Wechselseitiger Blick für mehr Verständnis

13.06.2014

Wie ist „Miss Perfect“ in chinesischen Frauenratgebern abgebildet? Welchen Rechtsvorschriften unterlagen Ehe und Familie in der Gründungszeit des neuen China? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität und der Peking Universität in einem Workshop auseinandergesetzt. Die Tagung „Interdisciplinary Gender and Women's Studies – Chinese and German Experiences“, die im Oktober 2013 in Peking stattfand, war vom Frauenforschungszentrum und Forschungszentrum für Alte Geschichte an der Peking Universität sowie dem Institut für Sinologie und dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung an der Freien Universität organisiert worden. Es ist bereits das zweite Zusammentreffen dieser Art gewesen, um neue Tendenzen in der Frauen- und Geschlechterforschung in China und Deutschland zu untersuchen.

„In China existiert eine längere Frauenforschungstradition, und es gibt ein großes Interesse an geschlechtertheoretischen Perspektiven auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen“, sagt Mechthild Leutner, Sinologin und Sprecherin des IZ Geschlechterforschung der Freien Universität. Der Austausch über westliche und chinesische Forschungsansätze stand daher im Mittelpunkt der Tagung. „Der wechselseitige Blick hat sehr zur kritischen Auseinandersetzung mit der jeweils eigenen Position beigetragen“, betont Anita Runge, Literaturwissenschaftlerin und Mitglied im IZ Geschlechterforschung.
Eine Fortsetzung des Austauschs ist geplant. 2015 wird es einen Workshop zu Fragen der Geschlechterforschung mit chinesischen, deutschen und lateinamerikanischen Kolleginnen und Kollegen in Mexiko geben. PK