Emoticons, Emoji and Kaomoji

Konferenz am 23. und 24. Juni 2016 an der Freien Universität zum Wandel der Kommunikation im Zeitalter der Digitalisierung

Nr. 219/2016 vom 20.06.2016

Die Verbreitung und das Potential von Emoticons, Emoji und Kaomoji ist Thema einer Konferenz am 23. und 24. Juni 2016 an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland beschäftigen sich mit den kulturellen, sprachlichen und gesellschaftlichen Funktionen und Formen dieser Ideogramme und Piktogramme, die bereits Teil unseres Alltags sind. Ziel der Tagung ist es, die Begriffe Emoticons, Emoji und Kaomoji zu definieren und ihre Entstehungsgeschichte zu erfassen sowie globale Implikationen von Emoji auf Sprache und Kultur zu diskutieren. Des Weiteren streben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, die Funktionen und Formen von Emoji in digitaler Kommunikation in sozialen Netzwerken oder Blogs zu erschließen und das emotionale Potential der Ikonizität von Emoji in medialen Repräsentationen zu erfassen. Erörtert wird ferner der Einfluss von Emoji auf die Medien Literatur, Manga, Kunst und Film. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen ein Netzwerk initiieren und sich auch in Zukunft mit Emoji und deren Einfluss auf Kultur und Gesellschaft auseinandersetzen. Die Ergebnisse der Konferenz werden in einem Tagungsband veröffentlicht. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung diskutieren unter anderem die Frage, inwiefern Emoji und Emoticons eine universale Sprache ermöglichen und zeigen, wie durch die Ikonizität von Emoji in medialen Kontexten emotionale Inhalte transportiert werden können. „Dabei geht es darum, wie Emoji als ideographische Zeichen funktionieren, wie ihr affektives Potential im öffentlichen Raum zum Ausdruck kommt und auf dem Markt instrumentalisiert wird“, erläutert Prof. Dr. Elena Giannoulis vom Ostasiatischen Seminar (Japanologie), die die Tagung organisiert hat. Ferner werde literaturwissenschaftlich herausgearbeitet, inwieweit Emoji und Emoticons als Kunstform den Begriff der Weltliteratur und das Erzählen von Geschichten transformieren. Aus linguistischer und soziolinguistischer Perspektive beleuchten einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche Funktionen Emoji in Kommunikationsmedien erfüllen – beispielsweise zur Stimmungsregulation oder als Mittel der Selbstdarstellung –, und welchen Effekt sie auf die sprachliche Vermittlung von Inhalten haben. Ein weiterer Themenkomplex sind interkulturelle Unterschiede im kontextuellen Gebrauch von Emoji. Dies wird anhand von Beispielen aus Asien, den USA und Europa untersucht. Ein weiterer Fokus der Konferenz liegt auf einer spezifisch japanischen Form von Emoticons, den Kaomoji (Gesichter aus Schrift- und Satzzeichen, die Emotionen ausdrücken). „Diese werden in Japan etwa seit Anfang der 2000er verwendet und stellen kulturspezifische Ausdrucksformen dar, welche zunehmend international verstanden werden und bereits Einzug in die darstellende Kunst erhalten haben“, erläutert Elena Giannoulis.

Zeit, Ort und Programm

Weitere Informationen und Interviewanfragen

Prof. Dr. Elena Giannoulis, Ostasiatisches Seminar/Japanologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-52749, E-Mail: elena.giannoulis@fu-berlin.de