Für den Zugang zum Masterstudiengang müssen Bewerberinnen und Bewerber die folgenden Voraussetzungen nachweisen:
Berufsqualifizierender deutscher oder gleichwertiger ausländischer Abschluss in Biologie, Bioinformatik, Biochemie oder Biophysik. Bei anderen Abschlüssen als Biologie muss der Nachweis eines Moduls in Verhaltens- und Neurobiologie oder eines dazu äquivalenten Moduls und weiterer insgesamt mindestens 20 LP umfassende Module mit biologischem Inhalt erbracht werden.
Sprachnachweis Englisch (Niveau B2 GER) für Bewerberinnen und Bewerber, deren Muttersprache nicht Englisch ist und die den Hochschulabschluss nicht an einer Bildungsstätte erworben haben, in der Englisch Unterrichtssprache ist.
Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt.
Bewerberinnen und Bewerber, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die ihren Studienabschluss an einer ausländischen Universität oder gleichgestellten Einrichtung erworben haben, müssen den Nachweis der erforderlichen Sprachkenntnisse für den Studiengang oder eines gleichwertigen Kenntnisstandes gemäß der Ordnung für die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerberinnen und -bewerber an der Freien Universität Berlin erbringen.
Die Studierenden haben keine Teilnahmegebühren, aber allgemeine Semestergebühren und -beiträge zu tragen.
Gegenstand
Der Masterstudiengang Neurobiologie und Verhalten/Neurobiology and Behaviour reflektiert die integrative und wechselseitige Beziehung zwischen Gehirn und Verhalten und orientiert sich an den Forschungsgebieten innerhalb dieses Gebiets. Die disziplinäre Offenheit des Studiengangs erlaubt den Studentinnen und Studenten eine Spezialisierung in der Wahl ihres Studien- und Forschungsschwerpunktes. Der Masterstudiengang ist ein bilingualer Studiengang (deutsch und englisch), der eine fachwissenschaftliche und forschungsorientierte Ausbildung innerhalb des Profilbereichs Biologie bietet. Dabei werden vertiefte Fach- und Methodenkenntnisse in neuroanatomisch, elektrophysiologisch, molekularbiologisch-biochemisch, zellbiologisch, entwicklungsbiologisch und verhaltensphysiologisch ausgerichteten Teilgebieten der Neuro- und Verhaltenswissenschaft vermittelt. Der Studiengang ermöglicht den Absolventinnen und Absolventen, sich ein entsprechendes wissenschaftliches Profil und professionellen Kenntnisstand anzueignen.
Standortvorteile
Die Freie Universität Berlin bietet den Studierenden des Masterstudiengangs eine hohe Qualität in Lehre und Forschung mit zahlreichen Professuren, Sonderforschungsbereichen (SFB), Graduiertenkollegs (GRK) und Excellenzclustern. Am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie bestehen gute Vernetzungsmöglichkeiten mit weiteren Fachdisziplinen der Lebenswissenschaften (z.B. Masterstudiengänge Biodiversität und Molekular- und Zellbiologie, Biochemie, Veterinärmedizin, Psychologie, Medizin). Die enorme Dichte an Neuro- und Verhaltenswissenschaftlern im Berliner Raum garantiert eine Großzahl hochkarätiger wissenschaftlicher Gastvorträge sowie zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Graduiertenprogrammen und Sonderforschungsbereichen. Schnittstellen zu diesen sind die im Masterstudiengang Neurobiologie und Verhalten lehrenden Dozenten, die auch beteiligt sind an den Excellenzclustern "Neurocure" sowie "Languages of Emotions", den Sonderforschungsbereichen 665 "Developmental Disturbances of the Nervous System", 449 "Structure and Function of Membrane-Integral Receptors", 740 "Organisation and Dynamics of Functional Units in Cells", den Graduiertenkollegs 1123 "Cellular Mechanisms of Learning and Memory Consolidation in the Hippocampal Formation" ‚ 429 "Neuropsychiatry and Psychology of Aging", 837 "Functional Insect Science" sowie dem MSc Program in Molecular Medicine und der Helmholtz International Research School in Molecular Neurobiology.
Zudem bestehen enge Kooperationen mit örtlichen, regionalen und internationalen Forschungseinrichtungen, zu denen schon während des Studiums Kontakte hergestellt und bei denen Projekte durchgeführt werden können. Hierzu gehören: das Max Planck Institut (MPI) für molekulare Genetik, das MPI für Infektionsbiologie, das Max Delbrück Centrum (MDC), das Bernstein Centrum Berlin (BCCN), die Universität Potsdam (Graduiertenkolleg "Functional Insect Science"), das Institut für Zoo-und Wildtierforschung (IZW), sowie die beiden Berliner Zoos. Zu den internationalen Kooperationspartnern gehören u.a. das Jacques Monod Institut der Universität Paris, die Universität und ETH Zürich, das Karolinska Institut Stockholm, die Universiteit Leiden, die Universiteit Utrecht, die Oxford University, die Duke University und die Rockefeller und Columbia Universities, New York.
Kenndaten
Zulassungsmodus 1. Fachsemester
Lokale Zulassungsbeschränkung
Zulassungsmodus höheres Fachsemester
Lokale Zulassungsbeschränkung (zum Wintersemester für das 3., zum Sommersemester für das 2. und 4. Fachsemester)
Bewerbungszeitraum
Nur für das 1. Fachsemester: 01.07.-15.08. (zum Wintersemester), nur für das höhere Fachsemester: 01.07.-15.08. (zum Wintersemester) und 04.01.-15.02. (zum Sommersemester)
Studienbeginn
Wintersemester
Studiensprachen
Deutsch, Englisch
Abschluss
Master of Science (M.Sc.)
Regelstudienzeit
4 Semester
Studienaufbau
Der Masterstudiengang ist modular aufgebaut und gliedert sich in Module des Pflichtbereichs und Wahlbereichs.
Aufbau und Ablauf des Studiums regelt die Studienordnung. Sie enthält detaillierte Beschreibungen der Inhalte und Qualifikationsziele jedes einzelnen Moduls und einen exemplarischen Studienverlaufsplan. Die Prüfungsordnung definiert Art und Anforderungen der Prüfungsleistungen der Module und der Master-Prüfung. In den Ordnungen sind die Leistungspunkte (LP) für jedes Modul bzw. jede Veranstaltung sowie der Arbeitsaufwand in Zeitstunden für das gesamte Studium angegeben.
Die fünf Hauptsäulen des Masterstudiengangs Neurobiologie und Verhalten sind: Funktionelle und zelluläre Neurobiologie, Entwicklungsneurobiologie, Verhaltensbiologie, Forschungskolloquium und Vertiefung Labor.
Aus den oben genannten Gebieten werden Wahlmodule angeboten, die der fachspezifischen Spezialisierung der Studentinnen und Studenten dienen.
Die Module bestehen zumeist aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der theoretische Teil dient der Erörterung zentraler Forschungsfragen, vermittelt Theorien und Methoden der Analyse und setzt sich kritisch mit dem Stand der Forschung auseinander. Hierzu dienen auch die gemeinsame Lektüre von Primärliteratur und die Anleitung zur Auseinandersetzung mit Methoden. Dies befähigt die Studentinnen und Studenten, eigene Forschungsfragen zu formulieren und Forschungsergebnisse in mündlicher und schriftlicher Form zu präsentieren. Im praktischen Teil werden experimentelle Methoden in Verhaltensbiologie und Verhaltens, Neuroethologie, Neurogenetik, Neuroentwicklung, Neuropathologie, Neuroanatomie, Neuroplastizität, Neurophysiologie, Neuropharmakologie und Neurokognition vermittelt und von den Studentinnen und Studenten exemplarisch angewandt. Das Modul „Vertiefung Labor“ vermittelt fundierte theoretische und besonders praktische Kenntnisse zu Arbeitstechniken in den jeweils gewählten Fachgebieten. In der Regel wird es in dem Bereich absolviert, in dem auch die Masterarbeit angefertigt wird.
Die Masterarbeit soll zeigen, dass die Studierenden in der Lage sind, eine Forschungsaufgabe mit wissenschaftlichen Methoden selbstständig zu bearbeiten und darzustellen. Nach erfolgreichem Abschluss des Studienprogramms wird der Hochschulgrad „Master of Science“ (M.Sc.) verliehen.
Module des Studiengangs
Pflichtbereich
Modul
Funktionelle und zelluläre Neurobiologie
Modul
Entwicklungsneurobiologie
Modul
Verhaltensbiologie
Modul
Forschungskolloquium
Modul
Vertiefung Labor
Wahlbereich
Modul
Experimentelle Modellsysteme an der Schnittstelle von Neurobiologie und Verhalten
Modul
Einführung in tierärztliche Ethologie, Tierschutzethik und Tierschutzrecht
Modul
Fortgeschrittene Methoden der Verhaltensbiologie
Modul
Haltung, Management und Handling von Vögeln
Modul
Embryonalentwicklung des Nervensystems von Vertebraten
Modul
Molekulare Neurobiologie und Verhaltensanalyse
Modul
Biochemie neurodegenerativer Erkrankungen
Modul
Elektrophysiologie der synaptischen Übertragung und Plastizität
Modul
Neuropharmakologie und Verhalten
Modul
Membranverkehr und Signaltransduktion
Modul
Neuroethologie
Modul
Neuroanatomische Methoden
Modul
Neurobiologie des Lernens und des Gedächtnisses
Modul
Verhaltensökologie
Beruf
Absolventinnen und Absolventen verfügen über vertiefte wissenschaftliche Kenntnisse und weiterführende berufsqualifizierende Kompetenzen.
Der Masterstudiengangs Neurobiologie und Verhalten stellt spezifische und weiterführende berufsqualifizierende Kompetenzen zur Verfügung, die auf vertieftes und spezialisiertes Arbeiten in einem breiten Feld von Wissenschaft und Forschung vorbereiten, insbesondere an universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus schaffen die erworbenen Fertigkeiten Zugang zu Berufsfeldern, die durch Aufgaben im Bereich der Wissensvermittlung gekennzeichnet sind.
Literatur
Alcock, J.: Animal Behavior: An Evolutionary Approach. Sinauer Associates (2005).
Bear, M.F., Connors, B., Paradiso, M.: Neuroscience. Exploring the Brain. Lippincott Williams & Wilkins (2006).
Carew, T.J.: Behavioral Neurobiology: The Cellular Organization of Natural Behavior. Sinauer Associates Inc (2004).
Greenspan, R.J.: An Introduction to Nervous Systems. Cold Spring Harbor Laboratory Press (2007).
Kandel, E.R., Schwartz, J.H. , Jessel, T.M.: Principles of Neural Sciences. Mc Graw-Hill Medical (2000).