Herausragender Mensch und Wissenschaftler

20.02.2014

Nachruf auf Professor Dr. Martin Zeitz

Die Nachricht war für alle ein Schock: Am 26. November ist Professor Dr. Martin Zeitz nach kurzer schwerer Krankheit in Hamburg verstorben. Erst vor einem Jahr hatte der renommierte Mediziner die Stelle als Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Eppendorf angetreten – nach langen Jahren herausragender ärztlicher und wissenschaftlicher Tätigkeit in Berlin. Hier hat auch seine wissenschaftliche Karriere ihren Anfang genommen.

Nach dem Studium der Medizin an der Freien Universität begann Martin Zeitz seine Ausbildung am dortigen Institut für Pharmakologie, ab 1979 absolvierte er den klinischen Teil am Universitäts-Klinikum Benjamin Franklin in Steglitz in der Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie von Prof. Dr. E. O. Riecken. Die Immunologie der Schleimhäute wurde zu seinem wissenschaftlichen Schwerpunkt, den er während eines zweijährigen Forschungsaufenthalts an den National Institutes of Health in den Vereinigten Staaten weiter vertiefte. Nach seiner Rückkehr aus Amerika folgte 1989 die Habilitation und 1993 die Verleihung einer außerplanmäßigen Professur. 1994 erhielt Martin Zeitz einen Ruf auf das Ordinariat für Innere Medizin an die Universität des Saarlandes, 2001 nahm er den Ruf auf die Nachfolge seines Mentors E. O. Riecken an die Freie Universität Berlin an. Seit 2006 leitete er das Charité Centrum für Magen-, Darm-, Nieren- und Stoffwechselmedizin, bis er 2012 als Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Eppendorf nach Hamburg wechselte.

Die klinische und wissenschaftliche Karriere von Martin Zeitz war außerordentlich erfolgreich. Er gehörte in den 1990er Jahren zu den Gründern des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten medizinischen Forschungsnetzwerks „MedNet Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“, aus dem sich das „Kompetenznetz chronische Darmerkrankungen“ entwickelte. In Berlin etablierte er 2002 die Klinische Forschergruppe „Immunpathogenese und Interventionsstrategien bei mukosalen Infektionen“, 2003 folgte der von ihm geleitete Sonderforschungsbereich 633 „Induktion und Modulation T-zellvermittelter Immunreaktionen im Gastrointestinaltrakt“. Martin Zeitz war Sprecher des Fachkollegiums Medizin und dessen Sektion Entzündungsforschung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Außerdem war er Präsident mehrerer nationaler und internationaler Fachgesellschaften und wurde 2013 zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt.

Martin Zeitz war stets ein aufmerksamer Zuhörer, der von den Kollegen wegen seiner Fairness sowie seines menschlichen und fachlichen Rates sehr geschätzt wurde.

Durch seinen Tod verlieren wir einen besonderen Menschen, einen herausragenden Arzt und klinischen Lehrer sowie einen exzellenten Wissenschaftler.