Mitmachen beim Nachhalten!

17.04.2012

Verantwortungsvolles Wirtschaften, nachhaltiges Handeln – wer wissen will, wie das in der Praxis funktionieren kann, der sollte auch in diesem Jahr bei SUSTAIN IT! mitmachen, einer Initiative des Forschungszentrums für Umweltpolitik, der Grünen Hochschulgruppe und des Arbeitsbereichs Energie und Umwelt der Freien Universität. Wie schon 2011 erwartet alle Teilnehmenden ein vielfältiges und interaktives Programm, mit dem durch zahlreiche Beispiele verdeutlicht wird, warum und wie wir nachhaltiger leben können. Was sind unsere globalen Herausforderungen, auch in der Umweltpolitik? Wie erhalten wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen? Müssen wir unseren konsumorientieren Lebensstil ändern – und wo können wir als Verbraucher Einfluss nehmen? Fragen wie diese werden in Diskussionen und Filmvorführungen, in Kunstaktionen, auf dem „Markt der nachhaltigen Möglichkeiten“ oder dem Science Slam behandelt. fundiert hat bei den Gründerinnen und Gründern der Initiative nachgefragt, warum es wichtig ist, vor Ort Verantwortung zu übernehmen und wie Nachhaltigkeit auch im Universitätsalltag umgesetzt werden kann.

sustain it: Mitmachen beim Nachhalten!
sustain it: Mitmachen beim Nachhalten! Bildquelle: Freie Universität Berlin

Karola Braun-Wanke

50 Jahre, M.A., Koordinatorin und Mitbegründerin der Initiative SUSTAIN IT!, Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU)

„Mitmachen beim Nachhalten“ ist das Motto unserer Initiative, mit der wir die disziplinären Hochschulgrenzen überwinden möchten. Mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und viel Engagement ermöglichen wir neue Zugänge zu drängenden Fragen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Ich engagiere mich, um ein breites und vernetztes Bewusstsein für Nachhaltigkeitsprobleme unserer Zeit zu schaffen, und ich nutze meinen Gestaltungsspielraum am FFU, um mit neuen Methoden Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Verwaltung stärker zu verankern. Mir gefällt der pragmatische SUSTAIN IT!-Ansatz: Hochschuldisziplinen, universitäre und lokale Projekte und Akteure sowie studentische Initiativen zu vernetzen, um gemeinsam Handlungsoptionen und Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung zu entwickeln.


David Ziegler

31 Jahre, Dipl.-Biologe, Mitbegründer der Initiative SUSTAIN IT!, Arbeitsbereich Energie und Umwelt in der Technischen Abteilung

SUSTAIN IT! ist für mich ein wegweisendes Projekt, da hier die wichtigen Gruppen der Universität – Studierende, Forschende, Lehrende und Angehörige der Universitätsverwaltung – zusammenkommen und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Als Arbeitsbereich Energie und Umwelt koordinieren wir das betriebliche Energie- und Umweltmanagement an der Freien Universität. Leider wissen viele Universitätsangehörige nicht, dass die Universität schon seit 2005 ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 betreibt. Auch ist es für uns nicht immer leicht, mit Studierenden und Forschenden in einen direkten Kontakt zu kommen. SUSTAIN IT! eröffnet neue Wege, den Austausch zwischen den genannten Gruppen zu verbessern und die Idee einer nachhaltigen Universität so breit wie möglich zu diskutieren und zu verankern.


Kyra Ksinzyk

21 Jahre, studiert im vierten Semester Politikwissenschaft an der Freien Universität

Als ich 2011 die Angebote der SUSTAIN IT!-Hochschultage an der Freien Universität wahrgenommen habe, war ich von der ganzen Idee und der Umsetzung total begeistert. Ich hörte unter anderem einen Vortrag über Veganismus, der mich nachhaltig beeinflusst hat. In diesem Jahr ergriff ich selbst die Chance zum „Mitmachen beim Nachalten“ und kann nun mit meinen Ideen zur Gestaltung der Hochschultage beizutragen. Ich finde es wichtig, mich mit den Problemen unserer Zeit auseinanderzusetzten, dabei aber nicht nur passives Wissen anzuhäufen, sondern dieses Wissen auch aktiv einem breitem Publikum zugänglich zu machen. Die Hochschultage füllen das Wort „Nachhaltigkeit“ mit lebendigen und vielfältigen Inhalten, die hängenbleiben, nachdenklich machen und im besten Fall die Welt ein kleines Stück besser machen.


Lisa Göldner

22 Jahre, Studentin der Politikwissenschaft und Mitglied der Grünen Hochschulgruppe der Freien Universität

Die Probleme unserer Erde können wir nur lösen, indem wir langfristig unsere Verhaltensweisen ändern. Um da hinzukommen, müssen wir unsere Gewohnheiten und unseren Konsum grundlegend hinterfragen. Bei SUSTAIN IT! geht es uns um Lösungen und darum, was jede und jeder tun kann – und muss! Ich gehöre der SUSTAIN IT!-Planungsgruppe seit deren Gründung an. Hier kann ich meine eigenen Ideen umsetzen, Themen einbringen, die mich beschäftigen, und Impulse für eine ökologisch intakte und sozial gerechte Welt geben. Es ist mir wichtig, Verantwortung für mein Umfeld zu übernehmen und die Uni, an der ich mich ja fast täglich aufhalte, mitzugestalten. Ich würde mir wünschen, dass alle, die an der Freie Universität studieren oder arbeiten, die Uni als Lebensraum begreifen und sich dafür einsetzen, sie im Sinne der Nachhaltigkeit zu verändern.

Eines der vielen Projekte bei Sustain IT! ist Transition Town, ein Projekt, in dem hinterfragt wird: Wie wollen wir in Zukunft in der Stadt leben, wie wollen wir uns darin fortbewegen, wie wollen wir städtisches Zusammenleben neu gestalten? Antworten geben Julian Gröger und Sibila Zecirovic.

Julian Gröger

30 Jahre, Masterstudent „Öffentliches und Betriebliches Umweltmanagement“

Vor zwei Jahren hörte ich zum ersten Mal vom Ansatz der Transition Town und nicht nur ich dachte: Das ist es! Eine gemeinsame Vision, die zu dem Wandel passt, der gerade stattfindet: Bürger-Solaranlagen, Urban Gardening, Obstbaumpflanzungen, Nachbarschaftspflege, Regionalwährungen, Tauschringe, Erzeuger-Verbrauchergemeinschaften (CSA) und so weiter. Die Idee, weniger abhängig zu sein von globalen Krisen, macht Mut, und der optimistische Zugang zu den Themen Energie, Ernährung, Wirtschaft, Nachbarschaft spricht mich an. Ich freue mich darauf, meine Nachbarn besser zu kennen, weniger Müll zu haben und ein GE-braucher zu sein statt VER-braucher. Noch haben wir die Chance, diese Prozesse selbstständig und mit Freude zu gestalten. Peak Oil und Klimawandel werden uns sonst wohl bald dazu zwingen.


Sibila Zecirovic

30 Jahre, Diplomstudentin „Technischer Umweltschutz“

In der Acht-Millionen-Einwohner-Stadt New York ist die Anzahl der Gemeinschafts-Gärten seit Anfang der 70er-Jahre auf 800 angestiegen. In ganz Deutschland existieren momentan höchstens 30 Solidarische Landwirtschafts-Gemeinschaften. Ob nun innerstädtischer Garten oder Kooperation mit außerstädtischen landwirtschaftlichen Höfen, beiden Gemeinschaftsideen liegen die Selbstversorgung und das Miteinander zugrunde. Es geht nicht um Abschottung oder esoterisches Harmoniestreben, sondern vor allem darum, „die ökologische Frage, die nicht von der sozialen zu trennen ist“, wie Jutta Ditfurth einmal sagte, aktiv zu bewältigen. Die globalen Verstrickungen haben uns gezeigt: Veränderungen vor Ort können schnell zu Veränderungen weltweit führen. Aber sie müssen nicht immer zerstörerisch sein!