Topoi im Museum: Die Seele ist ein Oktopus

Eine Führung am 7. September, 18 Uhr, gibt Einblicke in die Entstehung der Ausstellung zu Körper und Seele in der Antike im Berliner Medizinhistorischen Museum

Nr. 286/2016 vom 26.08.2016

Wie kann man ein so kompliziertes und abstraktes Thema wie Vorstellungen von Körper und Seele in der Antike anschaulich machen? Wie wird altertumswissenschaftliche Forschung zum Museumsgegenstand? Eine Kuratorinnen-Führung durch die Ausstellung „Die Seele ist ein Oktopus“ im Berliner Medizinhistorischen Museum gibt Einblicke in deren Entstehung. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Topoi im Museum“ statt. Die Ausstellung ist noch bis zum 11. September zu sehen. Großformatige Bilder des Berliner Graphikers Christoph Geiger und Leihgaben aus verschiedenen Museen zeigen antike Körper- und Seelentheorien, die zum Teil noch heute aktuell erscheinen.

Die Ausstellung wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters Topoi und der Alexander von Humboldt-Professur für klassische Altertumswissenschaften und Wissenschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) in Zusammenarbeit mit dem Museum entwickelt und als Intervention im Präparatesaal Rudolf Virchows eingerichtet. Zu sehen sind Objekte wie medizinische Instrumente, antike anatomische Körperteilmotive und bemalte attische Trinkschalen. Zu jeder der insgesamt zehn Abteilungen werden von Christoph Geiger geschaffene „Visual Translations“ gezeigt, die im engen Dialog mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entstanden sind.

Die Veranstaltung bietet eine der letzen Möglichkeiten zu einem Besuch. Bisher sahen rund 18.ooo Besucher die Ausstellung. Die „Visual Translations“ werden Mitte 2017 im Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt gezeigt. Eine Begleitpublikation in englischer Sprache (mit deutscher Teilübersetzung) bietet eine Einführung in die Thematik. Sie ist im Museum erhältlich sowie im Open Access auf der Publikationsplattform des Clusters „Edition Topoi“ erschienen.

Bei der Vortragsreihe „Topoi im Museum“ stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsthemen aus dem Exzellenzcluster Topoi in Berliner Museen vor. Ziel der Reihe ist es, den Besuchern der Museen – über aktuelle Forschungsergebnisse der Altertumswissenschaften hinaus – auch andere Betrachtungsweisen auf zum Teil bekannte Sammlungsobjekte zu erschließen. Die Kuratorinnen-Führung „Die Seele ausstellen“ ist die sechste Veranstaltung. Weitere Termine für den Herbst, unter anderem im Museum für Vor-und Frühgeschichte, sind in Planung.

Topoi bündelt die Stärken Berlins in der Erforschung der Antike und ist ein Kooperationsprojekt der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos. Eine Anmeldung unter public.relations@topoi.org ist erforderlich.

Weitere Informationen

Zeit und Ort

• Mittwoch, den 7. September 2016, 18.00 Uhr
• Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin. (Treffpunkt: Museumseingang)
• Anmeldung: public.relations@topoi.org

Kontakt

Ibou Diop, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Humboldt-Universität zu Berlin, Telefon 030 2093-2945, E-Mail: ibou.diop.1@uv.hu-berlin.de

Im Internet

http://www.topoi.org/event/35599
http://www.bmm-charite.de

Begleitpublikation

Uta Kornmeier (Hg.): The Soul is an Octopus. Ancient Ideas of Life and the Body, Berlin, Berliner Medizinhistorisches Museum 2016, ISBN 978-3-9817965-0-6, 136 S., 9 Euro.

Open Access verfügbar unter:

http://edition-topoi.org/books/details/the-soul-is-an-octopus