Geschafft! Die Entrepreneurial Network University wird umgesetzt!

Die Freie Universität Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin erhalten für ihr Konzept zur Förderung von Ausgründungen 2,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Das Projekt gehört zu den zwölf erfolgreichen Vorhaben bundesweit im Wettbewerb „EXIST-Gründungskultur – Die Gründerhochschule“. Die beiden Einrichtungen können das Konzept mit den Fördermitteln bis 2018 umsetzen. Die Auszeichnung wurde am Mittwochabend durch Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler in Berlin verliehen.

In der zweiten Runde des Wettbewerbs hatten sich insgesamt 49 Hochschulen aus ganz Deutschland beteiligt. Davon wurden 27 aufgerufen, eine hochschulweite Gesamtstrategie zur Gründungsprofilierung zu konzipieren.  Eine mit unabhängigen Experten besetzte Jury hat alle Strategiekonzepte bewertet und die besten Konzepte ermittelt.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Strategie für eine Entrepreneurial Network University die Juroren überzeugt hat“, sagte Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin. „Mit der Arbeit in Netzwerken haben wir als eine der deutschen Exzellenzuniversitäten bereits die besten Erfahrungen gemacht. Gemeinsam mit der Charité wollen wir nun ein unternehmerisches Netzwerk aufbauen, um uns bei der Gründungsförderung als eine Hochschule auf europäischem Spitzenniveau weiter zu etablieren.“ Der Kanzler der Freien Universität, Peter Lange, betonte, „durch die Förderzusage können wir die Strukturen zur Förderung von Ausgründungen verstärken und verstetigen – und so das kreative Potenzial und die Eigeninitiative zu unternehmerischen Aktivitäten ausschöpfen.“  „Als Deutschlands größte medizinische Einrichtung für Klinik und Forschung ist die Charité Innovationstreiber für die Gesundheitswirtschaft“, erklärte Prof. Dr. med. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin. „Mit dem neuen Konzept wollen wir künftig noch mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Gründen motivieren und ihnen die optimale Ausbildung und Unterstützung bieten.“

Seit 2009 arbeitet die Freie Universität Berlin mit der Charité, dem gemeinsamen medizinischen Fachbereich von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin, in der Gründungsförderung zusammen. Unter dem Dach der Entrepreneurial Network University soll die Kooperation nun eine neue Qualität erreichen und auf weitere Partner ausgeweitet werden.

Steffen Terberl, Teamleiter für Wissens- und Technologietransfer an der Freien Universität Berlin und Projektleiter, erläuterte die geplanten Schritte und Ziele des Projekts: „Wir wollen Anreize für Professorinnen und Professoren schaffen, um den Wissens- und Technologietransfer als zentrale Säule neben Forschung und Lehre zu etablieren. Mit einer modernen, teils online-basierten Lehr- und Lernplattform wollen wir es Studierenden und Wissenschaftlern aller Fachbereiche ermöglichen, unternehmerische Fähigkeiten zu erwerben. Besonders intensiv werden wir forschungsbasierte Gründungen in den Branchen Gesundheitswirtschaft, der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Medien- und Kreativwirtschaft unterstützen.“ Diese Felder seien auch in der Innovationsstrategie Berlin-Brandenburgs von großer Bedeutung. Darüber hinaus sollen unternehmerisch erfahrene Alumni sowie Wirtschaftspartner dafür gewonnen werden, Kapital in einen Seed-Fonds zu investieren; dieser Fonds soll Ausgründungen in der frühen Phase lückenlose Finanzierung ermöglichen.

Für eine starke Gründungskultur bringen Freie Universität und Charité bereits gute Voraussetzungen mit: Im bundesweiten Ranking über die Hochschulen mit den besten Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen kletterte die Freie Universität seit 2005 von Platz 27 auf Platz 7. Bei der Förderung einzelner Gründungsvorhaben durch das EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und bei Finanzierungen des High-Tech Gründerfonds gehören die Freie Universität und die Charité gemeinsam bundesweit zur Spitzengruppe; so haben beispielsweise insgesamt 60 Gründungsvorhaben beider Einrichtungen ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erhalten. 85 Kapitalgesellschaften sind seit 2006 mit Unterstützung der Gründungsförderung entstanden.

Was vorher geschah:

Steffen Terberl

Für alle, die die Konzeptphase mit Interesse verfolgt haben, fasste Steffen Terberl, Teamleiter Wissens- und Technologietransfer, das Geschehen zusammen:

31. Oktober

Es ist vollbracht! Der Antrag ist abgegeben. Nun heißt es, sich bis zur Bekanntgabe der Gewinner am 9. Januar 2013 in Geduld zu üben. Aber etwas ganz Wichtiges sei nicht vergessen: Ein ganz dickes Dankeschön an alle, die tatkräftig am Konzept mitgewirkt haben. Heute Abend werden wir im Rahmen unseres monatlichen Netzwerktreffens "Business & Beer" darauf anstoßen.

23. Oktober

Das Anschreiben des Präsidenten und die Finanzierungszusagen liegen vor. Ab jetzt geht es – mit aller Sorgfalt – nur noch um die Kleinigkeiten.

19. Oktober

Nach mehreren Korrekturschleifen geht das Konzept ins Layout. Wir sind fast durch.

Mitte Oktober

Es liegen Zusagen von zwei Partnern vor, die auch eine finanzielle Unterstützung beinhalten.

15. Oktober

Letzte Unklarheiten insbesondere zur Budgetierung konnten heute mit dem PtJ geklärt werden.

13./14. Oktober

Zwischendurch schalten wir mal kurz ab und lassen uns beim Entrepreneurship Summit inspirieren.

2. Oktober

Wir konkretisieren unsere Zusammenarbeit mit der Stiftung Entrepreneurship; Professor Faltin findet den Entrepreneurship Education-Ansatz innovativ.

20.-26. September

Es finden bilaterale Gespräche mit unseren Lenkungskreismitgliedern statt. Alle nehmen sich Zeit, das Konzept nochmals zu durchdenken und geben wertvolle Anregungen.

14. September

Die Kolleginnen und Kollegen aus Köln und Karlsruhe sind zu Besuch. Wir tauschen uns über unsere EXIST IV-Anträge aus.

6. September

Wir schreiben und schreiben, manchmal bis spät abends. Ein konsequentes "Zielsystem" hilft bei der Strukturierung.

5. September

 

Wir haben in den letzten Tagen die einzelnen Textbausteine des Konzeptes zusammengetragen und aufeinander abgestimmt. Ab jetzt schreibt ein Autorenteam an ein und derselben Version, und zwar parallel. Die Technik macht es möglich!

29. August

Das „Netzwerk Unternehmertum an der Freien Universität Berlin“ (NUFUB) ist heute bei Business & Beer vorgestellt worden. Außerdem wurde ein kurzer Ausblick auf die „Entrepreneurial Network University“ gegeben. Neben Gründern waren diesmal auch viele erfahrene Unternehmer aus der Region da, einige sind auch dem NUFUB beigetreten.

27. August

 

Bei einem Treffen des Projektkernteams wurden letzte Unklarheiten beseitigt. Das Konzept wirkt schon sehr rund, wir haben alle die gemeinsame Strategie vor Augen und auch das Organigramm für die ENU steht weitestgehend. In jedem Fall wollen wir eine übergreifende Geschäftsstelle einrichten.

22. August

Wir haben für unser Seed-Fonds Konzept heute entscheidende Weichen gestellt. Unsere Experten sind sicher, dass Förder- und Renditegedanke sich nicht gegenseitig ausschließen und der Seed-Fonds Potenzial hat. Wir fassen das Konzept jetzt auf einer Seite zusammen und suchen jetzt potenzielle Investoren.

13. August

Die AG "Gründungsunterstützung" hat sich getroffen, um drei Stunden lang sehr angeregt zu diskutieren. Wir haben sehr unterschiedliche Ansichten zur Gründungsunterstützung und Vorstellungen über die Bedeutung von Begriffen. Man merkt, die Gruppe ist sehr heterogen, obwohl alle etwas mit Entrepreneurship zu tun haben: Gründer, Wissenschaftler, Kapitalgeber, Gründungs-Coaches, Gründungsförderer, etc. Am Ende ist das Ergebnis umso besser!

8. August

Wir haben einen Online-Fragebogen entwickelt und wollen unsere Gründer darin einbeziehen, wie wir unser Infrastruktur-Angebot verbessern können. 35 Gründerräume sind zwar toll, aber mit Sicherheit sind noch viele Wünsche offen. Ein Technologie- und Gründerzentrum vor Ort wird gebraucht, schreiben uns viele.

30. Juli

Montagmorgen, 8.30 Uhr. Die Woche beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück mit den Kollegen der HU und TU. Die hochschulübergreifende Kooperation in Berlin funktioniert wirklich gut. Bei Kaffee und Croissants kommen wieder neue Ideen, auch für gemeinsame EXIST-Aktivitäten. Die gemeinsame Coaching-Plattform für EXIST-Gründerstipendiaten ist seit Juli online. Danach geht es bei einem Termin mit dem Kanzler um die Strategie.

23. Juli

Die Sharepoint-Lösung ist eingerichtet und funktioniert (endlich) reibungslos. Jetzt bekommt das kollaborative Arbeiten noch mal eine ganz andere Dimension! Als erstes Dokument wird der „Leitfaden zur Antragstellung…“ hoch geladen. Ab jetzt wird am Text gefeilt.

16.Juli

Die AGs haben intensiv gearbeitet und gute Ergebnisse entwickelt. Die Arbeitsgruppenleiter präsentieren den Zwischenstand beim Kernprojektreffen. Trotz Urlaubszeit sind fast alle da. Es ergibt sich eine rege Diskussion, insbesondere darum, welche Anreizstrukturen die Gründungskultur verbessern können.

6. Juli

Die EXIST III Abschlussdokumentation ist fertig und sehr ansprechend gestaltet. Im Prinzip aber nur ein Zwischenstand, es geht ja weiter. Dr. Fleige und unser Kanzler erklären sich bereit, das Anschreiben zu formulieren.

27. Juni

Wir treffen uns erstmals zum Thema „Seed Fonds“. Die Idee kommt gut an, aber es gibt auch Bedenken: Kann eine Hochschule so etwas stemmen? Konsens ist schließlich: Ja – mit starken Unterstützern. Nachher wird noch bei Business & Beer „genetzwerkt“.

6. Juni

Der Lenkungskreis und vier Arbeitsgruppen treffen sich zu einem ganztägigen Workshop im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem. Prof. Dr. Karl-Max Einhäupl begrüßt. Zum Abschluss wird der Verein „Netzwerk Unternehmertum der Freien Universität Berlin“ gegründet. Abends nimmt unser Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt gemeinsam mit FU-Alumnus Sven Klussmann (Noxxon Pharma) an einer Podiumsdiskussion zum Thema „High-Tech Gründungen“ teil. Ein anstrengender Tag, aber sehr motivierend.

Anfang Mai

Willkommen an Bord: Hans-Eric Rasmussen-Bonne, Frauke Lohr und Diane Brüggemann verstärken unser Projektteam. Jetzt kann es richtig losgehen!

14. Februar

Eine Runde weiter: Die gemeinsame Ideenskizze der Freien Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin zur Etablierung einer „Entrepreneurial Network University“ wird von der Jury ausgewählt. Von Mai bis Oktober soll nun ein detailliertes Konzept für die ganzheitliche Gründungsprofilierung ausgearbeitet werden. Es liegt viel Arbeit vor uns!

Rückblick: Wissen geteilt, Wirkung vervielfacht

Freie Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin Berlin bündeln bereits seit drei Jahren erfolgreich ihre Kräfte in der Gründungsförderung. 2009 fiel der Startschuss für die dauerhafte Partnerschaft von profund, der Gründungsförderung der Freien Universität Berlin, mit der Technologietransferstelle der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Gründungsunterstützung beider Einrichtungen ist inzwischen eng verzahnt. Durch die Zusammenarbeit werden doppelte Strukturen vermieden und vorhandene Ressourcen effektiver genutzt. Ergebnis ist eine höhere Qualität des Angebots. Gründerteams aus den Lebenswissenschaften werden gemeinsam bei Anträgen auf Fördermittel unterstützt, können beispielsweise auf dem Campus der Freien Universität Büroräume kostenlos nutzen und gleichzeitig von der Infrastruktur der Charité und der Anbindung an die Klinik profitieren. Durch die Zusammenarbeit bilden sich auch gemischte Spin-off-Teams. Je nach Fragestellung werden die angehenden Unternehmer zur Beratung an Experten oder Partner von Charité oder profund vermittelt. Informationsveranstaltungen, Qualifizierungsangebote und Netzwerkkontakte stehen Gründern beider Einrichtungen gleichermaßen offen.

Nach drei Jahren trägt die Kooperation sichtbare Früchte: Im Bereich des Technologie- und Finanz-Scoutings hat sie dazu geführt, dass Freie Universität und Charité bundesweit Spitzenplätze bei gründungs- und verwertungsorientierten Förderprogrammen erreichen. Im Rahmen des EXIST-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie beispielsweise haben seit 2009 je vier Teams beider Einrichtungen eine umfangreiche Förderung durch EXIST-Forschungstransfer erhalten, um technologisch anspruchsvolle Ideen aus der Forschung zur Marktreife zu entwickeln. Insgesamt sind seit 2009 über 40 Gründerteams beider Einrichtungen durch EXIST-Gründerstipendien unterstützt worden. Dazu gehörten im Bereich Gesundheitswirtschaft 2011 die Teams von „doxter“, „Spreelabs“ und „mednodes“.

Insgesamt zehn Ausgründungen von Charité und Freier Universität erhielten bisher Anschlussfinanzierungen durch den High-Tech Gründerfonds, so zum Beispiel die Scopis GmbH und Humedics GmbH, die inzwischen weitere Investoren gefunden und sich zu aufstrebenden Unternehmen der Medizintechnik entwickelt haben.

 

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Gründen ohne Grenzen

profund-Magazin 2012-2013

Das neue profund-Magazin stellt Gründerinnen und Gründer aus dem Ausland vor, die an der Freien Universität Berlin ihr Unternehmen aufbauen. Dazu bietet es viele weitere Gründergeschichten, Tipps, Porträts und Interviews.

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EXIST III-Broschüre

Durch EXIST III wurde die Gründungsunterstützung an der Freien Universität Berlin und der Charité - Universitätsmedizin Berlin nachhaltig gestärkt.

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