Sprachgebrauch im höheren Lebensalter

Forschungstagung der Université catholique de Louvain und der Freien Universität Berlin vom 7. bis 9. Dezember 2015

Nr. 369/2015 vom 20.11.2015

Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit zunehmendem Alter? Was können Psychologen von Linguisten lernen und umgekehrt? Und wie können Ergebnisse der Sprachforschung für Gesundheitsfürsorger, Pfleger, Verwandte und Senioren selbst nutzbar gemacht werden? Diesen und anderen Fragen widmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Forschungstagung, die vom 7. bis 9. Dezember 2015 an der Universität Louvain (UCL) stattfindet. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam von Dr. Catherine T. Bolly (Universität zu Köln / UCL) sowie Prof. Dr. Annette Gerstenberg (Freie Universität Berlin), Gründerinnen des Netzwerks CLARe (Corpora for Language and Aging Research). Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Für Interviewanfragen zum Thema „Sprache im höheren Lebensalter“ steht Prof. Dr. Annette Gerstenberg zur Verfügung: Telefon: 030 / 838-60789, E-Mail: annette.gerstenberg@fu-berlin.de

„Zum Zusammenhang von Sprache und Alter wird aus unterschiedlichen Richtungen geforscht, aber die Teildisziplinen verschiedener beteiligter Fächer sind kaum miteinander vernetzt“, erklärt Annette Gerstenberg, Professorin für romanische Sprachwissenschaft an der Freien Universität. Ziel des Workshops sei es daher, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch Expertinnen und Experten aus der Praxis zusammenzubringen, die zur Sprache im höheren Lebensalter arbeiten: Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Linguistik und Psycholinguistik, Gerontopsychiatrie und Neuropsychologie, Zeichensprache und Angewandten Linguistik. Dabei geht es um sprachliche Beeinträchtigungen, die im Alter auftreten können, aber auch um die Entwicklungen des sogenannten normalen Alters. Im Mittelpunkt stehen Forschungsprojekte, die Korpora der gesprochenen Sprache nutzen: In zwei Runden Tischen widmen sich die Teilnehmer übergreifend der Frage, welche Sprachdaten in Audio- und Videoformaten in den Einzelprojekten ausgewertet werden. Welche Methoden der Aufbereitung und Analyse werden verwendet? Welche Programme der automatischen Analyse oder der programmgestützten Transkription kommen zum Einsatz? Wie sind die Daten beschaffen, für welche weiteren Fragestellungen können sie genutzt werden? Hier liegt ein großes Potenzial der Vernetzung: In einem dritten Runden Tisch werden die Perspektiven der weiteren interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit entwickelt.

Die Tagung wird gefördert vom Institut Langage et Communication und dem Forschungszentrum Valibel, beide an der Université Catholique de Louvain in Belgien, der Freien Universität Berlin, dem belgischen FNRS sowie den französischen Wissenschaftseinrichtungen CNRS und IRCOM.

Weitere Informationen

Zeit und Ort

  • Montag, 7. bis Mittwoch, 9. Dezember 2015
  • Institut Langage et Communication, Université catholique de Louvain, (1, Place Blaise Pascal B-1348 Louvain-la-Neuve), Belgien

Kontakt

Prof. Dr. Annette Gerstenberg, Institut für romanische Philologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-60789, E-Mail: annette.gerstenberg@fu-berlin.de

Details zur Tagung im Internet:

http://wikis.fu-berlin.de/display/clare/Workshop+CLARe+2015