Schreiber, Drucker und Handwerker als Akteure des Wissenswandels

Bilateraler Workshop am 21. Oktober 2016 an der Freien Universität Berlin

Nr. 349/2016 vom 19.10.2016

In welcher Weise haben Schreiber, Drucker und Handwerker in vormodernen Kulturen als Akteure des Wissenswandels fungiert? Über diese Frage diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen eines Workshops am 21. Oktober 2016 an der Freien Universität Berlin. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Sonderforschungsbereich „Episteme in Bewegung“ der Freien Universität und dem Sonderforschungsbereich „Materiale Textkulturen“ der Universität Heidelberg organisiert. Der Workshop ist öffentlich, der Eintritt frei.

In Vorträgen und Diskussionen beschreiben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Beispielen, wie Schreiber als Handwerker und Gelehrte sowie andere Handwerker, die technisches Know-How einsetzen, in der Ausübung ihrer erlernten und tradierten Künste und Kenntnisse auf die Veränderung von Wissensbeständen Einfluss nahmen. Zentral ist dabei die Frage, wie solche eigentlich stabilisierenden Elemente etwa die Iteration von technischen Verfahren und erlernten Prozedere bei der Erstellung von Schriftstücken und anderen handwerklichen Produkten im Zusammenwirken mit den verwendeten Materialien und den Funktionen der erzeugten Dinge Wissen verändern können.

„Diese Veränderungen können sich auf die Dinge und ihre Zwecke ebenso beziehen wie auf die Materialien und das Wissen von diesen Materialien und nicht zuletzt auch auf die angewendeten und im Zuge der jeweils neuen Anwendung weiterentwickelten oder vereinfachten Verfahrensweisen“, erklärt Gyburg Uhlmann, Sprecherin des an der Freien Universität angesiedelten SFB „Episteme in Bewegung“. Diese Veränderungen werden im Rahmen des Workshops insbesondere mit Blick darauf betrachtet, wie sie aus den neuen Kontexten der Techniken und Praktiken entstehen: Welche Faktoren (etwa Schulinstitutionen, Werkstätten, Künstlerkreise, Schreibstuben, Klöster) sind mit diesen Wissensbewegungen verflochten, formen sie oder werden von ihnen neu geformt? Dabei werden jeweils die Fokusthemen der beteiligten Sonderforschungsbereiche, langfristige Entwicklungen innerhalb von Wissensbeständen und Traditionszusammenhängen sowie die Relation zwischen Text und materialem Textträger als Fragehorizonte aufgerufen und mit spezifischen Beobachtungen und Analysen erhellt.

Anknüpfend an die beiden ersten SFB-übergreifenden Workshops, die innere Wissensbewegungen (in Marginalien) sowie äußere Wissensbewegungen (durch die Mobilisierung von Artefakten und Manuskripten) als Faktoren in Prozessen des Wissenswandels betrachteten, widmen sich die Forscherinnen und Forscher in diesem dritten bilateralen Workshop besonders dem Know-how der Handwerker, Drucker und Schreiber und fragen danach, welche Veränderungen in diesem Wissen durch die Wiederholung und Neukontextualisierung der tradierten Praktiken beobachtet werden können.

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Zeit und Ort

Kontakt

Dr. Kristiane Hasselmann, Wissenschaftliche Koordinatorin und Geschäftsführerin des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung“, Telefon: 030 / 838-50349, E-Mail: info@sfb-episteme.de