Ethik-Professor Markus Tiedemann von der Freien Universität Berlin mit Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung geehrt

Stiftung Deutsches Auswandererhaus und Deutsches Auswandererhaus zeichnen Projekt des Instituts für Vergleichende Ethik zur Verbesserung der interkulturellen Verständigung in der Schule aus / Preis ist mit 10.000 Euro dotiert

Nr. 243/2015 vom 09.08.2015

Der Ethik-Professor Markus Tiedemann von der Freien Universität Berlin ist mit dem erstmals verliehenen Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung geehrt worden. Die Stiftung Deutsches Auswandererhaus und das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven würdigten bei der Verleihung am Freitag damit ein Projekt zur Verbesserung der interkulturellen Verständigung in der Schule und damit Tiedemanns Engagement bei der Vermittlung von Werten in der „interkulturell geprägten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts“ insgesamt. Hervorgehoben wurden die von Tiedemann und seinen Kolleginnen und Kollegen entwickelten „konkreten Hilfestellungen für Lehrer, Pädagogen und streitbare Bürger in religiös-kulturellen Konfliktfällen“.

In der Begründung der Jury hieß es weiter, das Projekt habe sich um die interkulturelle Verständigung in der Schule in Theorie und Praxis verdient gemacht und stelle die Schulung philosophischer Urteilskraft“ in den Vordergrund. Den Preisträgern sei es in besonderer Weise gelungen, „die deutsche Migrationsgeschichte informativ und erlebnisreich für alle Zielgruppen aufzubereiten, um die Gesellschaft weiterhin für dieses relevante Thema zu sensibilisieren“. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird künftig alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden Fachbereiche von Universitäten, deren Forschungsergebnisse Kultur- und Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, Migration weitsichtig, nachhaltig und global zu vermitteln.

Ein Teil des Preisgeldes wird für ein gemeinsames Kooperationsprojekt zwischen dem Institut für Vergleichende Ethik der Freien Universität und dem Deutschen Auswandererhaus verwendet. Markus Tiedemann kündigte an, in Bremerhaven und in Berlin mit seinen Studierenden Materialien und Unterrichtseinheiten zum Thema Migration zu entwickeln und diese Schulen bundesweit zur Verfügung zu stellen. Dabei sollten Fragen im Vordergrund stehen wie „Funktioniert Gesellschaft ohne Wertekonsens?“ oder „Welchen Stellenwert hat Heimat?“

Der Kalliope-Preis soll nach dem Willen der Verleiher der Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten und Universitätsprojekten zur Einwanderung nach Deutschland oder zur deutschen Auswanderungsgeschichte dienen. Im Fokus stünden dabei Werte und Normen eines interkulturellen Zusammenlebens, kulturelle Diversität und soziale Mobilität, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Rassismus.

Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven wurde im Jahr 2005 an dem einst größten kontinentaleuropäischen Auswandererhafen begründet. 2007 wurde es vom Europäischen Museumsforum EMF als bestes Museum Europas ausgezeichnet. Anhand von Familiengeschichten werden 300 Jahre deutsche Aus- und Einwanderungsgeschichte zugänglich gemacht.

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