Ausreißen für die Gesundheit

Aktionstag gegen hochallergene Ambrosia-Pflanze am 26. Juni in Berlin

Nr. 186/2015 vom 22.06.2015

Aus Anlass des internationalen „Ambrosiatages“ (International Ragweed Day) werden am 26. Juni auch in Berlin Pflanzen des gefährlichen Erregers von Allergien ausgerissen. An der exemplarischen öffentlichen Aktion in Adlershof beteiligt sind interessierte Freiwillige und die bezirklichen Ambrosia-Scouts. Ziel der Initiatoren vom Institut für Meteorologie der Freien Universität ist es, durch die beispielhafte Befreiung eines Straßenzuges von der Pflanze ein Problembewusstsein für die laufende Gesundheitsgefahr zu schaffen. Da die Pflanzen noch nicht blühen, sind keine besonderen Schutzmaßnahmen nötig. Für Menschen mit empfindlicher Haut werden Handschuhe zur Verfügung gestellt.

Die gefährliche Pflanze wurde ursprünglich aus den USA eingeschleppt und besitzt eines der stärksten Allergene. Sie wird durch menschliche Aktivitäten verbreitet und findet aufgrund des Klimawandels immer bessere Lebensbedingungen auch in unseren Breiten vor. Bereits fünf bis zehn Pollen pro Quadratmeter können heftige allergische Reaktionen bis hin zum Asthma auslösen. Die lange Blütezeit der Ambrosia von Juli bis zum ersten Frost (Oktober/November) verlängert die Leidenszeit für Allergiker beträchtlich.

In Berlin gibt es seit 2009 das vom Institut für Meteorologie der Freien Universität initiierte „Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia“ (www.fu-berlin.de/ambrosia), das in Zusammenarbeit mit bezirklichen Ambrosia-Scouts verschiedener Beschäftigungsträger die Pflanzen systematisch sucht, kartiert und möglichst beseitigt. Die wissenschaftliche Auswertung der Daten ergab, dass im Westteil der Stadt überwiegend die einjährige Ambrosia artemisiifolia vertreten ist, die hauptsächlich durch verunreinigtes Vogelfutter verbreitet wird. Dagegen findet man im Ostteil der Stadt überwiegend die mehrjährige Ambrosia psilostachya, die meist durch Transporte verunreinigter Erde im Rahmen von Baumaßnahmen verbreitet wird. Daher sind auch die Bezirke Lichtenberg und Treptow-Köpenick am stärksten betroffen. Seit Kurzem ist jedoch auch eine stärkere Ausbreitung der mehrjährigen Ambrosia im Westteil zu beobachten, da auch hier die Bauaktivitäten mit Ambrosia-Samen und –wurzeln verunreinigten Erdtransporten zunehmen.

Da die mehrjährige Ambrosia psilostachya etwa 90 Prozent der bisher gefundenen Ambrosien in Berlin ausmachen, müssen nach Meinung von Experten geeignete Schritte zur Unterbindung der weiteren Verbreitung der Pflanze durch Bauaktivitäten ergriffen werden. In den vergangenen Jahren ist zudem erkennbar, dass von den Bezirken deutlich weniger Ambrosia-Scouts finanziert werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Bekämpfungserfolge der Vergangenheit verspielt werden. Im Jahr 2014 wurden am 5. September mit 158 Pollen pro Quadratmeter Luft die bisher höchste Pollenbelastung seit Beginn der Messungen in Berlin ermittelt.

Ort:

12489 Adlershof, Karl-Ziegler-Straße Ecke Ernst-Lau-Straße (Vom S-Bahnhof Adlershof Tram 60/61 bis Endstation oder BUS 162/164 bis Rudower Chaussee, Haltestelle Magnusstraße, von dort aus 600 m zu Fuß. Mit dem PKW: Autobahn A113, Ausfahrt Adlershof.

Zeit:

26. Juni 2015, Beginn 10.30 Uhr

Im Internet:

www.fu-berlin.de/ambrosia