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Noch nie gab es so viele Angebote für Studienaufenthalte an ausländischen Partnerunis wie heute

25.09.2015

Rebecca Klars verbringt ein Semester im kolumbischen Bogotá. Die 24-jährige Studentin der Lateinamerikastudien hat ein Faible für Salsa – und Lamas, wie das im vergangenen Jahr in der Inkastadt Machu Picchu aufgenommene Bild zeigt.
Rebecca Klars verbringt ein Semester im kolumbischen Bogotá. Die 24-jährige Studentin der Lateinamerikastudien hat ein Faible für Salsa – und Lamas, wie das im vergangenen Jahr in der Inkastadt Machu Picchu aufgenommene Bild zeigt. Bildquelle: privat

„Es gibt einfach Dinge, die man nicht in einem Seminar oder aus einem Buch lernen kann. Manmuss sie erleben“, sagt Miriam Gödecke, Studentin im Masterprogramm Interdisziplinäre Lateinamerikastudien an der Freien Universität. Während ihres Studiums war die 27-Jährige mehrfach im Ausland – zum Studium in Peru, als Praktikantin im brasilianischen São Paulo und in Mexiko-Stadt.

„Die Erfahrungen während eines Auslandsaufenthaltes, an einer anderen wissenschaftlichen Einrichtung und in einer anderen Kultur können den Blick auf das eigene Fachgebiet, aber auch auf das Leben im Allgemeinen, nachhaltig erweitern und prägen“, erzählt die 27-Jährige. „Für Studierende, die sich mit Sprachen oder auch mit Regionalstudien befassen, ist ein Auslandsaufenthalt natürlich unerlässlich.

Aber auch für Studierende aller anderen Disziplinen – ob nun Physik, Mathe, Biologie oder Veterinärmedizin – kann ein Auslandsaufenthalt sehr bereichernd sein“, sagt Günter Schepker, Leiter des Referats für Internationale Studierendenmobilität. Die Bedingungen für einen solchen Schritt seien gut: „Noch nie gab es so viele Angebote und Fördermöglichkeiten für Auslandsaufenthalte wie zurzeit“, betont Günter Schepker.

Insgesamt stehen den Studierenden der Freien Universität mehr als 2500 Studienplätze an ausländischen Partnereinrichtungen im Rahmen verschiedener Austausch- und Kooperationsprogramme zur Verfügung. Das kommt nicht von Ungefähr: „Internationalität ist für die Freie Universität ein ungemein wichtiger Aspekt“, sagt der Präsident der Freien Universität Professor Peter-André Alt: „Als Internationale Netzwerkuniversität pflegt die Hochschule Beziehungen zu zahlreichen renommierten Universitäten im Ausland, sie ist Anziehungspunkt für Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt und setzt sich in Forschung und Lehre mit globalen Themen auseinander.“

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Studierenden stehen mehr als 2500 Studienplätze im Ausland zur Wahl

Das größte und wohl bekannteste der Mobilitätsprogramme ist Erasmus+, mit dem Studierenden die Organisation und  Finanzierung eines Aufenthalts im europäischen Ausland erleichtert wird. Im Rahmen von Erasmus+ steht die Freie Universität mit 350 europäischen Hochschulen in Verbindung und bietet jährlich rund 2000 Austauschplätze an.

Erasmus+ fördert sowohl Studienaufenthalte als auch Praktika im Ausland. Für Studierende, die für eine Zeit lang ins außereuropäische Ausland wechseln möchten, sind die Direktaustauschprogramme der Freien Universität geeignet: Hier „tauschen“ die Freie Universität und Universitäten aller Kontinente „Studierende aus“, sodass an der jeweiligen Partneruniversität keine Studiengebühren anfallen. Gut ein Viertel der Direktaustauschstudienplätze ist sogar mit einem Stipendium verbunden.

Darüber hinaus bieten im sogenannten Fachbereichs- oder Institutsaustausch viele Institute und Fachbereiche zusätzliche Austauschplätze für bestimmte Fächer an, diese können bei den jeweiligen Koordinatoren und Ansprechpartnern der Freien Universität erfragt werden.

Finanzielle Unterstützung lässt sich zum einen über das Auslands-BAföG beantragen und zum anderen über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der verschiedene Stipendien an Bewerberinnen und Bewerber mit fachlicher Qualifikation und persönlicher Eignung vergibt.

Eine weitere Möglichkeit der Förderung bietet das Mobilitätsprogramm PROMOS. Durch PROMOS erhalten vor allem Studierende und Doktoranden Unterstützung, deren thematisches Vorhaben oder Zielort in keines der vom DAAD oder Erasmus+ angebotenen Programme passt. Eine erste Orientierungshilfe und Infos zu denAustauschprogrammen der Freien Universität bietet die Broschüre „Auf ins Ausland“, die bei der Abteilung für Außenangelegenheiten erhältlich ist.

„Mein wichtigster Tipp für einen Auslandsaufenthalt? –Keine Panik!“, sagt Philipp A. Thompson, der ein Jahr lang Betriebswirtschaftslehre im japanischen Kyoto studiert hat. „Ein Auslandsstudium ist ein Abenteuer, und das ist auch gut so“, sagt der 25-Jährige. Man könne nicht alles im Voraus planen, „aber alle Fragen lassen sich klären und alle Probleme beheben, wenn man selbstbewusst aufbricht und sich auch traut, um Hilfe zu bitten.“

Gerade der Anfang ist oft nicht ganz leicht: eine neue Stadt, neue Menschen, eine andere Kultur, eine andere Sprache – kein Wunder, wenn das auch mal überwältigend ist. „Aber es lohnt sich!“, sagt Ann-Kristin Meyer, Studentin im Masterprogramm Social, Cognitive and Affective Neuroscience an der Freien Universität. Sie verbringt derzeit ein Forschungspraktikum im spanischen San Sebastián. „Ein Auslandsaufenthalt ist eine Chance: raus aus der Routine und aus gewohnten Blickwinkeln und hinein in neue Herausforderungen und unvorhersehbare Augenblicke“, findet sie. In kaum einem anderen Kontext und Lebensabschnitt könne man so tief und gleichzeitig unkompliziert in eine andere Kultur eintauchen.

„Gerade Bachelorstudenten möchte ich ans Herz legen, diese Möglichkeiten zu nutzen und bei einem Auslandsaufenthalt ihre interkulturellen Kompetenzen zu erweitern und Erfahrungen zu sammeln, die man nur so machen kann“, sagt Günter Schepker. Und Miriam Gödecke empfiehlt, „sich für den längsten möglichen Zeitraum zu entscheiden. Sonst muss man genau dann gehen, wenn man gerade angekommen ist“.

„Mein Auslandssemester zählt sicherlich zu den prägenden Erfahrungen meines Lebens“, sagt Christoph Hönow, der als Student der Nordamerikastudien ein Semester in Wroclaw, Polen, verbracht hat: „Ich würde es immer wieder tun!“

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