Blackout Planet

Öffentliche Tagung am 20. und 21. Juni 2016 zu den Herausforderungen des Anthropozäns an die Gesellschaft und ihre Kommunikationskultur

Nr. 186/2016 vom 02.06.2016

Die Herausforderungen, die sich aus dem mittlerweile gravierenden Einfluss des Menschen auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde für die Gesellschaft und ihre Informations- und Kommunikationskultur ergeben, ist Thema einer Tagung am 20. und 21. Juni 2016 in Berlin. „Der Mensch ist zu einem der den Planeten bestimmenden Einflussfaktoren geworden“, konstatiert Roland Zieschank vom Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität, der die Konferenz in Kooperation mit der Evangelischen Akademie zu Berlin, Journalisten und dem Haus der Zukunft organisiert hat. Damit gehe ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel einher – eine große Transformation. Im Zentrum der Konferenz steht, welche Rolle der Politik und den Medien hierbei zukommt, welche sie bislang einnehmen und welche sie einnehmen könnten. Es werden die Herausforderungen sowie mögliche neue Medienformate diskutiert und ein Blick auf Akteure, Nutzer und Zielgruppen geworfen. Die Veranstaltung ist öffentlich, die Tagungsgebühr inklusive Verpflegung beträgt 40,- Euro, ermäßigt 20,- Euro. Für Medienvertreter ist der Eintritt frei. Um Anmeldung online wird gebeten.

Die Lösungsansätze zum Umgang mit den menschlichen Eingriffen in den Naturhaushalt betreffen inzwischen verschiedene gesellschaftliche Lebensbereiche, wie Roland Zieschank betont. So wird über eine „Green Economy“ diskutiert, die Verknüpfung der Energiewende mit einer Verkehrswende und die Kreativität von Städten im Umgang mit Ressourcen und Umweltbelastungen. Ein Problem sei bislang jedoch, dass viele Massenmedien vorhandene Lösungsstrategien („good news“) kaum aufgreifen oder nur teilweise und nicht in ihrer Gänze kommunizierten und deshalb kein Wissen und entsprechendes Bewusstsein für positive Beiträge zur Gestaltung einer „Großen Transformation“ in der Gesellschaft bestünden.

Diese Transformation umfasse aber auch den notwendigen Wandel zu einer Wirtschaft, die anderen Regeln als dem ständigen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts eines Landes und dem insofern steigenden ökologischen Fußabdruck folge. „Uns geht es um die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Möglichkeiten einer Trendwende hin zur Einhaltung planetarer Grenzen besser vermittelt werden können, um gesellschaftliche Akteure zu erreichen“, erläutert Roland Zieschank. Die Probleme und Herausforderungen seien komplex und dementsprechend auch die Lösungsansätze. Ausgangspunkt ist die Hypothese, dass die Medien über die „Große Transformation“ inadäquat zu ihrer Bedeutung nur wenig berichten. „Die Massenmedien greifen vielleicht noch Probleme auf, wie den Klimawandel aber die Komplexität von Gegenstrategien scheint nicht in die Formate der heutigen Berichterstattung zu passen; zumeist werden nur Bruchstücke des Gesamtbildes dargestellt“, sagt Roland Zieschank. Dementsprechend konzentrieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung sich auf den Wissenstransfer über die „Große Transformation“ und ihre notwendigen Folgen, die Kommunikation zwischen Politik und Gesellschaft und die schwierige Rolle der Massenmedien sowie neue Kooperationen zwischen Medien und Zivilgesellschaft.

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Akteure als Träger des Wandels: die Politik und die Medien - als Plattform einer gesellschaftlichen Debatte über die Themen der Transformation. „Wir möchten herausfinden, wie die Medien selbst ihre Lage einschätzen, ob es Ursachen in der technologischen Entwicklung und der wirtschaftlichen Entwicklung des Mediensektors für das „Schweigen der Medien“ gibt, erläutert Roland Zieschank. Fragen, denen die Konferenzteilnehmerinnen Konferenzteilnehmer nachgehen werden sind: „Was ist der Grund für diesen Informations-Blackout zu Themen von planetarer Bedeutung?“, „Worin begründen sich die Wahrnehmungssperren bei den Journalisten, beziehungsweise welche Filtermechanismen spielen bei der Informations- und Nachrichtenproduktion eine Rolle?“ oder „Findet eine Informationsabwehr bei Lesern und politischen Entscheidern statt?“ Des Weiteren werden die Medienlandschaften verschiedener Länder verglichen und einzelne Fallbeispiele analysiert, inwieweit dort bereits besser eine nachhaltige Entwicklung informatorisch begleitet wird.

Weitere Informationen

Zeit, Ort und Programm

Teilnahme

  • Anmeldung: www.eaberlin.de
  • Tagungsgebühr: 40,– Euro (ermäßigt 20,– Euro), inklusive Verpflegung

Kontakt

Roland Zieschank, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-522 53, E-Mail: zieschan@zedat.fu-berlin.de

Im Internet

www.eaberlin.de/seminars/data/2016/wir/blackout-planet/?cy=2016&cm=6