Informatiker der Freien Universität Berlin erneut erfolgreich

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Robokicker der Freien Universität
Robokicker der Freien Universität
Die Informatiker der Freien Universität sind berühmt für ihre Fußballer – Robokicker, mit denen die komplexen Welten künstlicher Intelligenz erforscht werden. Sie tun sich aber auch immer wieder hervor, wenn es darum geht, Software zu entwickeln, die nicht nur neue wissenschaftliche Maßstäbe setzt, sondern auch das alltägliche Leben erleichtert. Darüber hinaus geben sie immer wieder Beispiel für gelingende Arten der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Dies zeigte sich auch beim diesjährigen „IPv6“-Gipfel des Hasso- Plattner-Instituts, bei dem der Informatiker Matthias Wählisch von der Freien Universität mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde.

Wählisch erhielt die mit 10.000 Euro dotierte erste Platzierung gemeinsam mit Partnern aus dem Projekt „Moviecast“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und der Berliner Daviko GmbH. Prämiert wurde das Team für die Software „PlaceCam“, die Videokonferenzen im Internet auf stationären und mobilen Endgeräten benutzerfreundlich ermöglicht. Die Gruppe setzte sich gegen 41 Bewerbungen aus 19 Ländern durch.

Daten innerhalb des Internets werden auf der Basis des Internetprotokolls, kurz „IP“ verschickt. „IPv6“ bezeichnet die neueste Version des Internetprotokolls, die der derzeit verbreiteten Version 4 nachfolgen soll. Die vor beinahe 30 Jahren entwickelte Spezifikation genügt heutigen Anforderungen nach Effizienz, Mobilität und Sicherheit nicht mehr. Insbesondere gehen die zur direkten Kommunikation nötigen Internet-Adressen aus. Der deutlich leistungsfähigere Nachfolger „IPv6“ setzt sich in der Praxis aber nur langsam durch. „PlaceCam“ adressiert mit seinem Funktionsumfang explizit die Potenziale des neuen tels eine komparative Bilanz zieht. Der internationale Vergleich wird darüber hinaus mit dem Vergleich zwischen drei verschiedenen Analyseebenen, einem sehr kunstvollen „jeu d’echelle“ (Roger Chartier), verbunden, so dass gleichsam ein doppeltes Tryptichon entsteht, das die Arbeit, wie schon angedeutet, auch methodisch und theoretisch sehr interessant macht. Die Arbeit erweist sich hier auch als Ergebnis einer nicht nur oberflächlichen, sondern wirklich gelungenen französisch-deutschen Kooperation. Internetprotokolls und könnte so die Verbreitung des zukünftigen Internets vorantreiben.

Damit wurde die Gewinnergruppe den Anforderungen des diesjährigen „IPv6“-Gipfels gerecht: Die eingereichten Beiträge wurden danach bewertet, welche Leistung sie zur Realisierung einer neuen Interneterfahrung erbringen und in welchem Umfang „IPv6“ gefördert und dessen Verbreitung weiter vorangetrieben wird.

Matthias Wählisch forscht in der Arbeitsgruppe „Computer Systems und Telematics“ am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich des mobilen Internets, „P2P“ und Multimedia Networking sowie der Internet-Analyse. Seine Arbeit wird aus dem Innovationsfonds der Freien Universität Berlin gefördert.  

FU-Pressedienst