Der Henry-Ford-Bau

Hier schlägt das Herz der Freien Universität

Als steinerner Zeitzeuge hat der Henry-Ford-Bau in seiner fünfzigjährigen Geschichte vieles erlebt. Seit seiner feierlichen Einweihung 1954 schlägt in dem Hauptgebäude der Freien Universität gewissermaßen deren Herz. Der Henry-Ford-Bau wurde gemeinsam mit der sich anschließenden Universitätsbibliothek mit Lesesälen und Magazinen durch eine Spende von insgesamt 8,1 Millionen Mark der amerikanischen Ford-Foundation finanziert und 1952 bis 1954 nach Plänen der Berliner Architekten Gustav Müller und Franz Heinrich Sobotka errichtet.

Der zweigeschossige luftige Bau wirkt durch den geschickten Einsatz von Glasfassaden und einer großzügigen Treppenführung samt Galerie offen und transparent. Am zehnten Gründungstag der Freien Universität schritten der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, gemeinsam mit Bundespräsident Theodor Heuss im Frack und Rektor Ernst Eduard Hirsch im feierlichen Talar in den Audimax zur Feierstunde. Am 26. Juni 1963 erhielt der amerikanische Präsident John F. Kennedy vor tausenden begeisterten Studenten vor dem Henry-Ford-Bau von Rektor Ernst Heinitz die Insignien der Ehrenbürgerschaft der Freien Universität. Wenige Jahre später diente das Audimax als Diskussionsraum für die protestierenden Studenten. Tausende von Studenten folgten und folgen in den verschiedenen Hörsälen des Henry-FordBaus ihren Vorlesungen und Seminaren. Im ersten Stock tagt der Akademische Senat. An hohen Besuch ist der Henry-Ford-Bau mittlerweile gewöhnt: Der italienische Erfolgsautor Umberto Eco wählte den nach wie vor modern wirkenden Bau als Ort für seine Lesung. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, erhielt im Henry-Ford-Bau die Ehrendoktorwürde. Vicco von Bülow, Sir Peter Ustinov und die Schriftstellerin Carola Stern begrüßten hier die Erstsemester. fva