Roboter mit Insektenhirn

20.02.2014

Der Neurobiologe Martin Nawrot und der Informatiker Raúl Rojas von der Freien Universität Berlin sowie Forscher des Bernstein Fokus „Neuronale Grundlagen des Lernens“ und des Bernstein Zentrums Berlin haben einen Roboter entwickelt, der Umgebungsreize wahrnehmen und lernen kann, auf sie zu reagieren. Als Vorbild seines Funktionsprinzips diente den Wissenschaftlern das relativ einfach aufgebaute Nervensystem von Honigbienen. Dazu installierten sie eine Kamera auf ein kleines Roboterfahrzeug und schlossen es an einen Computer an.

Das Computerprogramm bildete dabei vereinfacht das sensomotorische Netzwerk des Insektengehirns nach. Seine Eingangsdaten erhielt es von der Kamera, die – ähnlich einem Auge – visuelle Informationen aufnehmen und weiterleiten konnte. Das neuronale Netzwerk trieb wiederum die Motoren der Roboterräder an und konnte somit seine Bewegungsrichtung steuern.

Das Besondere an dem künstlichen Minigehirn ist, dass es nach einfachen Prinzipien lernen kann. „Der netzwerkgesteuerte Roboter ist fähig, bestimmte Außenreize mit Verhaltensregeln zu verknüpfen“, sagt Professor Martin Paul Nawrot, Leiter der Studie und Professor für Neuroinformatik an der Freien Universität Berlin. „Ähnlich wie Honigbienen lernen, bestimmte Blütenfarben mit schmackhaftem Nektar zu assoziieren, erlernt der Roboter, sich auf gewisse Farbobjekte hinzubewegen und andere zu meiden.“

Die Studie wurde in Kooperation mit der Arbeitsgruppe „Intelligente Systeme und Robotik“ erarbeitet.