Performative Strategien der Teilhabe

Öffentliche Konferenz am 21. und 22. Oktober 2016 / Dritte Jahrestagung des Forschungsprojektes „The Aesthetics of Applied Theatre“

Nr. 273/2016 vom 09.08.2016

Geben und Nehmen im Feld des Ästhetischen sind Thema der dritten Jahrestagung des Forschungsprojektes „The Aesthetics of Applied Theatre“ (Ästhetiken des Angewandten Theaters) der Freien Universität, die am 21. und 22. Oktober 2016 im Gebäude der Akademie der Künste am Hanseatenweg stattfindet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland befassen sich im Rahmen der Konferenz mit jenen ökonomischen Dimensionen der Künste, die sich weder auf Kommerzialisierungsstrategien noch auf die monetäre Vergütung kreativer Arbeit reduzieren lassen. Fragen, denen die Teilnehmer nachgehen, sind unter anderem: Wie wird ästhetische Arbeit entlohnt, die nach einem Mehrwert strebt? Was produziert sie, wer profitiert von ihr und ihren Produkten, und zu wessen Lasten gehen die Produktionskosten? Sind kritische Ambitionen der Künste mit den vorherrschenden materiellen Strukturen überhaupt vereinbar – und, wenn ja, auf welche Weise? Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt frei.

„Zunehmend wird das Ästhetische in öffentlichen Diskursen an weitreichende Wirkungsversprechen gebunden“, erklärt Prof. Dr. Matthias Warstat, der das Projekt leitet. Am Beispiel des Theaters seien diese Versprechungen besonders deutlich zu greifen: Dem Publikum würden ‚Gewinne’ in Aussicht gestellt, die über ästhetische Erfahrung und Reflexion im traditionellen Sinne deutlich hinausgingen: „Einerseits initiieren die Theater Projekte, die für konkrete Zielgruppen direkt sozial und therapeutisch wirksam werden sollen“, erläutert der Professor für Theaterwissenschaft. Immer öfter müsse bereits im Vorfeld ein gesellschaftlicher Mehrwert ausgewiesen werden, etwa in Förderanträgen. Andererseits etablierten sich immersive und partizipative Theaterformen, die den Zuschauerinnen und Zuschauern ein direktes affektives Eintauchen und eine umfassende Teilhabe an fiktiven Welten in Aussicht stellten. Die Referentinnen und Referenten werden derartige Wirkungsdiskussionen als eine Form der Ökonomisierung der Künste reflektieren. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass ökonomischen Dimensionen der Künste nicht allein finanzielle Ressourcen und zählbare Gewinne betreffen, sondern auch immaterielle Güter wie Affekt, Sorge und Verantwortung.

Die Tagung wurde in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 1171 „Affectice Societies“ der Freien Universität organisiert.

Zeit, Ort und Programm

Kontakt

Fabian Lempa, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften der Freien Universität Berlin, Telefon: 030/838-50990, E-Mail: Fabian.Lempa@fu-berlin.de

Im Internet

http://applied-theatre.org/de