Freie Universität Berlin mit sechs Sonderforschungsbereichen erfolgreich

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt alle beantragten SFB der Freien Universität

News vom 23.11.2007

Bei der Neubeantragung von Sonderforschungsbereichen (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Freie Universität hervorragend abgeschnitten. Von den neu eingerichteten und verlängerten Projekten entfielen sechs auf die Freie Universität, davon zwei auf die gemeinsam von der Freien Universität und der Humboldt-Universität eingereichten Anträge (Charité – Universitätsmedizin Berlin). Die DFG ist die größte Organisation der Forschungsförderung in Deutschland.

Neu und für vier Jahre bewilligt wurde der SFB 765 „Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip: Neue Architekturen, Funktionen und Anwendungen“. Sprecher ist Prof. Dr. Rainer Haag vom Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität. Ebenfalls neu bewilligt wurde der SFB/Transregio 43 „Gehirn als Ziel von entzündlichen Prozessen“. Sprechereinrichtung ist die Charité – Universitätsmedizin Berlin, getragen von der Freien Universität und der Humboldt-Universität. Sprecherin ist Prof. Dr. Frauke Zipp. Die medizinische Fakultät der Freien Universität und der Humboldt-Universität erhielt zudem eine neue Bewilligung für den SFB/Transregio 54 „Wachstum und Überleben, Plastizität und zelluläre Interaktivität lymphatischer Neoplasien“. Sprecher ist Prof. Dr. Bernd Dörken.

Verlängert für eine weitere Periode wurden der SFB 447 „Kulturen des Performativen“ (Sprecherin Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte), der SFB 449 „Struktur und Funktion membranständiger Rezeptoren“ (Sprecher: Prof. Dr. Wolfram Saenger) sowie der SFB/Transregio 15: „Governance und die Effizienz ökonomischer Systeme“, an dem die Wissenschaftler Prof. Dr. Helmut Bester und Prof. Dr. Kai A. Konrad beteiligt sind.

Im neu bewilligten SFB 765 „Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip: Neue Architekturen, Funktionen und Anwendungen“ werden die Grundlagen für die Beantwortung zentraler Fragen in den Bio- und Materialwissenschaften untersucht. Mit ihm wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin in Kooperation mit weiteren Berliner Einrichtungen das Phänomen der Multivalenz umfassend erforschen, wobei ihr Augenmerk auf den zugrunde liegenden chemischen und biologischen Mechanismen und Molekülarchitekturen liegt. Langfristig zielen die Arbeiten auf die Entwicklung neuer multivalenter Moleküle, die etwa für die Hemmung von Entzündungen und den Schutz vor viralen Infektionen, aber auch für die Optimierung von Oberflächen von großer Bedeutung sein können.

In bewilligten SFB/Transregio 43 „Gehirn als Ziel von entzündlichen Prozessen“ wenden sich Forscher aus Berlin und Göttingen den Entzündungs- und Immunreaktionen im Gehirn zu, die lange Zeit gegenüber der Erforschung entzündlicher Prozesse außerhalb des Gehirns vernachlässigt wurden. Die geplanten Projekte sollen unter anderem klären, welche Rolle Entzündungen bei traumatischen und neurodegenerativen Prozessen spielen. Dabei stehen Erkrankungen wie Schlaganfall, Alzheimer oder Multiple Sklerose im Mittelpunkt des Interesses. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen langfristig auch für Therapien in die klinische Praxis umgesetzt werden.

Im SFB/Transregio 54 „Wachstum und Überleben, Plastizität und zelluläre Interaktivität lymphatischer Neoplasien“ soll erforscht werden, wie sich Krebszellen bei Lymphom-Erkrankungen an ihr Umfeld anpassen und damit eine Heilung oft erschweren oder gar unmöglich machen. Die beteiligten Wissenschaftler aus Berlin und München verbinden dabei tierexperimentelle und patientenorientierte Projekte, die auf neuartige Therapieansätze etwa beim Hodgkin-Lymphom, bei Multiplen Myelomen und anderen bösartigen Erkrankungen lymphatischer Zellen zielen.