Phänomenologie Ost/West

Öffentliche philosophische Tagung vom 4. bis 7. Mai 2016 an der Freien Universität

Nr. 138/2016 vom 03.05.2016

Mit einem Vortrag zum Thema „Leib und leibliche Kommunikation“ eröffnet der Philosoph und Begründer der Neuen Phänomenologie Hermann Schmitz am 4. Mai die Tagung „Embodiment. Phänomenologie Ost/West“ an der Freien Universität. Im Rahmen der Konferenz nehmen Wissenschaftler aus dem In- und Ausland unter dem Stichwort „Embodiment“ die divergierenden Entwicklungen der Phänomenologie in Ost und West in den Blick; sie beziehen dabei die unterschiedlichen phänomenologischen Schulen – darunter Edmund Husserl, Martin Heidegger, Maurice Merleau-Ponty aufeinander. Ziel ist es, Überlegungen darüber anzustellen, wie die Phänomenologie die Grenzen im Denken zwischen Ost und West überwinden und zu einer gemeinsamen philosophischen Einstellung führen kann. Den Abschlussvortrag hält der Philosoph und international bekannte Phänomenologe Bernhard Waldenfels am 7. Mai mit dem Titel „Der Leib als Umschlagstelle zwischen Natur und Kultur“. Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Embodiment bezeichnet die Annahme, dass Bewusstsein einen Körper benötigt – beziehungsweise Bewusstsein eine physikalische Interaktion voraussetzt. „Unter diesem Stichwort werden in der aktuellen internationalen Debatte philosophische, soziologische, kulturwissenschaftliche und neurowissenschaftliche Perspektiven zusammengeführt, die der immer noch dominanten Vorstellung eines körperlosen Subjekts eine begriffliche Konzeption entgegensetzen“, erklärt Dr. Hilge Landweer, Professorin für Philosophie an der Freien Universität, die die Konferenz gemeinsam mit Dr. Hans Feger organisiert hat. Diese Kritik wende sich gegen die Dichotomie von „Körper“ und „Geist“, vor allem aber gegen die Vernachlässigung des Körpers in der Theorie. Der gemeinsame Ausgangspunkt sei dabei der erlebte und gespürte Körper, der in der Phänomenologie als „Leib“ im Unterschied zum vergegenständlichten, von außen wahrgenommenen „Körper“ bezeichnet werde. „Der Begriff des Leibes, zunächst von Edmund Husserl verwendet, ist für alle phänomenologischen Schulen zentral“, erläutert Hilge Landweer, „da sich von ihm aus die Philosophie und ihre praktische Relevanz neu bestimmen lassen“. Denn es sei der Leib, der als Medium der Orientierung in der Welt die Erfahrung nicht nur des eigenen, sondern auch fremder Körper allererst ermöglicht, selbst aber bisher weitgehend unbestimmt geblieben ist. Vor allem in der asiatischen Tradition werde die praktische Phänomenologie der Leiblichkeit als eine Einübung in die Beziehung von Ich und Welt verstanden.

Zeit und Ort

  • Eröffnungsvortrag: Mittwoch, 4. Mai 2016, um 19.00 Uhr
  • Abschlussvortrag: Samstag, 7. Mai 2016, um 10.00 Uhr
  • Seminarzentrum der Freien Universität Berlin, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin. U-Bahnhof Dahlem-Dorf (U3).

Kontakt

Larissa Sprigade, Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin, E-Mail: sprigade@zedat.fu-berlin.de