Themen im Juni

29.05.2013

Alles im Blick beim Rückwärtsfahren

Jedes Hindernis sofort im Blick: Die Ausgründung der Freien Universität „AutoNOMOS Systems“ hat für die BSR ein intelligentes Kamerasystem entwickelt, das den Fahrer beim Rückwärtsfahren unterstützen soll.
Bildquelle: Michael Brunner

Intelligentes Assistenzsystem für Müllwagen der BSR soll Unfälle verhindern / Entwickelt von Ausgründung der Freien Universität

Ein 26 Tonnen schweres Fahrzeug durch Berlins teilweise enge Straßen zu manövrieren – das ist trotz Rück- und Seitenspiegel, Einweisehilfe der Kollegen und Erfahrung des Fahrers kein Kinderspiel. Deshalb kommt es immer wieder zu Kollisionen mit Gegenständen oder – im schlimmsten Fall – mit Menschen. Um dies zu vermeiden, hat die Berliner Stadtreinigung (BSR) die Ausgründung der Freien Universität „AutoNOMOS Systems“ damit beauftragt, ein Konzept für eine Lösung des Problems zu entwickeln. Dabei herausgekommen ist ein intelligentes Kamerasystem, das die Fahrer der Müllautos beim Rückwärts-Navigieren unterstützen soll. Nach einer einjährigen Entwicklungsphase wird das sogenannte Rückfahr-Assistenzsystem (RAS) für ein Jahr im Straßenverkehr getestet, bevor entschieden wird, ob weitere Fahrzeuge der BSR damit ausgestattet werden.

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Vorbeter, Sozialarbeiter, Brückenbauer

Im Gespräch mit künftigen Imamen: Anne Schönfeld, hier vor der Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln, führt für ihre Dissertation auch Interviews mit Studierenden des neuen Faches Islamische Theologie.
Bildquelle: Bianca Schröder

Die Islamwissenschaftlerin Anne Schönfeld analysiert die öffentliche Debatte über die Ausbildung von Imamen an deutschen Universitäten

Als Anne Schönfeld sich 2001 für das Studienfach Islamwissenschaft entschied, bekam sie nicht nur interessierte Fragen zu hören, sondern auch „die ein oder andere Polemik“ über archaische Denkweisen, Gewaltbereitschaft und das Patriarchat. Dass sie schließlich in ihrem Studium den Fokus auf die öffentlichen Debatten über den Islam legte, war auch eine Reaktion auf diesen Widerstand, den sie in Gesprächen häufig erfahren hat. An der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies der Freien Universität schreibt die 31-Jährige gerade ihre Doktorarbeit über die Debatten, die die Einführung des Faches Islamische Theologie an deutschen Universitäten seit dem Wintersemester 2010/11 begleiten. 

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Religion und Moral

Małgorzata Rajtar forscht zum Thema "Religion und Moral". Die Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung ist noch bis zum Ende des Sommersemesters an der Freien Universität.
Bildquelle: Susanne Rothmund

Małgorzata Rajtar forscht an der Arbeitsstelle Medizinethnologie zur religiös begründeten Verweigerung von Zeugen Jehovas, Bluttransfusionen anzunehmen

Für andere Völker und Religionsgemeinschaften interessiert sich die in Danzig geborene Ethnologin Małgorzata Rajtar schon lange. So war es nur konsequent, dass sie ein Ethnologiestudium aufnahm, in Warschau, wo sie 2006 auch promoviert wurde. Ihre Magisterarbeit schrieb Rajtar über Teufelsvorstellungen in polnischen Dörfern. Sie interviewte hierfür Bewohnerinnen und Bewohner, die den Gerüchten zufolge vom Teufel besessen waren oder denen man magische Kräfte zuschrieb. „Viele Ansichten der ländlichen Bevölkerung über den Teufel haben sich seit dem 19. Jahrhundert kaum verändert“, sagt sie. Die Dorfbewohner nahmen sie herzlich auf und ließen sie sogar in ihren Bauernhäusern übernachten: „Alle waren sehr offen, das hätte ich in der Stadt nicht erlebt. Und für die Dorfbewohner war es auch spannend, befragt zu werden“, sagt die Ethnologin. Seit dieser Feldforschung ist sie dem Thema „Religion und Moral“ treu geblieben.

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