Destroy the copy!

Tagung zum Thema „Zerstörung von Abguss-Sammlungen im 20. Jahrhundert“ vom 8. bis 10. Oktober an der Freien Universität Berlin

Nr. 282/2015 vom 25.09.2015

Die Zerstörungen von Abguss-Sammlungen im 20. Jahrhundert sowie ihre Ausstellung und Verwendung im außereuropäischen Kontext sind Thema einer Tagung vom 8. bis 10. Oktober 2015 an der Freien Universität Berlin. Die Konferenz führt ein im Jahr 2010 durchgeführtes Symposion an der Cornell University in Ithaca, New York fort und ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen zum Thema „Abgüsse“, die in diesem Jahr in Berlin von verschiedenen Institutionen – darunter auch den Staatlichen Museen zu Berlin - veranstaltet werden. Organisatoren der hier vorgestellten Veranstaltung sind die Abguss-Sammlung Antiker Plastik des Institutes für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin und das Department of History of Art and Visual Studies der Cornell University. Unterstützt wird die Tagung durch den Verein der Freunde & Förderer der Abguss-Sammlung e. V.

„Zwar scheinen die Themen Zerstörung und Verwendung von Abgusssammlungen im außereuropäischen Kontext zunächst unterschiedliche Phänomene aufzuzeigen“, sagt Prof. Dr. Lorenz Winkler-Horaček vom Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin. Es verbindet sie aber die Perspektive der sogenannten „Peripherie", durch die gleichermaßen die mit den Abgüssen verbundenen Werte auch infrage gestellt oder völlig neu kontextualisiert wurden. Die Veranstalter erhoffen sich durch den Austausch Antworten auf die Frage, ob und inwiefern Aufstieg und Niedergang der Abgüsse ein lokales und/oder ein globales Phänomen waren. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Die Erforschung von Gipsabgusssammlungen antiker Skulpturen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Spezialgebiet der Klassischen Archäologie und der Rezeptionsgeschichte entwickelt. Bis auf wenige Ausnahmen war der Zugang dabei meist ein archivalischer: Im Mittelpunkt standen die Geschichte der Sammlungen, deren Auf- und Ausbau sowie die unmittelbar mit ihnen verbundene Vermittlung zumeist klassisch-antiker oder europäischer Kunst. Weithin ausgeblendet blieben dabei zwei Phänomene: Abguss-Sammlungen wurden auch systematisch zerstört oder beiläufig vernachlässigt. Über die Hintergründe dieser Prozesse ist meist wenig bekannt. Ebenfalls kaum bekannt ist die Verwendung und Ausstellung der Abgüsse im außereuropäischen Kontext und damit in Gegenden, die mit der replizierten westlichen Antike weniger vertraut waren. An dieser Stelle setzt die Tagung an.

Weitere Informationen

Zeit, Ort und Programm

Kontakt

Prof. Dr. Lorenz Winkler Horacek, Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin, Telefon: 030/ 838-53714/2, E-Mail: lwh@zedat.fu-berlin.de.

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