Zwischen Ausbürgerung und Exodus

Öffentliche Tagung am 7. und 8. Dezember erinnert an die Ausweisung des Liedermachers Wolf Biermann und die Folgen des Jahres 1976 / Biermann selbst ist Teilnehmer der Konferenz

Nr. 409/2016 vom 23.11.2016

40 Jahre nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR im Winter des Jahres 1976 erinnert eine internationale Tagung am 7. und 8. Dezember 2016 an der Freien Universität Berlin an diese zeit- und kulturgeschichtliche Zäsur. In der Folge verließen zahlreiche weitere Schriftstellerinnen und Schriftsteller die DDR. Neben Wolf Biermann selbst werden auch die Autorin Barbara Honigmann und der Dramatiker Lothar Trolle an der Tagung teilnehmen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland erörtern in Vorträgen und im Gespräch mit Zeitzeugen diese Grenzüberschreitungen und ihre Folgen. Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt, sie ist öffentlich, der Eintritt frei.

„Im Rahmen der Tagung möchten wir eine neue Perspektive auf Texte und Erfahrungsgeschichte von Autorinnen und Autoren erproben, die 1976 und in den Folgejahren die DDR verlassen haben“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Brokoff von der Freien Universität, der die Tagung in Kooperation mit Prof. Dr. Yfaat Weiss von der Hebräischen Universität Jerusalem, dem Doktoranden Ofer Waldman und Prof. Dr. Susanne Zepp von der Freien Universität Berlin organisiert hat. Dabei sollen allzu schematische Unterscheidungen, die zuweilen zwischen den zwei deutschen Staaten und zwischen den vermeintlich „zwei Literaturen“ (Christa Wolf) gemacht werden, kritisch reflektiert und die Erfahrungen jüdischer Autorinnen und Autoren der DDR in besonderem Maße berücksichtigt werden.

Bei einer festlichen Abendveranstaltung am 7. Dezember um 19.30 Uhr wird Wolf Biermann über seine Ausbürgerung sprechen. Am 8. Dezember werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland i die Ausbürgerung und deren Folgen analysieren und diskutieren. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Literatur- und Kulturwissenschaftler Wolfgang Emmerich von der Universität Bremen, der Historiker Jan Gerber vom Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig, die Literaturwissenschaftlerin Natasha Gordinsky von der University of Haifa, der Buchwissenschaftler Siegfried Lokatis von der Universität Leipzig, die Literaturwissenschaftlerin Andrea Jäger von der Universität Halle und der Soziologe Heinz Bude von der Universität Kassel. Zum Abschluss der Tagung findet am Abend des 8. Dezember eine Podiumsdiskussion mit der Schriftstellerin Barbara Honigmann und dem Dramatiker Lothar Trolle statt, die von dem Journalist Knut Elstermann moderiert wird.

Weitere Informationen

Zeit, Ort, Programm

Kontakt

  • Prof. Dr. Jürgen Brokoff, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-55656, E-Mail: juergen.brokoff@fu-berlin.de
  • Ofer Waldman, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin, E-Mail: ofer.waldman@fu-berlin.de