Auf einer Wellenlänge?

Wie Sprache im Gehirn verarbeitet wird, können Besucher im Labor testen.

10.06.2013

Das EEG zeigt, wie Sprache im Gehirn verarbeitet wird.
Das EEG zeigt, wie Sprache im Gehirn verarbeitet wird. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Menschheit, Einsamkeit, Blindheit, Sicherkeit, Freiheit. Moment – Sicherkeit? Wer hier stutzt, stutzt zurecht. Denn das Wort besteht zwar aus für sich genommen korrekten Silben und ist nach deutschen Grammatikregeln richtig zusammengesetzt. Es ergibt aber keinen Sinn. Über ein solches „Pseudo-Wort“ stolpern wir. Was genau dabei im Gehirn passiert, lässt sich mithilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) untersuchen: Durch die Messung elektrischer Aktivität des Gehirns werden Gehirnwellen sichtbar. Diese werden auf einen Monitor übertragen und lassen sich in Form von Linien und Kurven ablesen. Wenn eine Abweichung oder ein Fehler in der Sprache erkannt wird, zeigt sich auf einer von zwei horizontal verlaufenden Linien ein kleiner Kurven-Ausschlag.

Während der Langen Nacht der Wissenschaften können Besucherinnen und Besucher selbst zu Testpersonen werden: Zwischen 16.00 und 23.00 Uhr werden stündlich und für Gruppen von maximal 15 Teilnehmern Führungen durch das Labor für Gehirn- und Sprachforschung der Freien Universität angeboten. Wissenschaftler zeigen und erklären, was im Gehirn abläuft, wenn wir sprechen oder zuhören und wie unsere grauen Zellen bei der Verarbeitung von Sprache zusammenarbeiten. Bei jedem Durchgang kann jeweils ein Freiwilliger seine Hirnströme messen lassen.

Wer mitmachen möchte, muss sich über eine Liste anmelden, die im K-Gang, in der Nische K 31, ausliegt, beim Angebot des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“ (siehe nebenstehender Artikel). Dort beginnen die Führungen. Brain Language Laboratory, Habelschwerdter Allee 45, JK 28/020-027.

Hier ist auch der Startpunkt für eine weitere Führung, bei der man ebenfalls dem Gehirn beim Arbeiten zuschauen kann. Im „Dahlem Institute for Neuroimaging of Emotion“ werden mit der Kernspintomografie und der Nahinfrarotspektroskopie zwei weitere sogenannte bildgebende Verfahren vorgestellt. Die Wissenschaftler erklären anschaulich die Möglichkeiten und Grenzen dieser Methoden und wie sie in der Neurowissenschaft und der Emotionsforschung genutzt werden können: Kann man dadurch Gedanken lesen und Gefühle sehen?

Start ist um 17.30, 19.00, 20.30 und 22.00 Uhr. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bitte unbedingt in der Nische K 31 anmelden.

Wer sein frisch erworbenes Wissen über Gehirnwellen und Sprachverarbeitung vertiefen möchte, ist am Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung gut aufgehoben – einer Institution, mit der Wissenschaftler der Freien Universität kooperieren.

Unter dem Titel „Hirnjogging, Risiko, Emotionen“ werden am MPI an der Dahlemer Lentzeallee 94, Haus A3, Vorträge, Experimente und Ausstellungen angeboten. Viele Veranstaltungen richten sich an Kinder.