Gesund bleiben durch Bewegung im Alltag

Die Freie Universität sucht für eine Studie Paare, die körperlich aktiver werden möchten.

16.04.2013

Zahlreiche Studien haben es bewiesen: Schon 30 bis 60 Minuten moderate körperliche Aktivität an fünf Tagen in der Woche reduzieren das Risiko von chronischen Erkrankungen. Dabei ist es gar nicht nötig, einem Sportverein oder Fitnessstudio beizutreten. „Man kann auch zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit eine U-Bahn-Station früher aussteigen oder zügig Treppen steigen, statt den Fahrstuhl zu nehmen“, sagt Nina Knoll, Professorin für Gesundheitspsychologie an der Freien Universität Berlin. Zusammen mit ihrer Kollegin Silke Burkert von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des gemeinsamen medizinischen Fachbereichs von Freier Universität und Humboldt-Universität, leitet sie das Projekt „Bewegter Alltag: Eine Planungsinterventionsstudie mit Paaren zur Förderung der körperlichen Aktivität im Alltag“. Eines der Ziele ist es, Empfehlungen zu erarbeiten, wie Partner einander bei dem Vorhaben, sich mehr zu bewegen, unterstützen können.

Wie sich die individuelle Motivation, mehr für die eigene Fitness zu tun, auf die Steigerung körperlicher Aktivität auswirkt, ist gut erforscht; über den Einfluss des sozialen Umfelds ist jedoch wenig bekannt. Dabei lebt ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung in Partnerschaften, und gesundheitsbewusstes Handeln ist bei vielen regelmäßiges Gesprächsthema – etwa wenn Partner einander an Arztbesuche erinnern oder zusammen den Wocheneinkauf planen. „Wir erleben häufig ein großes Engagement der Partner, wenn es um gesundheitsrelevantes Verhalten geht“, sagt Nina Knoll. Mit ihrem Team untersucht sie, wie Paare verschiedene Strategien nutzen, um sich mehr zu bewegen. Ersten Ergebnissen zufolge hat sich besonders bewährt, eine körperliche Aktivität für einen bestimmten Tag und an einem bestimmten Ort zu planen: „Das ist wesentlich effektiver, als nur einen allgemeinen Vorsatz zu fassen.“

Die meisten Menschen wissen, wie wichtig regelmäßige Bewegung für die Gesundheit ist. Sie senkt unter anderem das Risiko für Herzerkrankungen, orthopädische Probleme, Diabetes II und viele Krebserkrankungen. Auch auf die Psyche hat körperliche Fitness einen positiven Einfluss. Dennoch bewegen sich nur rund 20 Prozent der erwachsenen Deutschen gemäß den medizinischen Leitlinien. „Gerade im mittleren Erwachsenenalter fällt es vielen schwer, körperlich aktiv zu bleiben“, sagt Knoll. Im Beruf sitzen viele den ganzen Tag am Schreibtisch, abends kümmern sie sich um ihre Familie. Zeitfenster für Sport ergeben sich aber nicht von selbst, sondern müssen geschaffen werden. Ob dies besser gelingen kann, wenn Menschen sich nicht nur selbst motivieren, sondern bei ihrem Vorhaben von ihrem Partner unterstützt werden, soll die Studie zeigen. Unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Krebshilfe.

Die Studienleiterinnen suchen noch gesunde Paare, die ihre körperliche Aktivität dauerhaft steigern wollen. Die Teilnehmer müssen 18 Jahre und älter sein und seit mindestens sechs Monaten mit ihrem Partner zusammenleben. Die Teilnahme dauert ein Jahr. Während dieser Zeit werden die Paare zu vier Terminen an die Freie Universität eingeladen, vier Mal tragen sie eine Woche lang einen Bewegungsmesser. Außerdem bekommen sie regelmäßig Fragebögen zugeschickt, in denen sie unter anderem ihre Erfolge bei der Umsetzung ihrer Pläne dokumentieren. Alle Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Weitere Informationen

  • Interessierte wenden sich bitte an das Team „Bewegter Alltag“, Hilda Hohl, Freie Universität Berlin, Arbeitsbereich Gesundheitspsychologie, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Telefon: 030/ 838-58908, E-Mail: bewegter-alltag@fu-berlin.de.

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