Einführung in virtuelle Forschungsumgebung für Historiker

Das EU-Projekt CENDARI organisiert Studientag zu seiner digitalen Infrastruktur in der Geschichtswissenschaft am 25. September an der Freien Universität

Nr. 174/2015 vom 16.06.2015

Der Zugang zu digitalen Archiven und Ressourcen für die Erforschung der europäischen Geschichte steht im Mittelpunkt eines Studientags am 25. September an der Freien Universität Berlin. Historikerinnen und Historiker stellen das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt „Collaborative European Digital Archival Infrastructure“ (CENDARI) vor. Dort arbeiten Experten seit 2012 unter Leitung von Oliver Janz, Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität, an der Entwicklung einer virtuellen Forschungsumgebung, die Nutzern eine individuelle und weitreichende Material- und Quellenforschung für das Studium der europäischen Geschichte ermöglicht. Ziel des Studientags ist es, anhand zweier Themen – die Geschichte des Mittelalters sowie des Ersten Weltkriegs – in die Funktionsweise der Forschungsumgebung einzuführen und die unterschiedlichen Anforderungen an die moderne geschichtswissenschaftliche Forschung zu diskutieren. Außerdem zeigen die Referenten, wie die verschiedenen Anliegen im Projekt CENDARI zusammengebracht und somit die Identität sowie räumliche und zeitliche Zusammenhänge Europas besser untersucht werden können. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Geschichtswissenschaft aller Berliner Universitäten und weitere Interessierte.

Der Erste Weltkrieg sowie die Geschichte des Mittelalters wurden aus mehreren Gründen als Fallstudien für die Entwicklung der CENDARI gewählt: Der hundertste Jahrestag des Beginns des gesamteuropäischen Konflikts Erster Weltkrieg ging mit enormen wissenschaftlichem und öffentlichen Interesse in ganz Europa einher. Die ebenfalls unter Leitung von Professor Janz entwickelte Internetenzyklopädie „1914-1918 online“ hat am 15. Juni einen der drei Berliner Digital-Humanities-Preise des Interdisziplinären Forschungsverbundes Digital Humanities in Berlin (ifDHb) der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erhalten. Die zweite Fallstudie konzentriert sich auf die Geschichte des Mittelalters: Ein digitaler Atlas der mittelalterlichen Kultur soll ein neues Leitbild für die Mediävistik schaffen, um sprachliche, kulturelle und räumliche Grenzen zu überbrücken.

Weitere Informationen

Dr. Jörg Lehmann, CENDARI – Collaborative EuropeaN Digital ARchive Infrastructure – an der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-71818, E-Mail: joerg.lehmann@fu-berlin.de

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