Revolutionen und Gegenrevolutionen global betrachtet

Öffentliche Konferenz vom 9. bis 11. Juni 2016 zu den Auswirkungen der Revolutionen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Nr. 101/2016 vom 12.04.2016

Die Revolutionen, Revolten und Gegenrevolutionen zwischen 1917 und 1920 sind Thema einer von der Volkswagen-Stiftung geförderten Tagung, die Wissenschaftler der Freien Universität und der Humboldt-Universität zu Berlin vom 9. bis 11. Juni 2016 in Hannover organisieren. Historiker aus dem In- und Ausland befassen sich im Rahmen der Tagung mit dem 100. Jahrestag der Russischen Revolution und ihren weltweiten Auswirkungen. Die Tagungsteilnehmer analysieren unter anderem, wie sich die revolutionären Kräfte in verschiedenen Weltregionen vor 1917 entwickelt haben, welchen Einfluss die Russische Revolution hatte und bis zu welchem Grad die revolutionären und gegenrevolutionären Bewegungen der unterschiedlichen Kontexte und Kontinente miteinander verbunden waren. Ein weiteres Anliegen der Teilnehmer ist herauszuarbeiten, welche Bilder vom revolutionären Wandel auf transnationaler Ebene verbreitet wurden. Die Konferenz ist öffentlich, der Eintritt frei.

„Das Jahr 1917 war im globalen Sinn ein Jahr des historischen Umschwungs“, erklärt Professor Stefan Rinke vom Lateinamerika-Institut der Freien Universität, der die Tagung mitorganisiert hat. Das Jahr sei der Wendepunkt im Verlauf des Ersten Weltkrieges und der Moment gewesen, in dem die Grundlagen für entscheidende Strukturen des 20. Jahrhunderts gelegt worden seien. In der auf den Nationalstaat beschränkten Historiografie hätten die transregionalen Verflechtungen zwischen den historischen Ereignissen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts über lange Zeit keine Rolle gespielt; ein Umstand, der sich in den letzten Jahren langsam geändert habe. „Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mittlerweile mit den transnationalen Verbindungen zwischen den unzähligen Revolten, Rebellionen und Revolutionen und den darauf folgenden gewalttätigen Reaktionen in allen Teilen der Welt“, sagt Stefan Rinke. Indem der Fokus der neueren Forschungsansätze verstärkt auf den wenig bekannten, weit von den „globalen Zentren“ entfernten Begebenheiten und sogenannten Süd-Süd Beziehungen liege, seien neue Forschungsmöglichkeiten erschlossen worden. In der Konferenz werden diese neueren Ansätze aufgegriffen. Transregionale Perspektiven werden ebenso Eingang in die Diskussion finden wie sozial-, wirtschafts- und politikwissenschaftliche Ansätze. „Wir werden die Revolutionen und Gegenrevolutionen der Jahre 1917 bis 1920 vergleichen und ihre Verbindungen in einem globalen Kontext analysieren“, erklärt Stefan Rinke.

In sieben Vortragsrunden befassen sich die Teilnehmer der Konferenz mit den Themen:

  • Die Russischen Revolution in Europa und darüber hinaus
  • Anti-koloniale und anti-imperiale Bewegungen
  • Die Rolle der Gewalt
  • Nationalistische Bewegungen und transnationale Beziehungen
  • Ordnungsvorstellungen
  • Risiken der Demokratie
  • Kulturelle Manifestationen der Revolution

Des Weiteren stellen Nachwuchswissenschaftler in einer Posterpräsentation ihre Forschungsprojekte vor.

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