Ernst Joachimssohn war Jude. Der Erwerber gab an, dass Joachimssohn aus Altersgründen mit seiner Frau ins Zentrum hatte ziehen wollen. Sie hatten im Bayerischen Viertel in Schöneberg eine Wohnung in der Landshuter Straße 23 bezogen.

Im März 1943, als von Berlin aus täglich Menschen ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden, beging das Ehepaar Joachimssohn angesichts der drohenden Deportation Suizid. Ernst Joachimssohns Todestag ist der 3. März 1943, Frieda Joachimssohn, geb. Schmude, starb am 5. März 1943. Die Urnen wurden auf einer Grabstelle auf dem Friedhof Weißensee beigesetzt.

Die Kammer des sogenannten Wiedergutmachungsgerichts kam 1954 zu dem Schluss, dass Malschewski beim Erwerb des Objekts keine besonderen Vorteile erlangt hatte. Gleichwohl verständigten sich die Parteien mit den hinterbliebenen Großnichten auf einen Vergleich, was darauf schließen lässt, dass der Erwerber sich darüber bewusst gewesen sein muss, dass der Kaufpreis nicht dem eigentlichen Wert entsprochen hatte.

Schon vor Beginn des Verfahrens, im Jahr 1951, mietete die Freie Universität Berlin das Gebäude und sanierte es in den folgenden Monaten, wobei die Kosten mit der Miete verrechnet wurden. 1966 erwarb das Land Berlin die Liegenschaft und übertrug sie zur Nutzung und Bewirtschaftung der Freien Universität Berlin. Seit 1951 war das Institut für Klassische Archäologie in der Villa ansässig.

Otto-von-Simson-Straße 7

Der erste Käufer des Wiesengrundstücks, der es vom Domänenrat erworben hatte, ließ es unbebaut. Erst nach Erwerb durch Louis Ehlers wurde 1934 das zweigeschossige kubische Einfamilienhaus errichtet, das ein wenig über Straßenniveau liegt. Mit seinem Zeltdach entspricht es noch dem Stil der 1920er Jahre.

Die Putzfassade wird durch das Stockwerkgesims gegliedert; der unter einem Vordach liegende mittige Haupteingang ist mit Klinker eingefasst. Louis Ehlers starb 1937, wenige Jahre nach Fertigstellung des Hauses; es wurde vermutlich von seiner Witwe und drei Töchtern weiter bewohnt. Das Gebäude wurde seit dem Wintersemester 1987 als Nebengebäude für das Institut für Klassische Archäologie genutzt.