Gebäude

Halbrunde Säulenloggia am Gebäudeeingang
Halbrunde Säulenloggia am Gebäudeeingang Bildquelle: Michael Fahrig

Den Auftrag zum Bau des neoklassizistischen Landhauses erteilte im Jahr 1911 Oberleutnant a. D. Franz von Redei. Der kubische, eingeschossige Baukörper hat zwei Schaufassaden zur Straßenecke der Altensteinstraße und der Liebensteinstraße, er ist dreiachsig angelegt. Das Gebäude mit Mansarddach wird durch die halbrunde Säulenloggia am Eingang mit Balkon sowie das Dachhaus mit Dreiecksgiebel gegliedert. Die ansonsten verputzte Villa verfügt über neoklassizistisches Dekor an den Hausecken, über Säulen und ein Ritterwappen im Dreiecksgiebel; die Eingangsloggia befindet sich auf der rechten Seite des Hauses.

Der Bauherr verkaufte sein Haus nach Ende des Ersten Weltkrieges an den Fabrikbesitzer Paul Westphal. Dieser geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten und verlor 1931 sein Eigentum im Wege einer Zwangsversteigerung. Das Gebäude wurde vom jüdischen Baumeister und Patentanwalt Max Abraham erworben. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 hatte er Probleme, sein Eigentum zu halten; er verlor es durch eine Zwangsversteigerung, die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, Mannheim, erwarb es.

Die Bank veräußerte es zwei Jahre später an Eleonora Deventer. Kurz nach Kriegsende verkaufte sie das Haus wiederum an den Fabrikanten Leon Mardirossian. Max Abraham hatte die Zeit der Verfolgung überlebt und machte Restitutionsansprüche geltend. Er starb 1951; der Antrag auf Rückerstattung wurde von seinen Erben weitervertreten. Das sogenannte Wiedergutmachungsgericht beim Kammergericht wies den Antrag 1953 jedoch rechtskräftig zurück.

Seit dem Jahr 1949, zwei Jahre vor Beginn des Restitutionsverfahrens, wurde das Haus von der Freien Universität gemietet, zunächst durch den Direktor des Geographischen Instituts der Freien Universität Berlin. Die Liegenschaft wurde von der Preußischen Vermögensverwaltung AG verwaltet.

Im Jahr 1972 beschädigte ein Orkan die Villa in der Altensteinstraße schwer. Noch geraume Zeit danach wurde über die Beseitigung und die Übernahme der Kosten gestritten. 1973 erwarb das Land Berlin die Liegenschaft und übertrug sie 1975 der Freien Universität Berlin zur Nutzung und Bewirtschaftung.