“Das schöne Gesicht der Moderne“

Öffentliche Konferenz zu Körperbildern, Schönheitspraktiken und -idealen in China, Korea und Japan am 26. und 27. November 2016 an der Freien Universität Berlin

Nr. 402/2016 vom 18.11.2016

Wie sozialer Wandel in Körperbildern, Schönheitspraktiken und -idealen in Japan, Korea und China zum Ausdruck kommt, wird im Rahmen einer interdisziplinären Tagung am 26. und 27. November 2016 an der Freien Universität Berlin erörtert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland diskutieren über das Phänomen der in Ostasien zunehmend wichtigen Körpernormen und Schönheitsstandards. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

„Attraktivität gilt zunehmend als unerlässliche Voraussetzung im Berufsleben, die Schönheitschirurgie erlebt in Korea einen regelrechten Boom, in China gilt das Konstrukt „baifumei“ – die reiche weiße Schönheit – als Ideal, und in Japan ist die Jugend hin-und-her gerissen zwischen der Ästhetik von Subkulturen und sozialen Normen“, erklärt Dr. Anett Dippner vom Zentrum für Regionalstudien der Freien Universität. Sie hat die Tagung gemeinsam mit Prof. Eun-Jeung Lee vom Institut für Koreastudien organisiert. All dies seien Aspekte eines Phänomens, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung erstmals in einem internationalen und interdisziplinären Rahmen betrachten werden.

Dr. Sharon Heijin Lee von der New York University hält etwa einen Vortrag zum Thema „Love Your Body“: Plastic Surgery, Feminist Activism and the Trouble with Self-Esteem” (Liebe Deinen Körper: Schönheitschirurgie, Feminismus und das Problem mit dem Selbstwertgefühl), während sich Dr. Masafumi Monden von der University Sydney in seinem Vortrag dem Ideal männlicher Schönheit in Japan widmet. Dr. Yang Jie von der Simon Fraser University in Kanada diskutiert die Hintergründe der zunehmend verbreiteten Essstörungen.

Die zunehmende Relevanz einer attraktiven äußeren Erscheinung muss unter Berücksichtigung der jüngsten sozio-ökonomischen Entwicklungen als Folge eines Modernisierungsprozesses betrachtet werden. Dazu zählen etwa der Einfluss der westlich orientierten Konsumkultur oder auch individuelle neoliberale Strategien. Kernfragen sind etwa, wie systematische und strukturelle Veränderungen sich auf das Mikrolevel der Körperkultur überträgt oder wie globale Trends auf die Kultur übertragen werden. So soll die Diskussion über eine „Weltkultur der Schönheit“ und heimische Voraussetzungen transnational aufgegriffen werden.

Weitere Informationen

Zeit, Ort und Programm

Kontakt

  • Dr. Anett Dippner, Zentrum für Regionalstudien der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-61497, E-Mail: anett.dippner@fu-berlin.de
  • Prof. Eun-Jeung Lee, Institut für Koreastudien der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-456898, E-Mail: eun-jeung.lee@fu-berlin.de

Im Internet

www.geschkult.fu-berlin.de/e/oas/korea-studien/veranstaltungen/Kalender/WiSe2016_17/DFG_Beauty.html