Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Spurenleser

Vierte Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung“ vom 29. Juni bis 1. Juli 2016

Nr. 214/2016 vom 15.06.2016

Spuren sind das Thema der diesjährigen Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs „Episteme in Bewegung. Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit“ (SFB 980) an der Freien Universität. Im Zentrum der Konferenz steht die Frage, welchen Spuren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachgehen, wenn sie den Wandel von Wissen, das in konkreten Objekten, Bildwerken, philosophischen, literarischen oder religiösen Texten eingefaltet ist, in vormodernen Kulturen erforschen. Wie erkennen sie eine Spur? Wie wird die Spur jeweils gelesen, interpretiert? Zu den Vortragenden zählen neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des SFB auch international renommierte Forscherinnen wie Caroline Walker Bynum vom Institute for Advanced Study, Princeton, und Ananya Jahanara Kabir vom King‘s College, London. Die Tagung findet vom 29. Juni bis 1. Juli im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem statt. Die Tagung ist öffentlich, eine Anmeldung ist erforderlich.

Kaum ein Thema spielt in der Beschäftigung mit vormodernem Wissenswandel eine so bedeutende und so vielseitige Rolle wie das der Spur. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Disziplinen wie der Archäologie, den Philologien oder den Kunstwissenschaften bedürfen der Spuren der Vergangenheit, um sich ihrem Gegenstand nähern zu können. Mit Hilfe von Spuren erkennen sie, wie Wissenswandel vor sich geht. Ziel der Veranstaltung ist, diese wissenschaftliche Arbeit mit Spuren in allen Aspekten nachzuvollziehen, denn, so die Tagungsorganisatoren, Spuren machen das Vergangene gegenwärtig und helfen zu begreifen, dass Wandel und Transfer von Wissen stets unter materiellen Bedingungen stattfinden und durch materielle Träger geprägt werden. Indem sie präsent seien und doch auf etwas Abwesendes verwiesen, zeigten Spuren, dass alle Kenntnisse über historischen Wissenswandel das Produkt von Interpretationen seien: Forschende müssten daher lernen, Spuren zu lesen und oft gelte es, sie überhaupt erst als solche zu erkennen.

Der Sonderforschungsbereich 980 „Episteme in Bewegung“ nahm seine Arbeit im Juli 2012 auf und wurde soeben für eine weitere Förderphase von vier Jahren verlängert. Der Sonderforschungsbereich vereint 20 geistes- und kulturwissenschaftliche Teilprojekte, die Wissenswandel und Wissenstransferprozesse in einem Zeitraum von der Alten Welt bis zur Frühen Neuzeit in transkultureller Perspektive untersuchen. In dem Forschungsverbund sind zahlreiche der sogenannten „Kleinen Fächer“ – von der Altorientalistik über die Ägyptologie bis zur Iranistik – vertreten. Kooperationspartner sind die Humboldt-Universität zu Berlin und das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Sprecherin ist die Klassische Philologin Prof. Dr. Gyburg Uhlmann.

Weitere Informationen

Zeit und Ort

  • Mittwoch, 29. Juni bis Freitag, 1. Juli 2016
  • Goethe-Saal des Harnack-Haus, Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft, Ihnestr. 16-20, 14195 Berlin-Dahlem.

Programm und Anmeldung

Kontakt

Dr. Kristiane Hasselmann, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Sonderforschungsbereichs 980 "Episteme in Bewegung", Telefon 030 838 503 49, E-Mail info@sfb-episteme.de