Philological Encounters

Der Arabist Islam Dayeh von der Freien Universität ist Chefredakteur der neuen Zeitschrift für transregionale Textforschung „Philological Encounters“

Nr. 070/2016 vom 17.03.2016

„Philological Encounters“ heißt die neue Zeitschrift für transregionale Textforschung, der Islam Dayeh, Juniorprofessor am Seminar für Semitistik und Arabistik der Freien Universität, als Chefredakteur vorsteht. Sie widmet sich einer historischen und philosophischen Kritik der Philologie und wird in englischer Sprache veröffentlicht. „Wir möchten mit dieser Zeitschrift kritische und komparative Perspektiven aus der ganzen Welt fördern, indem wir Textforschung und sprachwissenschaftliche Untersuchungen aus möglichst vielen Ländern miteinbeziehen“, erklärt Islam Dayeh. Die Zeitschrift ist im Rahmen des von Islam Dayeh koordinierten Forschungsprogramms Zukunftsphilologie: Revisiting the Canons of Textual Scholarship am Forum Transregionale Studien in Berlin entstanden und wird von einem Kollegium von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener philologischer Traditionen herausgegeben. Sämtliche Artikel der Zeitschrift sind über „Brill Online“ bis Ende des Jahres 2018 frei zugänglich.

In Philological Encounters werden Beiträge mit transregionalen und vergleichenden Sichtweisen auf die Textforschung publiziert; veröffentlicht werden zudem sprachwissenschaftliche, kritische Untersuchungen insbesondere aus nicht-europäischen Weltregionen. Die Zeitschrift steht allen Disziplinen offen, die sich mit Textpraxis, Hermeneutik oder Philologie befassen oder die sich mit verdrängten Philologien, philologischen Kontroversen sowie mit der globalen Geschichte des Schreibens, des Archivierens, des Tradierens und der Veröffentlichung beschäftigen. Die Qualität aller Beiträge wird in einem sogenannten Peer-Review-Verfahren geprüft.

Die erste Ausgabe von Philological Encounters ist im Frühjahr 2016 im Wissenschaftsverlag Brill erschienen. In ihr enthalten ist unter anderem einen Artikel zu den Koranstudien und der historisch-kritischer Philologie von Angelika Neuwirth von der Freien Universität Berlin sowie die Streitschrift Philology and Freedom des Sanskritisten Sheldon Pollock von der Columbia University. Außerdem finden sich in der Ausgabe Überlegungen des Historikers Shamil Jeppie von der University of Cape Town zu Schrifttraditionen und Bibliotheken in Afrika und ein Beitrag von Islam Dayeh von der Freien Universität Berlin zum Potential einer Weltphilologie.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Forschungsprogramm Zukunftsphilologie am Forum Transregionale Studien nehmen bisher marginalisierte präkoloniale Wissenschaft aus Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Europa neu in den Blick und unterstützen vernachlässigte Zweige philologischer Forschung. Das Forschungsprogramm wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Arabistik und Semitistik sowie der Friedrich-Schlegel-Schule für Literaturwissenschaftliche Studien der Freien Universität Berlin aufgebaut.

Das Forum Transregionale Studien in Berlin ist eine Forschungsorganisation zur inhaltlichen Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften. Das Forum eröffnet Freiräume für die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit unterschiedlichen regionalen und disziplinären Perspektiven; es bietet die Möglichkeit, Forschungsideen und -vorhaben zu erproben und zu entwickeln.

Weitere Informationen

  • Prof. Dr. Islam Dayeh, Seminar für Semitistik und Arabistik der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-58245, E-Mail: islamdayeh@zedat.fu-berlin.de
  • Dr. Stefanie Rentsch, Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen, Forum Transregionale Studien, Telefon: 030 / 89001-422 E-Mail: Stefanie.Rentsch@trafo-berlin.de

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